Euroaktien mit Kapitalschutz und 7-Prozent-Kupon

//

Angesichts schwächelnder Börsen und skeptischer Konjunkturprognosen sind aktuell vor allem zwei Dinge gefragt: Produkte mit 100-prozentigen Kapitalschutz und festverzinsliche Anlagen. Warum nicht gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, dachte sich HSBC bei der mittlerweile vierten Auflage der Fix & Win Anleihe (WKN: TB1TGB). Das Produkt kombiniert eine unbegrenzte Partizipation an steigenden Notierungen des Euro Stoxx 50, eine attraktive Kuponzahlung von 7 Prozent und das Ganze mit 100 Prozent Kapitalgarantie. 

Zu schön um war zu sein? Bei genauerem Hinsehen schon. Denn nur die Garantie, nicht jedoch die Teilhabe an steigenden Aktienkursen und die Zinszahlung gelten für den gesamten Anlagebetrag pro Anteilsschein von 200 Euro. Beim Kauf des Zertifikates wandern nur 50 Prozent des Nennwerts, also 100 Euro, in die Aktienkomponente. Sie wachsen sechs Jahre lang bis zum 3. September 2014 eins zu eins mit steigenden Kursen des Euro-Index. Die anderen 100 Euro bekommen Anleger bereits nach dem ersten Laufzeitjahr am 3. September 2009 zusammen mit einem fixen Zinsbetrag von 7 Euro (7 Prozent) zurückbezahlt. 

Im Prinzip handelt es sich bei dem Papier also um ein klassisches Garantiezertifikat, bei dem man als Anhängsel für 12 Monate eine Festgeldanlage mit 7-prozentiger Verzinsung dazubekommt. Klar ist, der Kupon übersteigt die marktüblichen Festgeldrenditen bei weitem und wertet demnach das gesamte Papier auf. Für sich betrachtet ist die Aktien-Garantiekomponente mit 100 Prozent Partizipation, einer vierteljährlichen Durchschnittsbildung und sechs Jahren Laufzeit jedoch nur bedingt konkurrenzfähig. 

So startete vor einem Monat ein reines Garantieprodukt (WKN: MS5DHZ) von Morgan Stanley, das bei nur fünf Jahren Laufzeit eine Partizipation von 109 Prozent an der endfälligen Entwicklung des Stoxx 50 bietet. Eine endfällige vom Start- zum Schlusskurs gemessene Performance übersteigt eine Renditemessung nach Durchschnittsbildung in den meisten Fällen, ist jedoch für den Emittenten und somit für den Anleger in der Regel mit höheren Kosten und somit mit einer geringen Partizipationsrate verbunden. Im vorliegenden Fall spiegelt sich diese Faustregel nicht wider. Das Papier von Morgan Stanley bietet an höhere Teilhabe an steigenden Kurse, und das obwohl es obendrein eine 12 Monate kürzere Laufzeit aufweist. 

Mit Blick auf das Emittenten-Rating kann hingegen das Papier von HSBC punkten. Mit einer besseren Bonitätseinschätzung ist die Ausfallgefahr hier etwas geringer. Insgesamt sollten Anleger das Produkt jedoch nur kaufen, wenn auch die einjährige festverzinsliche Komponente in das aktuelle Vermögenskonzept passt. Steht derzeit keine Festgeldanlage auf dem Investment-Einkaufszettel sollte die höhere Partizipation und somit das Zertifikat von Morgan Stanley gewählt werden.