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Europa-Aktien Stehen Value-Investments vor der Renaissance?

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Auch die relativen Sektorbewertungen weisen laut Stroh auf interessante Perspektiven für den Value-Anlagestil hin. Derzeit zeigt sich der Markt bei einer Reihe von Sektoren eher pessimistisch, was das langfristige Ertragswachstum angeht und projiziert enttäuschende Gewinntrends ungerechtfertigterweise in die Zukunft: So wird beispielsweise für die nächsten zehn Jahre ein Ergebnisrückgang von vier Prozent jährlich für die Automobilindustrie, von 2 Prozent für die Versicherungsbranche und von einem Prozent pro Jahr für den Bankensektor impliziert.

„Diese Sektoren sollten in den nächsten Monaten durch das insgesamt positive globale Wachstum Rückenwind erhalten“, so Stroh. Zudem müsse auch der makroökonomische Regimewechsel berücksichtigt werden, der sich derzeit abzeichnet. „In den letzten fünf Jahren haben sich angesichts fallender Zinssätze und sinkender Inflationsraten anleiheähnliche Aktien überdurchschnittlich entwickelt. Diese sind nun extrem teuer und es zeichnet sich eine Rotation von diesen Werten zu Sektoren ab, die dem Value-Stil zuzuordnen sind.“

Steigende Inflation gibt Rückenwind

Stroh führt ein weiteres Argument für Substanzwerte an: „Historisch betrachtet hat der Value-Anlagestil in Zeiten steigender Inflation stets eine Outperformance erzielt. Diese Wechselwirkung sollte auch weiterhin Gültigkeit besitzen.“ Da es sich auf Stilebene bei Substanzaktien um Anlagen mit kürzerer Duration handelt, reagieren Growth-Aktien mit höherer Duration sensibler, da ihre Cashflows weiter in der Zukunft liegen.

„Mit dem nun wieder steiler werdenden Verlauf der Zinsstrukturkurve kommt es daher zu einer verstärkten Abzinsung der Cashflows von Wachstumsaktien, weshalb eine Outperformance von Value-Aktien zu erwarten sein dürfte.“

Karsten Stroh hat gemeinsam mit den Fondsmanagern des Europe Strategic Value Funds von J.P. Morgan Asset Management, Michael Barakos und Ian Butler, ein „Investment Insight“ herausgegeben, das die aktuelle Renaissance der Value-Titel in Europa detailliert untersucht.

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