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Aktualisiert am 19.04.2024 - 10:20 Uhrin Aktuelle DepotberichteLesedauer: 10 Minuten

Depotstände 2024 ETF-Wetten: Die glorreichen Verlierer

„Die glorreichen Sieben“ im Hollywood-Western – als sie noch vollzählig sind. Vier von ihnen sterben den Heldentod.
„Die glorreichen Sieben“ im Hollywood-Western – als sie noch vollzählig sind. Im 1960 gedrehten Original sterben vier von ihnen den Heldentod. | Foto: Imago Images / United Archives

Knapp 20 Prozent hat der MSCI-Weltaktienindex im vergangenen Kalenderjahr in Euro gerechnet zugelegt – angeführt vom als „glorreiche Sieben“ gefeierten Technologie-Septett Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla. Fast 90 Prozent Plus sind es seit Anfang 2017, also seit Beginn der ersten von DAS-INVESTMENT-Kolumnist Egon Wachtendorf abgeschlossenen ETF-Wette. Damit steigt der Wert des zur Hälfte aus dem iShares MSCI World bestehenden Depots seines Wett-Kontrahenten Christian Kirchner per Ende 2023 auf 70.408,71 Euro (siehe Tabelle auf der nächsten Seite). Wachtendorfs eigenes Depot, bestückt mit den aktiv gemanagten Bausteinen Carmignac Patrimoine und Nordea Stable Return, kommt dagegen gerade einmal auf 52.180, 90 Euro.

Alles aus und vorbei also, drei Jahre vor dem Zieleinlauf? Wer das so sieht, sei an den Ausgang des berühmten, 1960 gedrehten Hollywood-Western „Die glorreichen Sieben“ erinnert, dem das Erfolgsgespann der vergangenen Börsenjahre seinen Namen verdankt: Vier der revolverschwingenden Titelhelden sind am Ende tot, und auch die Überlebenden fühlen sich nicht als Sieger. Im Gegenteil. „Wir haben verloren. Wir verlieren immer“, raunt Yul Brynner Co-Star Steve McQueen zu, ehe beide die Pferde herumreißen und ihren letzten verbliebenen, von Horst Buchholz verkörperten Kompagnon am Schauplatz des blutigen Geschehens zurücklassen.

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Was im klassischen Western der Tod durch eine Kugel ist, nennt sich an der Börse Pleite oder Bankrott. Alphabet, Apple oder Microsoft ein Fall für den Konkursverwalter? Ein derartiges Schreckensszenario an die Wand zu malen, entbehrt wohl jeglicher Grundlage. Nichtsdestotrotz könnte den „glorreichen Sieben“ angesichts der mittlerweile erreichten Bewertungen ein ähnliches Schicksal bevorstehen wie den Anfang der 1970er Jahre in den USA als Wachstums-Stars vergötterten „Nifty Fifty“. Kaum jemand konnte sich damals vorstellen, dass es für die „schicken Fünfzig“ – unter anderem Coca-Cola, General Electric, IBM, McDonalds und Texas Instruments – an der Börse nicht weiter überdurchschnittlich nach oben geht. Tatsächlich brachen jedoch 1973 im Zuge der Ölkrise viele der zuvor heiß gesuchten Titel um mehr als 50 Prozent ein und brauchten anschließend viel länger als andere, um wieder in die Spur zu kommen.

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