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Europa-Chef der Capital Group Hamish Forsyth bei der Eröffnung des Frankfurter Büros der Gesellschaft.  | © Capital Group

Europa-Chef der Capital Group

„Diese Geschäftsfelder wollen wir in Deutschland ausbauen“

DAS INVESTMENT: In jüngster Zeit hat sich der US-Aktienmarkt deutlich besser entwickelt als der europäische. Welche Entwicklung erwarten Sie für die Zukunft?

Hamish Forsyth: Die USA haben nach wie vor eine ordentliche Wirtschaftsleistung. Sie wächst jährlich um rund zwei Prozent. Unter der Bedingung, dass China und die USA einen offenen Handelskrieg verhindern können, gehen wir davon aus, dass US-amerikanische Aktien bis zum Jahresende noch einen zweistelligen Gewinn aufweisen werden – zumal die Fed den Eindruck vermittelt, die Wirtschaft durch eine expansivere Geldpolitik vorantreiben zu wollen. Doch auch wenn die USA der dominante Aktienmarkt bleiben, lohnt es sich, auch Chancen in Europa in Betracht zu ziehen. Dort sind ebenfalls gute Unternehmen mit attraktiven Dividenden ansässig. Insbesondere in den Branchen Technologie und Healthcare.

Würden Sie Anlegern aktuell also verstärkt zu Investments in Europa raten?

Forsyth: Unsere allgemeinen Aussichten bezüglich des europäischen Aktienmarktes sind positiv. Grund dafür ist nicht zuletzt die Finanzpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Zumindest für das laufende Jahr gehen wir davon aus, dass die negativen Zinsen Bestand haben werden – die letzten Entscheidungen der EZB haben diesen Eindruck zusätzlich weiter bestärkt. Steuersenkungen und höhere Staatsausgaben unterstützen außerdem Konsum und Unternehmensinvestitionen in Europa. Insgesamt sind viele Aktien derzeit niedrig bewertet, was für gute Opportunitäten aus  Investorensicht spricht.

Welche wichtigen Trends sehen Sie in den USA, die in Kürze in Europa eintreten werden?

Forsyth: In Amerika gibt es viele Möglichkeiten zur Vermögensberatung. Diese wird von einem großen Teil der Bevölkerung genutzt. In Europa hingegen schrumpft die Branche und besteht mittlerweile nur noch aus einer kleinen Gruppe von Fachleuten. Es bräuchte ein Beratungsmodell, das mehr Menschen in Europa erreicht. Die Einstellung der Europäer gegenüber Investments ist aber auch eine grundlegend andere als die der Amerikaner. Es gibt allerdings auch das umgekehrte Phänomen.

Was meinen Sie genau?

Forsyth: Europäische Trends haben in einer zunehmend globalisierten Welt auch einen immer stärkeren Einfluss auf die US-Trends. Die europäische Regulierung Mifid II beispielweise hat sich weltweit auf den Sektor der Vermögensverwaltung ausgewirkt. Unternehmen in Europa mussten die Art und Weise ändern, wie sie Investment-Research von Drittanbietern bezahlen. Als globaler Vermögensverwalter hat Capital Group zu Beginn dieses Jahres beschlossen, die Kosten für das gesamte Drittanbieter-Research weltweit selbst zu tragen. Es gibt auch bereits einige andere globale Unternehmen, die einen ähnlichen Ansatz verfolgen. Das zeigt die weitreichenden Auswirkungen, die europäische Vorschriften unserer Meinung nach bei der Ausgestaltung des globalen Sektors haben können.

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