Long/Short-Aktienstrategien mit Schwerpunkt Europa und einem Long-Bias verbinden die Renditechancen europäischer Aktienmärkte mit der Möglichkeit, über Short-Positionen Risiken zu reduzieren und zusätzliche Ertragsquellen zu erschließen.

Im Gegensatz zu klassischen Long-Only-Aktienfonds, die ausschließlich auf steigende Kurse setzen, können Long/Short-Fonds sowohl von steigenden als auch von fallenden Aktienkursen profitieren. Bei einem Long-Bias überwiegt dabei der Anteil der Long-Positionen, sodass die Fonds grundsätzlich an positiven Marktphasen partizipieren, gleichzeitig jedoch versuchen, die Auswirkungen schwächerer Börsenphasen abzumildern und davon zu profitieren.

Das Anlageziel

Das zentrale Ziel dieser Anlageklasse besteht darin, ein attraktives risikoadjustiertes Renditeprofil zu erzielen. Durch die Kombination von Long- und Short-Positionen soll die Abhängigkeit von der allgemeinen Marktentwicklung reduziert werden. Während Long-Positionen auf Unternehmen mit positiven Fundamentaldaten und attraktiven Wachstumsperspektiven ausgerichtet sind, dienen Short-Positionen häufig dazu, strukturell schwächere Unternehmen, überbewertete Geschäftsmodelle oder branchenspezifische Risiken auszunutzen. Gleichzeitig können Short-Positionen auch als Absicherung gegen allgemeine Marktrisiken oder einzelne Portfoliopositionen eingesetzt werden.

Niedrigere Schwankungen

Gerade in einem Marktumfeld mit erhöhten Schwankungen oder unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können Long/Short-Fonds ihre Stärken ausspielen. Die Möglichkeit, das Nettoaktienexposure flexibel zu steuern, erlaubt es dem Fondsmanagement, auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. Dadurch weisen viele Strategien langfristig eine geringere Volatilität und oftmals niedrigere maximale Drawdowns auf als klassische europäische Aktienfonds. Für Investoren kann dies in schwierigen Börsenjahren einen erheblichen Mehrwert darstellen und die Nerven schonen.

Generieren von Alpha

Ein weiterer Vorteil liegt in der zusätzlichen Renditequelle des sogenannten Alpha-Generierens. Während Long-Only-Fonds häufig stark von der allgemeinen Marktentwicklung abhängig sind, können Long/Short-Manager Mehrwert durch die relative Entwicklung einzelner Unternehmen erzielen. Entscheidend ist dabei weniger die absolute Richtung des Gesamtmarktes als vielmehr die Fähigkeit des Managements, Gewinner und Verlierer innerhalb des Anlageuniversums korrekt zu identifizieren. Gerade erfahrene Fondsmanager mit einem disziplinierten fundamentalen Research-Prozess können dadurch langfristig attraktive risikobereinigte Erträge erwirtschaften.

Die Herausforderungen

Den Vorteilen stehen jedoch auch einige Herausforderungen gegenüber. Long/Short-Strategien sind deutlich komplexer als traditionelle Aktienfonds. Der Einsatz von Leerverkäufen, Derivaten und Absicherungsinstrumenten erhöht die Anforderungen an das Portfoliomanagement erheblich. Fehler bei der Titelselektion auf der Long- oder Short-Seite können sich unmittelbar negativ auf die Wertentwicklung auswirken. Zudem verursachen Short-Positionen Finanzierungskosten und Transaktionskosten, sodass die Gesamtkostenquote häufig über der vergleichbarer Long-Only-Fonds liegt.

Long/Short als Renditebremse

Ein weiterer Punkt ist, dass Long/Short-Fonds in stark steigenden Aktienmärkten oftmals hinter klassischen Aktienfonds zurückbleiben. Die vorhandenen Absicherungen und Short-Positionen wirken in solchen Phasen als Renditebremse. Anleger „bezahlen“ somit gewissermaßen für den angestrebten Risikoschutz in schwächeren Marktphasen mit einer geringeren Partizipation an sehr starken Haussephasen. Der Mehrwert einer Long/Short-Strategie zeigt sich daher meist über einen vollständigen Marktzyklus und weniger in einzelnen Kalenderjahren.

Die Zielgruppe

Für Anleger eignen sich europäische Long/Short-Fonds mit Long-Bias insbesondere als Ergänzung eines breit diversifizierten Portfolios. Sie können dazu beitragen, die Schwankungsintensität eines Aktienportfolios zu reduzieren und gleichzeitig langfristig attraktive Renditen zu erzielen.

Besonders interessant sind sie für Investoren, die grundsätzlich an den europäischen Aktienmärkten partizipieren möchten, dabei jedoch Wert auf ein aktives Risikomanagement und eine geringere Abhängigkeit von der allgemeinen Marktentwicklung legen. Und auf attraktive Renditen muss man dabei nicht verzichten, ganz im Gegenteil, wie die nachfolgende Rangliste verdeutlicht.

Wir haben uns angeschaut, welche Strategiefonds Aktien-Strategie Equity L/S Long Bias Europa in den letzten drei Jahren am besten abgeschnitten haben. Hier sind die Top Ten:

Platz 10: EdR Sicav Equity Euro Solve

  • Sektor: Strategiefonds Aktien-Strategie Equity L/S Long Bias Europa
  • Auflegung: 10.01.2018
  • Ertragsverwendung: thesaurierend
  • Fondsgesellschaft: Edmond de Rothschild Asset Management
  • ISIN: FR0013307725
  • Performance YTD: 6,02%
  • Performance 1 Jahr: 11,67%
  • Performance 3 Jahre: 26,38%
  • Performance 5 Jahre: 32,33%
  • Performance 10 Jahre: -
  • Sharpe Ratio 3 Jahre: 0,79
  • TER: 1,02%
  • Volatilität 3 Jahre: 7,78%
  • Volumen in Mio. EUR: 136