Ethna-Aktiv E: Vermögensbildung nach Plan

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Wer dieses exzellente Ergebnis damals für Zufall hielt, wurde zwischen Juli 2007 und März 2009 eines Besseren belehrt: Während nämlich die beiden Aktienindizes in ähnlicher Größenordnung abstürzten, konnte Pesarini das Minus erneut auf weniger als 5 Prozent begrenzen. Und Mitte August 2009 notierte der Anteilspreis des Ethna-Aktiv E bereits wieder 3 Prozent höher als beim Ausbruch der zweiten Krise 25 Monate zuvor. Gesunder Menschenverstand bestimmt die Asset Allocation Hinter dem Erfolg steckt nicht etwa ein in langen Nächten ausgeklügeltes Computerprogramm, sondern schlicht gesunder Menschenverstand. Zumindest sieht es Pesarini so: „Die großen Entscheidungen müssen stimmen.“ Dazu zählt der Deutsch-Italiener mit Sitz im Schweizerischen Wollerau vor allem die Frage, wann es klug sei, Aktien grundsätzlich zu meiden, und wann die Zeit für einen Wiedereinstieg gekommen sei. Auf der Suche nach einer Antwort geht Pesarini ausgesprochen pragmatisch vor: Normalerweise besteht sein Portfolio zu je einem Drittel aus Aktien, Renten und Cash. In aufwärts gerichteten Marktphasen erhöht er den Aktienanteil bis auf maximal 40 Prozent; wird es dagegen an den Börsen ungemütlich, fährt er den Anteil unter Umständen bis auf Null herunter und verstärkt stattdessen die jederzeit einsetzbare Barreserve. „In einer Krise sind Flexibilität und Liquidität das A und O“, betont Pesarini und achtet darauf, dass er jederzeit 95 Prozent seines Portfolios innerhalb von 24 Stunden verkaufen könnte. Ähnlich pragmatisch handelt der Vermögensverwalter auch bei der Einzeltitelauswahl. Standardwerte gewichtet er grundsätzlich mit maximal 2 Prozent, Nebenwerte – häufig aus den Bereichen Technologie und Biotech stammend – mit maximal einem Prozent. Nach dem Kauf drohende Kursverluste von mehr als 10 Prozent toleriert Pesarini nur, wenn eine Aktie ihn wirklich überzeugt. Spätestens bei einem Minus von 20 Prozent verkauft er aber in jedem Fall: „Der Markt hat immer recht. Warum ist egal, die Gründe kann ich später immer noch suchen.“ Vereinzelte Währungswetten und ein hoher Anteil an Corporate Bonds Auf der Rentenseite legt Pesarini keinen besonderen Wert auf Durationssteuerung und kauft überwiegend Papiere mit kurzer oder mittlerer Restlaufzeit, die allerdings zwingend eine gute Bonität aufweisen müssen. Vereinzelt geht er dabei auch Währungswetten ein, etwa auf den Schweizer Franken oder das Britische Pfund. Neben Euro-Staatsanleihen spielen im Portfolio zunehmend Corporate Bonds eine starke Rolle, im Frühjahr 2009 betrug ihr Anteil zeitweise fast 75 Prozent. Auch in diesem Bereich macht jedoch ein einzelnes Papier nie mehr als 2 Prozent des Fondsvermögens aus. Als langfristiges Renditeziel für seinen Fonds nennt Pesarini eine Bandbreite von 5 bis 10 Prozent, bei einer Volatilität von maximal 7 Prozent. Mit einer exakten Anteilspreisverdoppelung in den ersten siebeneinhalb Jahren liegt der Ethna-Aktiv E dabei bislang voll im Plan.

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