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Detlef Glow

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ETF-Kolumne: ETFs lassen sich nicht so wie aktive Fonds analysieren

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Viele Investoren stellen sich die Frage, mit welchen Kennzahlen sie die besten börsennotierten Indexfonds (ETF) für ihre Portfolios finden. Denn während über die Auswahl aktiver Fonds schon viel geschrieben worden ist, existiert für die Auswahl passiver Instrumente bisher wenig Research. Aber es gibt drei Größen, die sich meiner Meinung nach gut für die quantitative ETF-Analyse eignen.

Bei der Wahl eines ETFs entscheiden sich die Investoren in erster Linie für einen Markt und nicht für einen Manager - anders als bei einem aktiven Fonds. Daher können sie nicht auf die dort üblichen Kennzahlen wie zum Beispiel die Sharpe-Ratio oder Information-Ratio zurückgreifen. Denn diese Kennzahlen setzen die Wertentwicklungen aktiver Fonds ins Verhältnis zu den Risiken, welche die Manager jeweils eingegangen sind.

Bei ETFs müssen Investoren die Performance des Fonds mit der Entwicklung des zugrunde liegenden Marktes vergleichen. Dabei ist es wichtig, den richtigen Index zu verwenden. Denn es wäre zum Beispiel ein großer Fehler, einen Fonds, der auf einem thesaurierenden Index beruht, mit einem Index zu vergleichen, der keine Dividenden berücksichtigt.

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Folgt man bei der ETF-Analyse diesen Annahmen, so ergeben sich daraus in meinen Augen drei geeignete Kennzahlen: die relative Wertentwicklung, der Tracking Error und die Korrelation zu dem jeweiligen Index. Die monatliche relative Wertentwicklung sollte möglichst Null betragen und der Fonds somit keine höhere oder niedrigere Wertentwicklung als der Index aufweisen.

Zugleich sollte der auch als Abweichungsfehler bekannte Tracking Error möglichst gering sein; idealerweise läge er bei Null. Bei der Analyse des Gleichlaufs von Fonds und Index gilt dagegen: Je höher der errechnete Korrelationskoeffizient ist (maximal 1), desto genauer bildet der ETF den Index ab.

Zusätzlich zu diesen Kennzahlen sollten Investoren bei der ETF-Auswahl auch auf das verwaltete Volumen achten. Zwar spielt die Größe eines ETFs im Vergleich zu aktiv gemanagten Produkten eine untergeordnete Rolle. Dennoch könnte sie im Falle einer Marktkonsolidierung aus Sicht des Fondsinitiatoren entscheidend für den Fortbestand eines Fonds sein. Bei den großen Marktindizes - zum Beispiel dem S&P 500 und dem Euro Stoxx 50 - können Investoren diesen Aspekt vernachlässigen. Denn für diese Indizes finden sie viele alternative Produkte. Schwierig dürfte die Suche nach geeigneten Anschlussinvestments werden, wenn es um ETFs auf exotische Indizes geht. Gerade Investoren, die einen ETF auf einen Trend-Index als langfristige Investments in ihre Portfolios aufnehmen wollen, sollten auf die Entwicklung des Fondsvermögens achten.

Aus der Entwicklung des Fondsvermögens in Kombination mit dem Tracking Error können Investoren Rückschlüsse auf die Qualität des ETF-Managements ziehen. Denn wenn der Tracking Error trotz hoher Mittelzu- oder -abflüsse niedrig bleibt, zeugt dies von guten Prozessen im Management. Auch die Ausschüttungstermine von Dividenden sollten den Tracking Error eines ETFs idealerweise kaum beeinflussen.

Zudem sollten Investoren beachten, dass selbst die beste quantitative Analyse nicht alle Fragen rund um einen Fonds beantworten kann. Sie sollte daher nur einen Teil des Analyseprozesses ausmachen und von einer ebenso tiefgehenden qualitativen Analyse begleitet werden.

Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.

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