Rentenfonds erfreuen sich wieder größerer Beliebtheit. Der Hintergrund ist vergleichsweise simpel – nach einer langjährigen Durststecke mit niedrigen, bisweilen negativen Zinsen, gibt es seit dem Jahr 2022 an den Rentenmärkten wieder Geld zu verdienen. Wir stellen Ihnen heute eine Strategie vor, welche primär auf europäische Investmentgrade Anleihen setzt: den Goyer & Göppel Zins-Invest Alpha Universal.
Das Unternehmen
Goyer & Göppel ist ein traditionsreiches, unabhängiges Bankhaus mit Sitz in Hamburg und arbeitet seit vielen Jahren als auf Vermögensverwaltung spezialisierte Privatkundenbank. Das Haus steht für individuelle Betreuung, eine konservative, wertorientierte Anlagephilosophie und langfristige Kundenbeziehungen. Über die Zeit hat sich eine ausgeprägte Expertise im Zins- und Rentenbereich entwickelt.
Parallel dazu wurde die strategische Zusammenarbeit mit Portfolioalpha aufgebaut. Portfolioalpha, bestehend aus Portfolioalpha Consulting und Portfolioalpha Capital, ist auf institutionelle und semi-institutionelle Investoren spezialisiert. Das Haus betreut Rentenmandate, strukturiert und vermittelt Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und bietet Lösungen im Bereich strukturierter Zinsprodukte sowie strategische Beratung bei Zins- und Treasuryfragen.
In dieser Konstellation bringt Goyer & Göppel die Privatbank- und Vermögensverwaltungs-DNA, Portfolioalpha die tiefe institutionelle Zins- und Kreditkompetenz ein. Gemeinsam entsteht so eine Kombination aus Privatbankstabilität und institutioneller Produkt- und Prozesskompetenz.
Die besondere Stärke des Verbunds aus Goyer & Göppel und Portfolioalpha liegt in der Verbindung zweier Welten: Auf der einen Seite die Vermögensverwaltungs- und Privatbankperspektive mit Fokus auf Stabilität, Transparenz und Kundennähe, auf der anderen Seite die institutionelle Zins- und Kreditkompetenz mit tiefem Verständnis für Kreditmärkte, regulatorische Rahmenbedingungen und strukturierte Zinsprodukte. Der Schwerpunkt liegt klar auf Zinsstrategien, insbesondere Euro-Renten, Unternehmens- und Finanzanleihen sowie kreditnahen Lösungen.
Die Macher
Der Fonds wird seit dem Start im Juli 2015 vom identischen Portfolioteam um Stefan Maiwald (Portfolioalpha) und Andreas Nowatzki (Goyer & Göppel) verantwortet. Beide verfügen über eine langjährige Historie im Zins-, Kredit-, Kapitalmarkt- und Privatkundengeschäft.
Ihre Expertise umfasst insbesondere das Management institutioneller Euro-Rentenmandate, die detaillierte Kreditanalyse von Unternehmens- und Finanzanleihen, die Strukturierung und Begleitung von Schuldscheindarlehen sowie die Beratung institutioneller Kunden in Zins- und Kreditstrategien. Dieses breite Erfahrungsspektrum bildet das Fundament des heutigen Investmentprozesses.
Der Fonds wird bewusst als Teamprodukt verstanden. Zwar sind mit Maiwald und Nowatzki klar benannte Verantwortliche vorhanden, die strategischen Anlageentscheidungen werden jedoch im Rahmen eines Anlageausschusses vorbereitet und abgestimmt. Research, Risikoanalyse und Portfoliosteuerung sind arbeitsteilig organisiert. Zusätzlich fließt die institutionelle Zins- und Kreditanalyse von Portfolioalpha in den Prozess ein. Der Fonds ist somit keine „One-Man-Show“, sondern das Ergebnis eines strukturierten Teamansatzes mit klar definierten Rollen.
Die Idee
Der Fonds entstand vor dem Hintergrund des langjährigen Niedrigzinsumfelds, in dem klassische Staatsanleihen kaum noch positive Realrenditen boten. Ziel war es, einen aktiven Euro-Rentenfonds zu konzipieren, der auf einer soliden Basis aus qualitativ hochwertigen Unternehmens- und Finanzanleihen aufbaut, selektiv Renditepotenzial im oberen Sub-Investment-Grade-Bereich (vor allem BB) nutzt und zugleich ein kontrolliertes Risiko- und Drawdown-Profil wahrt.
An der Ausgestaltung waren sowohl das Portfoliomanagement von Goyer & Göppel als auch die institutionell geprägte Zins- und Kreditkompetenz von Portfolioalpha beteiligt. Für die Leistungen wurde der Fonds bereits mehrfach auszeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Fondspreis 2025 und 2026. Zudem wird der Fonds seitens der Ratingagenturen mit Höchstnoten bedacht.





