Der Markt für ETF-Sparpläne in Kontinentaleuropa wächst rasant. Laut einer aktuellen Untersuchung von Extra ETF im Auftrag von Blackrock stieg die Zahl der monatlich ausgeführten ETF-Sparpläne 2025 um knapp 40 Prozent auf 15,1 Millionen. Im Vorjahr waren es noch 10,8 Millionen Sparpläne.

Anzahl der monatlich ausgeführten ETF-Sparplänen in Europa
Anzahl der monatlich ausgeführten ETF-Sparplänen in Europa | Bildquelle: Extra ETF Research

Das jährliche Sparvolumen kletterte dabei auf 22,7 Milliarden Euro, ein Plus von 29 Prozent gegenüber 2024 (17,6 Milliarden Euro). Und das, obwohl die durchschnittliche Sparrate von 135,80 Euro auf 125,30 Euro sank. Der Grund: Immer mehr Anleger starten mit Kleinstbeträgen. Mikro-, Roundup- und Cashback-Programme sowie Kinderdepots senken die Einstiegshürden.

Grafik zur Entwicklung des jährlichen Sparvolumens von 2020 bis 2025
Entwicklung des jährlichen Sparvolumens | Bildquelle: Extra ETF Research

Frauen und junge Anleger treiben Wachstum

Das verwaltete ETF-Vermögen bei Brokern und Direktbanken erreichte 341 Milliarden Euro – 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Getrieben wird das Wachstum vor allem durch digitale Plattformen und neue Kundengruppen. Besonders Frauen und Anleger zwischen 25 und 34 Jahren investieren laut Analyse verstärkt in ETFs.

ETF-Anlagevermögen in Europa
ETF-Anlagevermögen in Europa | Bildquelle: Extra ETF Research

Externe Daten von Blackrock zeigen: Die Zahl der ETF-Anleger in Europa stieg seit 2022 um 69 Prozent auf 32,8 Millionen. Deutschland führt mit 14,5 Millionen ETF-Anlegern. Doch auch in den Niederlanden, Spanien, Frankreich und Großbritannien wächst der Markt dynamisch.

Neobroker und Direktbanken bauen Angebot aus

2025 weiteten zahlreiche Anbieter ihr ETF-Sparplan-Angebot aus. Zu den neuen Anbietern zählen XTB, Saxo, ABN Amro in den Niederlanden sowie Swissquote, Neon und Post Finance in der Schweiz. In Belgien verstärkt Bolero seine Aktivitäten.

Viele Broker bieten dabei mittlerweile Sparpläne auf mehr als 2.000 ETFs an. Fractional Trading – also der Kauf von Bruchstücken – gehört bei Neobrokern zum Standard. Dadurch können Anleger bereits mit Kleinstbeträgen in hochpreisige ETFs investieren.

Große ETF-Anbieter richten ihre Strategien der Untersuchung zufolge zunehmend auf Privatanleger aus. ETF-Sparpläne gelten bei vielen Anbietern inzwischen als wichtigste Wachstumsquelle im Retail-Geschäft.

MSCI bleibt Indexanbieter Nummer eins

Bei den Indizes dominiert weiterhin MSCI. ETFs auf den MSCI World, MSCI ACWI und MSCI Emerging Markets bilden das Rückgrat vieler Portfolios. S&P profitiert von der Nachfrage nach S&P-500-ETFs, Nasdaq vom Technologieboom und ETFs auf den Nasdaq 100.

Ergänzend spielen der Stoxx Europe 600, der S&P 500 Information Technology sowie Geldmarktindizes und Gold-ETCs eine wichtige Rolle in den Portfolios europäischer Privatanleger.

Prognose bis 2030 deutlich angehoben

Die Autoren erwarten bis 2030 einen weiteren kräftigen Wachstumsschub. Die Zahl der monatlich ausgeführten ETF-Sparpläne dürfte auf 53,7 Millionen steigen – mehr als eine Verdreifachung gegenüber 2025. Das jährliche Sparvolumen wird auf 73 Milliarden Euro prognostiziert. Das gesamte ETF-Vermögen auf digitalen Plattformen könnte so bis dahin knapp eine Billion Euro erreichen. Treiber sind Einmalanlagen, ETF-Sparpläne und die Marktentwicklung.

Balkendiagramm zum prognostiziertes Anlagevermögen in ETFs bis 2030
Prognostiziertes Anlagevermögen in ETFs bis 2030 | Bildquelle: Extra ETF Research

Unterstützt wird das Wachstum durch politische Initiativen wie die geplanten staatlich geförderten Altersvorsorgedepots in Deutschland, die Frühstart-Rente sowie die europäische Savings and Investment Union.

Die Blackrock-Umfrage People and Money bestätigt den Trend zu ETF-Sparplänen: 37 Prozent aller europäischen Erwachsenen planen, innerhalb der nächsten zwei Jahre einen ETF-Sparplan einzurichten. Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es sogar 49 Prozent.

Markus Jordan, Geschäftsführer bei Extra-ETF, sagt, ETF-Sparpläne entwickelten sich von einem nationalen Phänomen zu einer paneuropäischen Investitionsgewohnheit. Sie würden zu einem zentralen Wachstumstreiber des Privatanlegergeschäfts in Europa.

Über die Studie

Die Untersuchung basiert auf Daten von Brokern und Direktbanken in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg sowie den skandinavischen Ländern. Ergänzend wurden Börsenumsätze an den Handelsplätzen LS Exchange und Gettex ausgewertet, um das Sparplanvolumen großer Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital zu schätzen.