Ethna-Aktiv E

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Nur wenige Fonds brachten Anleger in diesem Jahr mehr Rendite als ein Sparbuch, viele verloren sogar an Wert. „Auch die gekonnte Auswahl einzelner Aktien schützt nicht vor Verlusten, wenn die Aktienmärkte insgesamt über Monate fast kontinuierlich fallen“, erklärt Luca Pesarini. Der ehemalige Vorstand der deutschen Tochter des Züricher Bankhauses Julius Bär managt seit der Fondsauflage den Ethna Aktiv E (WKN: 764930).

„Ich will bei dem dynamischen Mischfonds genau das flexibel umsetzen, was der Anleger will: an den Kursgewinnen bei freundlichen Börsen teilhaben und in schlechten Zeiten möglichst keine Verluste erleiden“, so Pesarini. Diese Ausrichtung am Anlegerinteresse kommt nicht von ungefähr: Der Fondsmanager und Inhaber der Ethna Capital Partners aus dem schweizerischen Lugano investiert nach eignen Angaben rund 90 Prozent seines Privatvermögens in dem Fonds, der im Februar 2002 von der LRI Invest aufgelegt wurde. 

„Mein Ziel ist der Substanzerhalt und eine positive absolute Rendite, nicht das bessere Abschneiden als irgendeine Messlatte“, erklärt Pesarini. „Denn in Baissephasen tröstet es den Anleger kaum, dass er weniger verloren hat als der jeweilige Vergleichsindex seines Fonds.“ Deshalb richtet er das Fondsportfolio aktuell strikt konservativ aus: „Bei richtungslosen oder stark verunsicherten Finanzmärkten ist eine möglichst hohe Barquote die optimale Anlagestrategie.“

Pesarini weiter: „In solchen Phasen ist der Anleger mit Festgeld oder soliden Anleihen besser beraten.“ Mehr als die Hälfte des Fonds (57,4 Prozent) hält er daher derzeit in liquiden Mitteln. Das meiste davon ist als Festgeld angelegt. Renten kommen aktuell auf 40,3 Prozent des Portfolios. Dabei dominieren kurzlaufende Bundesschatzanweisungen. Grundsätzlich kauft Pesarini nur Anleihen mit Investment-Grade-Rating für gute Schuldnerbonität, die eine Laufzeit bis maximal 4 Jahren haben. 

Renten sollen immer einen Schwerpunkt des Fonds bilden. Die Aktienquote darf dagegen maximal 40 Prozent betragen. Ende vorigen Jahres investierte Pesarini noch knapp ein Fünftel des Fondsvermögens von 216 Millionen Euro in Dividendentitel. Wichtigste Titel waren der französische Versorger Suez und die deutschen Börsenschwergewichte Siemens und Daimler. Bei Aktieninvestments konzentriert er sich auf Standardwerte aus dem Euroland-Leitindex Dow Jones Euro Stoxx 50. 

Aktuell investiert Pesarini nur noch über Zertifikate in die deutschen Unternehmen Linde und Südzucker. Und er setzt auf Anleihen, die von privaten Unternehmen emittiert wurden. Zwischen 3,6 und 2,6 Prozent des Portfolios machen Zinstitel der Deutschen Telekom, Fiat und BNP Paribas aus. Die Gewichtung der verschiedenen Investmentformen stellt für Pesarini das Herzstück seines Anlagestils dar: „Die Gesamtrendite eines Mischportfolios bestimmt sich über einen mehrjährigen Zeitraum zu 90 Prozent über die richtige Asset Allocation“, erklärt Pesarini. 

„Bei meinen Anlageentscheidungen beachte ich einerseits die ökonomischen Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft und andererseits die psychologische Verfassung der Kapitalmärkte“, so der Fondsmanager weiter. Ihn interessieren vor allem die Konjunkturzyklen und die Liquidität an der Börse sowie das gesamte politische Umfeld eines Marktes. „Daraus leitet sich die Entwicklung der Anlageklassen in den nächsten sechs bis neun Monaten ab.“ 

Mit dieser Anlagestrategie will Pesarini jährlich eine Rendite von 5 bis 10 Prozent erreichen. In den vergangen fünf Jahren übertraf er seine Zielrendite deutlich (im Schnitt plus 11,6 Prozent pro Jahr). Er erzielte eine Wertsteigerung von insgesamt 72,6 Prozent - mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt der 234 Produkte der Kategorie Mischfonds Euro ausgewogen (33,5 Prozent) bei Morningstar. Von der Rating-Agentur erhält der Fonds dafür die Topnote von fünf Sternen. 

Auch in den vergangenen drei Jahres entwickelte sich der Fonds mit einem Wertzuwachs von 23,1 Prozent deutlich besser als seine Vergleichsgruppe (13,8 Prozent). Auf Jahressicht liegt aber auch Pesarinis Portfolio mit 5,3 Prozent im Minus. Damit übertrifft er den Branchendurchschnitt allerdings um 1,1 Prozentpunkte. 

Der Ausgabeaufschlag beträgt 3 Prozent, die jährliche Verwaltungsgebühr 1,5 Prozent. Außerdem wird eine 20-prozentige Erfolgsgebühr auf die Fondsrendite oberhalb von 5 Prozent fällig. Bedingung: Der Fondswert erreicht einen neuen Rekordstand.

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