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EU-Regulierung Warum Mifid II die ETF-Nachfrage pusht

Gebäude der Europäischen Kommission: Brüssel will die Finanzmärkte im europäischen Binnenmarkt harmonisieren.
Gebäude der Europäischen Kommission: Brüssel will die Finanzmärkte im europäischen Binnenmarkt harmonisieren. | Foto: Fluke / pixelio.de
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Jürgen Blumberg, Invesco

Die seit Jahresbeginn EU-weit in Kraft getretene Reform der Markets in Financial Instruments Directive (Mifid) hat enorme Auswirkungen auf den Markt für Exchange Traded Funds (ETFs) in Europa. Darin sind sich die 57 institutionellen und erfahrenen privaten Investoren einig, die an einer aktuellen Umfrage der US-Fondsgesellschaft Invesco teilgenommen haben.

Den befragten Profianlegern zufolge sind die passiv gemanagten Indexfolger Profiteure des neuen Regelwerks, das die Markttransparenz erhöhen und den Anlegerschutz stärken soll. Rund 63 Prozent der Umfrageteilnehmer zeigen sich überzeugt, dass das in europäischen ETFs verwaltete Vermögen noch in diesem Jahr die Marke von 1 Billion US-Dollar übersteigen wird.

Pensionskassen als Haupttreiber

Vorangetrieben werde das ETF-Wachstum vor allem von den Pensionskassen: 61 Prozent der Befragten meinen, dass diese die neuen Regelungen am ehesten zum Anlass für Umschichtungen in ETFs nehmen werden. An zweiter Stelle stehen die Versicherungsgesellschaften (39 Prozent), gefolgt von Investmentvehikeln wie Multi-Asset-Fonds (39) und Hedgefonds (32).

 

Als wichtigsten Grund für die infolge der Mifid-Reform erwarteten höheren Zuflüsse in die börsengehandelten Indexfonds nennen 72 Prozent der Befragten die niedrigen Kosten beziehungsweise Verwaltungsgebühren. Zweitwichtigster Grund ist die Liquidität (39 Prozent), gefolgt von einer effizienten Branchen- beziehungsweise Asset-Allokation (26 Prozent).

„Mifid II fördert das Wachstum der ETF-Industrie durch umfangreiche Reporting- und Informationspflichten“, kommentiert Jürgen Blumberg, Leiter Kapitalmarkt für das ETF-Geschäft von Invesco in der EMEA-Region. „Das hat institutionellen Investoren wie Pensionsfonds ihre Sorgen bezüglich Transparenz und Preisgestaltung dieser Produkte genommen.“

Das änderte sich durch Mifid II

Anleger müssen seit dem 3. Januar die Kosten eines Finanzprodukts beziehungsweise einer Wertpapierdienstleistung vorab in Euro und Cent über erfahren. Bei Investmentfonds werden zum Beispiel auch Transaktionskosten von Käufen und Verkäufen auf der Fondsebene in die Produktkosten eingerechnet.

Dass die somit erhöhte Kostentransparenz beim Handel von Fonds die Chancen passiver Strategien verbessern dürften, erwartet auch Heike Fürpaß-Peter, Vertriebschefin Lyxor Asset Management in Deutschland und Österreich. Laut dem Leiter des ETF Geschäfts bei der französischen Fondsgesellschaft, Arnaud Llinas, sind viele Anleger insbesondere an kostengünstigen Basis-ETFs als Grundstein ihrer Portfolios interessiert.

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