Die Philosophie
Der Goyer & Göppel Zins-Invest Alpha Universal ist ein aktiver Euro-Rentenfonds mit deutlichem Fokus auf Kredit. Ziel ist es, eine attraktive laufende Verzinsung zu erwirtschaften, ein moderates Zins- und Spreadrisiko zu halten und ein defensives Drawdownprofil sicherzustellen.
Die Wertschöpfung erfolgt überwiegend über sorgfältig ausgewählte Unternehmens- und Finanzanleihen, ergänzt um ausgewählte Staatsanleihen und staatsnahe Emittenten. Der Fonds ist eindeutig kreditgetrieben und nicht auf aggressive Durationswetten ausgerichtet. Der Fonds verfolgt dabei das Ziel, über einen mehrjährigen Anlagehorizont eine attraktive Mehrrendite gegenüber klassischen Euro-Staatsanleihen zu erwirtschaften, bei kontrollierten Drawdowns und moderater Volatilität.
Es wird bewusst keine starre numerische Zielrendite kommuniziert, da sich das Renditeniveau in einem veränderten Zinsumfeld dynamisch entwickelt. Operativ orientiert man sich an einer Einstandsrendite und Portfoliorendite, die im aktuellen Umfeld deutlich über den Niveaus der Nullzinsphase liegen, sowie an einer moderat gehaltenen Duration und einem risikobewussten Rating-Mix. Das Management erfolgt ohne jegliche Bindung an eine Benchmark.
Das Anlageuniversum
Das Anlageuniversum umfasst in erster Linie Euro-denominierte Unternehmens- und Finanzanleihen sowie ausgewählte Staats- und staatsnahe Emittenten, mit klarem Schwerpunkt auf Westeuropa. Nicht-Euro-Währungen, insbesondere US-Dollar, werden nur selektiv und in begrenztem Umfang eingesetzt.
Sektorenseitig liegt der Fokus auf Corporates und Financials, wobei sowohl Senior- als auch nachrangige Strukturen (zum Beispiel Tier-2-Anleihen, hybride Kapitalinstrumente) genutzt werden, wenn das Chance-Risiko-Profil überzeugt.
Der Einsatz von Derivaten ist prinzipiell möglich, wird in der Praxis aber sehr zurückhaltend genutzt. Der Schwerpunkt des Fonds liegt klar auf Kasseanleihen. Zins- oder Währungsderivate werden nicht eingesetzt. Die Kassequote wird aktiv gesteuert und bewegt sich typischerweise im niedrigen einstelligen Prozentbereich, kann in Stressphasen aber vorübergehend erhöht werden, um Flexibilität für Opportunitäten zu schaffen.
Abgrenzung zum Wettbewerb
Der Fonds positioniert sich bewusst zwischen klassischen Euro-Investment-Grade-Staats- beziehungsweise Unternehmensanleihefonds und reinen High-Yield-Strategien. Der USP liegt in der Kombination aus qualitativ hochwertigem Kernportfolio, selektivem BB-Overlay, ausgeprägter Expertise im Finanzsektor und einem klar kreditgetriebenen, benchmarkfreien Ansatz.
Hinzu kommt die Verbindung einer auf Vermögensverwaltung spezialisierten Privatbank mit der institutionellen Zins- und Kreditkompetenz von Portfolioalpha.





Der Prozess
Der Investmentprozess ist im Kern Bottom-up getrieben, eingebettet in einen klar definierten Top-down-Rahmen. Top-down werden Risikobudgets für Zins- und Spreadrisiken sowie Duration, Spread-Duration, Ratingmix und Sektorgewichte festgelegt.
Bottom-up erfolgt die Emittenten- und Titelauswahl auf Basis detaillierter Fundamentalanalysen, Bewertung und Strukturmerkmale der einzelnen Anleihen. Das Management greift auf ein breites Spektrum an Researchquellen zurück: interne Kredit- und Spreadanalyse bei Portfolioalpha, Unternehmensberichte, Präsentationen und Roadshows, das Research von Investmentbanken und unabhängigen Analysehäusern sowie auf die Risikoreports und Kennzahlen der KVG. Relative-Value-Analysen, historische Spreadverläufe und Szenario-Betrachtungen fließen in die Entscheidungsfindung ein.
Der Ansatz ist überwiegend diskretionär, wird aber durch quantitative Analysen unterstützt. Quantitative Kennzahlen wie Duration, Spread Duration, OAS, Restlaufzeiten und Ratingverteilungen dienen der Steuerung auf Portfolioebene, während Emittentenauswahl, Timing und Positionsgrößen diskretionär im Anlageausschuss festgelegt werden.
