Hintergrundbild: Deutsche Börse

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ETFs in der Praxis: Das gewonnene Jahrzehnt

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„In der abgelaufenen Dekade machte der S&P 500 seinen aller ersten Zehn-Jahres-Verlust, die Große Depression in den 30er Jahren mit eingeschlossen“, verkündeten die Analysten des Indexanbieters Standard & Poor’s (S&P) traurig in einer Pressemitteilung. 9,1 Prozent gab der US-Leitindex in Dollar gerechnet vom 31. Dezember 1999 bis zum 31. Dezember 2009 ab, Dividendenausschüttungen mit eingeschlossen. In Euro umgerechnet waren es sogar 36,2 Prozent.

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In der Eurozone verlief die Aktiendekade nicht viel lustiger: Der Dow Jones Euro Stoxx 50 gab 23,4 Prozent ab. Der deutsche Leitindex, Dax, verlor 14,4 Prozent. Wer beispielsweise mit einem Exchange Traded Fund (ETF) ausschließlich auf so einen Leitindex gesetzt hatte, hatte die zehn Jahre tatsächlich versemmelt.

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Geholfen hätte schon die Überlegung, dass Unternehmen nur dann in einen Leitindex aufgenommen werden, wenn sie zu den größten gehören. Dafür sind häufig enorme Kursgewinne nötig, die sie aber noch außerhalb des Index absolvieren. Meistens befinden sie sich dann noch in einem Index der zweiten Reihe. In Deutschland ist das der Mdax, der die 50 größten Unternehmen nach den 30 Dax-Mitgliedern enthält.

Der Mdax hat in der abgelaufenen Dekade um 82,9 Prozent zugelegt. Über zehn Unternehmen sind aufgrund starker Kursgewinne in den Dax aufgestiegen, darunter der Düngemittelproduzent K+S.

Wer also sein Depot hälftig auf je einen ETF für Dax und Mdax verteilte und diese Balance immer zu Jahresbeginn wieder herstellte, erreichte bereits ein Plus von 27,8 Prozent (siehe Chart rechts).

Noch viel besser wurde das Ergebnis, wenn lediglich je 40 Prozent in die Aktienindizes flossen und für 20 Prozent Euro-Staatsanleihen mit ins Depot kamen. Hier wirken gleich zwei positive Faktoren: Die Kurse der festverzinslichen Papiere bewegen sich gegenläufig zu Aktienkursen. Zudem kauft der Anleger durch das jährliche Rebalancieren automatisch nach, wenn die Kurse eingebrochen sind. Sind die Aktien dagegen gut gelaufen, nimmt er automatisch Gewinne mit. Bei einem reinen Aktieninvestment kann er das nicht. Lohn für dieses System waren 47,4 Prozent Gewinn (siehe Chart). Wer übrigens nur den Dax mit 20 Prozent Euro-Anleihen kreuzte, gewann 8,2 Prozent.

Natürlich wird die kommende Dekade andere Ergebnisse bringen. Schließlich waren Standardwerte Ende 1999 bereits hoffnungslos überteuert und Nebenwerte noch halbwegs vernünftig bewertet. Zuvor hatte der Dax in den 90er Jahren den Mdax um Längen hinter sich gelassen. Das kann durchaus wieder passieren. Ein reines Mdax-Investment ist somit nicht zu empfehlen.

Ein Wundermittel ist auch diese simpelste Form der Asset Allocation somit nicht. Sie senkt aber deutlich das Risiko, eine Dekade zu verschenken.

Zum Nachbauen eignen sich folgende ETFs:

Dax-ETF von db x-Trackers (WKN: DBX1DA), Lyxor (WKN: LYX0AC), ETFlab (WKN: ETFL01), iShares (WKN: 593393) und Comstage (WKN: ETF001)

Mdax-ETF von iShares (WKN: 593392)

ETFs für Euro-Staatsanleihen von Comstage (WKN: ETF500), db x-Trackers (WKN: DBX0AC), ETFlab (WKN: ETFL11) und iShares (WKN: A0YBRZ und A0H078)

Weitere Grafiken mit verschiedenen Gewichtungen und Renditeangaben zu einzelnen Jahren finden Sie in unserer Grafikstrecke.

Quelle für alle Berechnungen: DAS INVESTMENT.com

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