Suche
in VersicherungenLesedauer: 5 Minuten

Kosten runter, Rendite rauf Warum Fondspolicen-Anbieter zunehmend auf ETFs setzen

Zalando-Logistikzentrum in Erfurt: Die Aktie des Online-Händlers ist Bestandteil des Index M-Dax, der über börsengehandelte Indexfonds auch oft in Fondspolicen landet.
Zalando-Logistikzentrum in Erfurt: Die Aktie des Online-Händlers ist Bestandteil des Index M-Dax, der über börsengehandelte Indexfonds auch oft in Fondspolicen landet. | Foto: Getty Images

Versicherungsprodukte gelten gemeinhin nicht gerade als günstigste Form der Altersvorsorge. Bei Fondspolicen etwa kommen zu den Kosten der Kapitalanlage noch die des Versicherungsmantels hinzu. Und diese muss die Police erst erwirtschaften, bevor der Kunde bezüglich der Rendite auf einen grünen Zweig kommt. „Jeder Kunde, aber auch jeder Vermittler sollte sich immer wieder verdeutlichen, dass die Kosten einer Geldanlage das Einzige sind, was sie von vornherein beeinflussen können“, sagt Michael Dreibrodt, Vorstandschef des Versicherers My Life. „Entsprechend sind neben den Renditechancen in den einzelnen Märkten unserer Meinung nach auch zwingend die Kosten der Anlageprodukte zu berücksichtigen, mit denen man die mögliche Marktrendite realisieren will.“

Kunden schauen immer mehr auf Kosten

Waren die Kosten eines Produkts dabei früher oft undurchschaubar für den Verbraucher, ändert die voranschreitende Regulierung der Branche das gerade. „Die EU-Verordnungen Priip und Mifid zielen ebenso wie das geänderte deutsche Altersvorsorge-Zertifizierungsgesetz darauf ab, die Kostentransparenz für die Versicherten zu erhöhen“, sagt Thomas Wiedenmann, Leiter des Vermögensberatungsteams im deutschen ETF-Vertrieb bei Blackrock. Im Rahmen der Priip-Verordnung etwa müssen Versicherer seit Anfang 2018 sogenannte Basisinformationsblätter für Kunden veröffentlichen. Und diese enthalten unter anderem die Kennziffer „Reduction in Yield“. Wiedenmann: „Sie zeigt, wie stark Kosten die Rendite des Endkunden schmälern.“ Sicherlich ist die Kennziffer nicht perfekt, da es keinen brancheneinheitlichen Standard für die Berechnung gibt. Trotzdem dürfte sie beim Kunden zu einem höheren Kostenbewusstsein führen als früher.