Kriterien & Grenzen
Zu den zentralen Kriterien der Titelauswahl zählen Bilanzqualität und Cashflow-Stabilität, die Positionierung in der Kapitalstruktur (Senior, Nachrang, Hybrid), Strukturmerkmale (Call-Profile, Kuponmechanik, Covenants), relative Bewertung ge-genüber Vergleichsemittenten und -segmenten, Liquidität im Sekundärmarkt sowie ESG-relevante Aspekte. Titel, die diesen Anforderungen nicht gerecht werden, werden konsequent gemieden.
Es bestehen klare Grenzen für Einzelpositionen, Emittenten, Sektoren, Länder und Währungen, um Klumpenrisiken zu vermeiden. In der Praxis liegen Einzelpositionen deutlich unter 3 Prozent des Fondsvolumens, die größte Position macht typischerweise rund 2 bis 2,5 Prozent aus. Dadurch wird eine breite Diversifikation sichergestellt.
Der Fonds ist als Euro-Fonds konzipiert. Fremdwährungsengagements – primär in US-Dollar – werden nur in geringem Umfang eingegangen. Die Steuerung dieser Exposures erfolgt opportunistisch; aufgrund des niedrigen Anteils sind die Auswirkungen auf das Gesamtportfoliorisiko begrenzt.
Kauf & Verkauf
Neue Positionen werden in der Regel sukzessive aufgebaut, insbesondere in weniger liquiden Titeln oder in volatilen Marktphasen. Bei Neuemissionen mit klar attraktivem Chance-Risiko-Profil kann eine größere Startallokation erfolgen, die später durch Zukäufe oder Teilverkäufe feinjustiert wird.
Ein Verkauf wird unter anderem ausgelöst durch eine Verschlechterung der Fundamentaldaten, eine unerwartete Änderung der Kapitalstruktur, das Erreichen oder Übertreffen des bewertungsbasierten Zielspreads, das Auftreten attraktiverer Alter-nativen oder durch Liquiditäts- und Risikoüberlegungen in Stressphasen.
Ziel ist es, nicht prozyklisch unter Druck zu reagieren, sondern vorausschauend und diszipliniert zu agieren. Das Portfolio wird täglich überwacht. Formelle Anlageausschusssitzungen finden in regelmäßigen Abständen statt und werden bei Bedarf ad hoc einberufen, etwa in Phasen erhöhter Marktvolatilität oder bei emittentenspezifischen Ereignissen.
Das Risikomanagement
Das Risikomanagement basiert auf mehreren Ebenen: laufende Überwachung wesentlicher Kennzahlen im Portfoliomanagement, unabhängiges Risikocontrolling der KVG, regelmäßige Stresstests und Szenarioanalysen, ein konsequentes Liquiditätsmanagement sowie definierte Anlagegrenzen. Ziel ist es, kein einzelnes Risiko dominieren zu lassen, sondern einen ausgewogenen Mix aus Zins-, Kredit- und Liquiditätsrisiken im Einklang mit dem Profil eines aktiven Euro-Rentenfonds zu halten.
Die Performance
Seit Auflage im Juli 2015 ist der Fonds sehr erfolgreich unterwegs und lässt die Vergleichsgruppe deutlich hinter sich. Im Chart ist deutlich zu erkennen, welchen Mehrwert die Strategie zur Vergleichsgruppe erwirtschaftet hat. Was als Performance-Treiber verantwortlich war, erklärt Fondsmanager Maiwald wie folgt: „Die Wertentwicklung des Fonds wurde in den vergangenen Jahren vor allem durch die laufende Verzinsung (Carry) aus einem attraktiv verzinsten Anleiheportfolio, die gezielte Übergewichtung von Unternehmens- und Finanzanleihen, selektive Engagements im BB-Segment sowie ein aktives Management von Duration und Spread-Duration bestimmt. Der Fonds konzentriert sich auf Emittenten mit robusten Geschäftsmodellen und soliden Bi-lanzen und nutzt Marktvolatilität, um relative Bewertungschancen zu realisieren.“
- Sektor: Rentenfonds gemischt Investment Grade Europa Euro
- Auflegung: 13.07.2015
- Ertragsverwendung: ausschüttend
- Fondsgesellschaft: Universal Investment
- ISIN: DE000A14N8L8
- Max. Ausgabeaufschlag: 2,50%
- Maximal Drawdown seit Auflage: 17,27%
- Performance YTD: -0,55%
- Performance 1 Jahr: 3,30%
- Performance 3 Jahre: 26,94%
- Performance 5 Jahre: 19,78%
- Performance 10 Jahre: 50,60%
- Sharpe Ratio 3 Jahre: 1,59
- Sum. lfd. Kosten: 1,30%
- Volatilität 3 Jahre: 3,22%
- Volumen in Mio. EUR: 62

