Seit der großen Finanzmarktkrise im Jahr 2008 gehörten die Banken der Eurozone, einstige Lieblinge der Börsianer, nicht mehr zu den Favoriten. Die zunehmende Regulierung und hohe Eigenkapitalanforderungen setzten den Kreditinstituten kräftig zu. Darüber hinaus belasteten auch die schwache konjunkturelle Entwicklung und eine geringe Kreditnachfrage der Unternehmen sowie das langanhaltende Niedrigzinsumfeld in der Eurozone die Geschäftsmodelle der Banken.

Doch die ersten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Sommer 2022 wirkten wie ein Dosenöffner auf die niedrig bewertete Bankenlandschaft der Eurozone und lösten einen Kursaufschwung bei Bankaktien aus. Dieser hat trotz der Zinswende seit Mitte des letzten Jahres nicht nachgelassen. Ganz im Gegenteil: Gute Ergebnisse im Investmentbanking und eine florierende Geschäftsentwicklung im Privatkundenbereich trugen bei einigen Banken zu einer erheblichen Gewinnsteigerung bei.

In der Folge standen die Aktien von Banken der Eurozone bei Investoren vermehrt auf der Kaufliste und die Aktienkurse kehrten zurück in die Erfolgsspur. Allein seit Jahresbeginn konnte der Euro Stoxx Banks Index um mehr als 30 Prozent an Wert zulegen.

Trumps Zollpolitik sorgte nur kurz für Verunsicherung

Die von US-Präsident Donald Trump Anfang April verkündeten Zölle sorgten an den Kapitalmärkten für Turbulenzen. Wie bereits in der Vergangenheit kamen Bankaktien dabei besonders kräftig unter die Räder – konnten sich allerdings ebenso schnell wieder erholen.

Banken sind mit ihren Dienstleistungen, darunter Vermögensverwaltung, Kreditvergabe und Finanztransaktionen, sehr eng mit dem wirtschaftlichen Umfeld verbunden und reagieren entsprechend sensitiv auf Marktveränderungen. Wirtschaftlich schwache Zeiten können negativ auf die Gewinnentwicklung der Banken wirken.

Doch gleichzeitig ermöglichen volatile Zeiten auch einen regen Handel mit Wertpapieren. Viele Banken konnten im Wertpapierhandel daher von den Marktschwankungen der vergangenen Wochen profitieren. Die spanische Großbank Santander fuhr gerade erst den vierten Rekordgewinn in Folge ein. Das Ergebnis im ersten Quartal wurde dabei um fast ein Fünftel auf 3,4 Milliarden Euro gesteigert.

Und auch die krisenerprobte Deutsche Bank überzeugte dank florierender Geschäfte inmitten der Marktturbulenzen und erwirtschaftete auch dank konsequenter Sparprogramme ein Gewinnplus von fast 40 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro. Das größte deutsche Kreditinstitut hat damit in einem Quartal so viel verdient wie seit 14 Jahren nicht mehr. Schließlich konnten auch die führenden US-Banken Citigroup, Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley dank starker Handelsgeschäfte mit deutlichen Gewinnzuwächsen überzeugen und untermauern damit die Renaissance der Bankentitel.

Amundi Euro Stoxx Banks ETF

Der thesaurierende Amundi Euro Stoxx Banks ETF (ISIN: LU1829219390) wurde im November 2018 in Luxemburg aufgelegt und bildet als einziger ETF auf dem europäischen Markt die Wertentwicklung des Euro Stoxx Banks Net Return Index, der aus 28 Banken der Eurozone besteht, vollständig physisch nach.

Größter Wert mit einer Gewichtung von gut 12 Prozent in dem nach Marktkapitalisierung gewichteten Index ist die spanische Banco Santander, gefolgt von der italienischen Großbank Unicredit und der französischen BNP Paribas. Auf Platz 7 findet sich die Deutsche Bank wieder, einst eine der größten Banken der Welt. Die Top 10 machen insgesamt 75 Prozent der Gewichtung aus, was auf eine hohe Konzentration der Großbanken hinweist. Das Fondsvolumen beträgt stolze 1,9 Milliarden Euro und die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 0,31 Prozent pro Jahr.

Banken-ETF: 344 Prozent Wertsteigerung über fünf Jahre

Der Amundi Euro Stoxx Banks ETF konnte seinen Wert in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 344 Prozent steigern, was einer jährlichen Rendite von 35 Prozent entspricht. Über drei Jahre lief es sogar noch besser, hier betrug die Wertsteigerung 168 Prozent, das entspricht einer jährlichen Rendite von knapp 39 Prozent pro Jahr. Und auch seit Jahresbeginn 2025 weiß der Amundi ETF mit einem Wertzuwachs von über 30 Prozent zu überzeugen. Der Aufwärtstrend bei den Banken der Eurozone ist damit ungebrochen.

 

Attraktiver Sektor mit potenziellen Risiken

Die Banken der Eurozone konnten die scharfen Kursrückgänge aus der Marktkorrektur Anfang April schnell wettmachen und notieren inzwischen wieder auf dem Niveau ihrer vorherigen Höchststände. Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter neun und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von unter eins gelten die Bankaktien der Eurozone längst noch nicht als überbewertet. Die durchschnittliche Dividendenrendite von über 8 Prozent zeigt darüber hinaus die Attraktivität des Sektors auf.

Dennoch sind die potenziellen Risiken im Auge zu behalten. Denn sollte sich die wirtschaftliche Lage – auch aufgrund der konfliktreichen US-Zollpolitik – im Jahresverlauf verschlechtern, könnte es vermehrt zu Kreditausfällen kommen, was wiederum belastend auf den Bankensektor wirken würde.