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August-Rating von Scope Europafonds von DWS und JP Morgan werden erstmals mit Bestnote bewertet

Fonds im Fokus
Fonds im Fokus: Scope hat im August die Ratings von 6.700 Fonds angepasst und nimmt Europafonds ins Visier. | Foto: Sven Stoll mit Canva

Rund 6.700 Fonds haben die Analysten von Scope in den vergangenen Wochen erneut unter die Lupe genommen. Bei knapp 600 Fonds hat sich das Rating verändert. Dabei wurden 291 Fonds heraufgestuft, bei 280 Fonds verschlechterte sich das Rating.

Potenzial genutzt: DWS European Opportunities setzt auf Qualitätswachstum und Turnaround-Chancen

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

Eine Premiere gab es für zwei Europafonds von DWS und J.P. Morgan. Sie erhielten erstmals in ihrer Geschichte die Bestnote, wie die Berliner Fondsrating-Agentur mitteilte. Der DWS European Opportunities investiert in europäische Unternehmen mit mittlerer und niedriger Marktkapitalisierung. Fondsmanager Philipp Schweneke fährt auf zwei Schienen. Bei der Aktienauswahl sucht er zum einen nach Qualitätswachstum zu vernünftigen Preisen und zum anderen nach Unternehmen, die vor einem Turnaround stehen.

Bei Turnaround-Titeln besteht die Chance, dass Ereignisse wie Managementwechsel, Konsolidierung oder auch politische Vorgaben zu höheren Umsätzen und damit zu einer Neubewertung der Aktien führen. Ein solches Ereignis sei beispielsweise die Repower EU-Initiative der Europäischen Kommission, die das Geschäft einiger Unternehmen beflügeln werde, heißt es aus dem Managementteam. Die Bestnote basiert insbesondere auf der hervorragenden Wertentwicklung innerhalb der Vergleichsgruppe Aktien Europa Mid & Small Caps, während die Risikokennzahlen im Vergleich zu anderen Portfolios des Sektors eher gemischt ausfallen. Über fünf Jahre beträgt das Plus 26 Prozent, während der Sektor nur 13 Prozent zulegen konnte.

Die positive Entwicklung führen die Manager vor allem darauf zurück, dass sich viele Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung als zu negativ erwiesen haben. Bereits im Sommer vergangenen Jahres habe man sich darauf eingestellt, dass die Inflation ihren Höhepunkt erreicht habe und das Geld bei den Konsumenten wieder lockerer sitze. Deshalb wurde das Engagement in Konsumtiteln erhöht, das derzeit ein Viertel des Portfolios ausmacht. So sind der dänische Schmuckhersteller Pandora mit 3 Prozent, der Lebensmittelhersteller Tate & Lyle mit 2,7 Prozent und der Discounter B&M mit 2,4 Prozent hoch gewichtet. Die geografischen Schwerpunkte liegen in Frankreich (14,5 Prozent), Deutschland (13,6 Prozent) und Italien (10,3 Prozent). Der Fonds ist bereits seit Juli 1985 auf dem Markt und gehört damit zu den echten Klassikern. Derzeit haben ihm Anleger fast 1,5 Milliarden Euro anvertraut.

 

Aufstieg in die Spitzenklasse: JPM Europe Select Fonds erreicht A-Rating

Quelle Fondsdaten: FWW 2024

Auch für den JPM Europe Select Equity ist das A-Rating ein Novum. Zuvor war der von Rajesh Tanna und Timothy Lewis gemanagte Fonds ein Jahr lang mit B bewertet worden. Auch hier war die überdurchschnittliche Wertentwicklung gegenüber der Vergleichsgruppe Aktien Europa der Grund für die Hochstufung. Der Fonds setzt auf europäische Standardwerte, die das Fondsmanagement mithilfe eines fundamentalen Investmentansatzes auswählt.

Die größten Positionen sind derzeit Nestlé mit 5,7 Prozent, ASML mit 4,8 Prozent und LVMH mit 4,7 Prozent, wobei die meisten Titel aus Großbritannien (24,3 Prozent) und Frankreich (18,1 Prozent) stammen. Über fünf Jahre erzielte der Fonds ein Plus von 34 Prozent, während der Vergleichssektor Aktienfonds All Cap Europa nur 20 Prozent zulegte. Im laufenden Jahr beträgt das Plus 9,7 Prozent. Seine Risikokennziffern liegen insgesamt im Mittelfeld. Die Analysten von Scope weisen darauf hin, dass der Fonds mit laufenden Kosten von 1,71 Prozent für ein Core-Investment überdurchschnittlich teuer ist. Ein Ausweg aus dem Kostendilemma wäre die Wahl der günstigen C-Tranche des Fonds. Zumindest auf Fondsplattformen sind institutionelle Anteilsklassen immer häufiger anzutreffen. Im direkten Vergleich schneidet diese seit April 2007 um 30 Prozent besser ab als die mit Provisionen belastete Retail-Tranche (siehe Chart).

Die zehn größten Downgrades im August:

Die zehn größten Downgrades / Stand
Die zehn größten Downgrades / Stand: 18. August 2023 © Scope Analysis

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