Was ist ein ETF?
ETF bedeutet Exchange Traded Fund. Dabei handelt es sich um einen börsengehandelten Fonds, der einen Index, wie zum Beispiel den Dax oder den S&P 500 abbildet.
Mit dem Kauf eines ETF investierst du in eine Vielzahl von Aktien oder Anleihen, ohne jede einzelne davon erwerben zu müssen. So ist es möglich, von der Diversifikation zu profitieren und das eigene Risiko zu reduzieren.
Denn: Es ist immer sicherer, in den gesamten Weltmarkt, also in viele verschiedene Unternehmen, zu investieren, anstatt in nur eins oder wenige. Geht nämlich mal ein Unternehmen bankrott, ist der Verlust kleiner, als wenn du nur in dieses Unternehmen investiert hast. Denn dann wäre das gesamte Kapital weg.
Die Vorteile von ETFs
ETFs haben viele Vorteile. So sind sie zunächst einmal günstig, weil die Gebühren niedriger ausfallen, wenn man keinen Fondsmanager benötigt. Bei ETFs braucht man diese nicht, da lediglich die Zusammensetzung eines bereits bestehenden Börsenindex kopiert wird.
Weiterhin sind ETFs flexibel, weil sie täglich an der Börse gehandelt werden und du daher jederzeit ein- oder aussteigen kannst. Zudem kannst du zwischen einem monatlichen Sparplan und einer Einmalzahlung wählen, auch eine Kombination ist möglich. Für Neueinsteiger sind ETFs besonders geeignet, denn du kannst damit schnell und einfach Geld anlegen.
Die ersten Schritte
Bevor du in ETFs investierst, ist es wichtig, deine persönlichen Anlageziele festzulegen.
Möchtest du für den Ruhestand sparen, ein Haus kaufen oder einfach Vermögen aufbauen?
Die Antwort auf diese Frage hilft dir, deine Anlagestrategie und dein Risikoprofil zu bestimmen.
Danach kannst du ein Depot eröffnen, auf dem deine Wertpapiere gespeichert werden. Dazu gilt es, einen passenden Broker oder eine Bank zu finden. Ein guter Anbieter offeriert eine kostenlose Depot-Eröffnung. Im besten Fall hat dieser selbst eine große Auswahl an ETFs anzubieten. Zudem solltest du darauf achten, dass deine Bank mindestens ein ETF-Sparplan pro Index kostenfrei anbietet.
Günstige Depotkonten, die sich insbesondere für Neueinsteiger eignen, gibt es zum Beispiel bei Trade Republic oder Scalable Capital. Große Direktbanken, wie die Comdirect oder ING, bieten günstige Depots für ETF-Sparpläne an.
Wähle dann die ETFs aus, die zu deinen Anlagezielen und deiner Risikobereitschaft passen. Achte dabei auf die Kosten (z. B. die Gesamtkostenquote TER), die Wertentwicklung und die zugrundeliegenden Indizes. Eine gute Option für Einsteiger sind breit diversifizierte, kostengünstige ETFs, die großen Indizes wie den MSCI All Country World oder den FTSE All World abbilden. Diese bieten eine breite Streuung über verschiedene Branchen und Länder und helfen dabei, das Risiko zu minimieren.
>> Wie du den passenden Welt-ETF findest, erfährst du hier
Wie bereits erwähnt, kannst du ein ETF entweder per Einmalzahlung oder mit einem Sparplan erwerben. Ein Sparplan lohnt sich, wenn du langfristig Vermögen aufbauen willst. Dabei werden monatlich Anteile aus dem entsprechenden ETF für einen festen Betrag gekauft. Das funktioniert ganz automatisch, sodass du dich selbst um nichts mehr kümmern musst. Daher sollten gerade Neueinsteiger diese Option nutzen.
