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ETFs oder Value-Strategien? So profitieren Anleger von dem Trump-Boom

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Euro unter Druck

Der Euro dürfte unter der Trump-Präsidentschaft allerdings unter Druck geraten. Denn der neue Präsident ist, anders als seine Vorgänger, nicht zu den Globalisten zu zählen. Er will keine neue Weltordnung durchsetzen. Mit hochfliegenden politisch-ideologischen Plänen wie beispielsweise der „Europäischen Integration“ oder den „Vereinigten Staaten von Europa“ hat er wenig am Hut.

Der Euro verliert dadurch seine bislang gewichtigste politisch-intellektuelle Unterstützung – und die Unsicherheit über die Zukunft der Einheitswährung nimmt zu. Investoren werden beispielsweise zögerlich, strauchelnden Euro-Banken das benötigte Kapital zu geben. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre elektronische Notenpresse noch schneller laufen lassen müssen, um die Geldhäuser zu subventionieren.

Nicht nur der innere Wert des Euro schwindet dadurch. Auch nach außen wird der Euro nachgeben, weil das Kapital den Euroraum mit seiner anhaltenden Niedrigzinspolitik verlässt. Hebt die Fed ihre Leitzinsen weiter an, und nimmt der US-Zinsvorteil gegenüber Euro-Anlage zu, treibt das den Euro-Außenwert zusätzlich in die Knie. Die Trump-Präsidentschaft könnte – im Extremfall –die Fehlkonstruktion des Euro sogar sprengen.  

Aktien – aber wie?

Viele Anlageberater empfehlen ihren Kunden derzeit Aktien. Der Grund: Die Zinsen sind recht niedrig – und werden es bis auf weiteres wohl auch bleiben –, und Aktien versprechen Kursgewinne und Dividenden. Das aber hilft dem Anleger nur bedingt weiter. Denn die entscheidende Frage lautet für ihn: WIE soll man in Aktien investieren?

Eine Möglichkeit besteht darin, in einen breit gestreuten Aktienmarktindex zu investieren (etwa in Form eines ETFs). Das macht für den Sinn, der meint, dass er langfristig nicht besser abschneiden kann als die Marktrendite. Allerdings hat dieses Vorgehen einen großen Nachteil: Die Marktrendite wird von mittelmäßigen und schlechten Unternehmen, die in den Aktienmarktindizes natürlich auch enthalten sind, nach unten gezogen.   

Die Alternative zum Investieren in einen breiten Aktienmarkt besteht darin, sehr wählerisch zu sein. Mit anderen Worten: Nur in Aktien von Unternehmen zu investieren, die die Voraussetzungen haben, langfristig hohe Renditen – sogenannte „Überrenditen“ –  auf ihr Kapital erzielen zu können; also in Unternehmen zu investieren, die langfristig ihre Gewinne pro Aktie stärker als andere steigern können.

Wer so denkt, der arbeitet am besten mit guten "Value Investoren" zusammen. Sie spüren nicht nur langfristig ertragsstarke Unternehmen auf, sondern beschäftigen sich auch intensiv mit der Frage der Bewertung dieser Unternehmen. Und das ist letztlich von entscheidender Bedeutung: Ein Aktieninvestment wird nur dann vorteilhaft sein, wenn die Aktie nicht zu teuer gekauft wird!

Die Zusammenarbeit mit guten Value Investoren ist die beste Voraussetzung, langfristig hohe Realrenditen erzielen zu können – vor allem auch in Zeiten, in denen wirtschaftspolitische und monetäre Umbrüche ins Haus stehen. Der Investitionsansatz der Value Investoren empfiehlt daher mit Blick auf die Chancen, aber auch die Risiken, die die neue US-Präsidentschaft absehbar mit sich bringen wird.  

Über den Autor: Thorsten Polleit ist Chefvolkswirt Degussa und volkswirtschaftlicher Berater des P&R Real Value Fonds.

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