Wichtige Investmenttipps für ETF-Anleger
Um von den Schwankungen des Marktes zu profitieren, empfiehlt es sich, regelmäßig in ETFs zu investieren, beispielsweise monatlich oder quartalsweise. So erzielst du einen Durchschnittspreis für deine Anteile und reduzierst das Risiko von ungünstigen Einmalkäufen. Dieses Vorgehen nennt man Cost-Average-Effekt oder Durchschnittskosteneffekt.
ETFs sind in der Regel für langfristige Anlagen ausgelegt. Daher solltest du als Investmenteinsteiger einen Anlagehorizont von mindestens fünf bis zehn Jahren einplanen. So kannst du kurzfristige Marktschwankungen aussitzen und von der langfristigen Wertentwicklung der ETFs profitieren. Generell sind langfristige Investments sinnvoller und profitabler. Doch auch Krisen sollten stets eingeplant werden, insbesondere wenn du einen langen Zeitraum investierst. Im Durchschnitt tritt eine Krise nämlich alle sechs bis acht Jahre ein. Verluste gehören dazu und können tatsächlich sogar eine große Chance sein.
Auch darf Rebalancing nicht vergessen werden. Rebalancing bedeutet, dein Portfolio regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, um dein Risikoprofil beizubehalten. Wenn sich die Gewichtung deiner ETFs im Laufe der Zeit verändert, kannst du Anteile kaufen oder verkaufen, um dein Portfolio wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Eine jährliche Überprüfung ist hierfür normalerweise ausreichend.
Achte zusätzlich auf die Gebühren deines Depotanbieters. Du kannst die Kosten verschiedener Anbieter vergleichen und auf mögliche Steuervorteile achten, um die Rendite deines Portfolios zu maximieren.
Künstliche Intelligenz als Chance oder Risiko?
Seit das eigenständig Texte schreibende ChatGPT Ende letzten Jahres auf den Markt gekommen ist, ist der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) größer denn je. Seitdem entstehen immer mehr KI-Projekte, die sich für ein Investment lohnen könnten. Auch KI-ETFs, die ebenfalls AI-ETFs genannt werden, findet man mittlerweile haufenweise auf dem Markt. Die passiven Indexfonds bilden die Wertentwicklung der Aktien von Unternehmen ab, die sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen.
Doch wie sicher ist ein Investment in solche Projekte?
Da der KI-Markt noch relativ neu ist, ist ein Investment riskanter als bei anderen ETFs. Niemand kann sich sicher sein, wie die Marktentwicklung zukünftig aussehen wird, da die Technologie sich erst einmal etablieren und anschließend stabilisieren muss. Das heißt: Die Gewinne könnten ins Unermessliche steigen, doch genauso ist ein Absturz möglich. Bei neuen Märkten kann man sich nicht auf vergangene Entwicklungen beziehen, weil es diese noch nicht gibt.
Jeder Anleger sollte sich das Risikopotenzial vor einem Investment also klar vor Augen führen. Und Neueinsteigern ist geraten, erst einmal auf gewöhnliche ETFs zu setzen, die den globalen Weltmarkt abbilden.
ETFs – die Möglichkeit für Investmenteinsteiger
Börsengehandelte Indexfonds sind eine gute Möglichkeit für Einsteiger. Sie bieten nicht nur eine günstige und einfache Investment-Option, sondern auch viele verschiedene Möglichkeiten.
Ein ETF-Sparplan ist eine sichere Alternative für Neueinsteiger, bei der diese nicht viel Aufwand leisten müssen. Bei der Depot-Eröffnung muss viel beachtet werden, doch wenn man sich ausgiebig informiert, ist das alleine machbar. So ist es auch unerfahrenen Investoren möglich, ein Vermögen aufzubauen.
Über die Autoren:
Kamiar Bar Bar und Maurice Impraim sind Geschäftsführer von Teaching Finance. Sie helfen insbesondere jungen Menschen, indem sie wichtige Finanztipps vermitteln.
