Themen
TopThemen
Fonds
Fondsanalyse
Mediathek
Märkte
Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender Finanz-Charts Globale Märkte Krypto-Kurse (in Echtzeit) Währungen (in Echtzeit)
Uwe Zöllner, Manager des Franklin European Dividend Fund

Uwe Zöllner, Manager des Franklin European Dividend Fund

Europäische Aktien

„Dividendenstarke Titel werden wieder stärker in den Anlegerfokus rücken“

//
DAS INVESTMENT: Der europäische Aktienmarkt ist fantastisch ins neue Jahr gestartet. Welche Sektoren sind besonders gut gelaufen?

Uwe Zöllner: Im ersten Quartal sahen wir im Markt eine starke Performance von Sektoren wie Pharma oder zyklischem Konsum - und hier besonders von Autowerten. Sie profitieren von einem starken US-Dollar und einem verbesserten Konsumklima. Allerdings zählen diese Sektoren nicht unbedingt zu den dividendenstarken Sektoren. Wir denken aber, dass gerade im Gesundheitsbereich die erreichten Bewertungsniveaus das weitere Kurspotenzial begrenzen sollten.

Wie schnitten die Dividendenklassiker ab?

Zöllner: Ein typischerweise dividendenstarker Sektor wie die Versorger hinkte im ersten Quartal dem insgesamt extrem positiven Markt hinterher. Auch die Energiewerte litten in den ersten drei Monaten noch unter dem weiterhin schwachen Ölpreis. Hier sehen wir jedoch mittelfristig sehr gutes Potenzial. Die Unternehmen haben Investitionen in neue Ölvorkommen auf breiter Front gekürzt. Das sollte in den Folgejahren zu wieder anziehenden Ölpreisen führen. Deshalb haben wir zuletzt gerade bei den großen integrierten Ölwerten die Schwächephase verstärkt für Zukäufe genutzt.

Als dividendenorientierter Investor hatten Sie es also eher schwer?

Zöllner: Ein Sektor mit hohen Erträgen hat die Fondsperformance im ersten Quartal gut gestützt, nämlich der Finanzsektor. Hier ist der Fonds deutlich übergewichtet. Gerade der Bankensektor hat uns mit Namen wie Intesa und KBC sehr geholfen. Diese Unternehmen weisen eine solide, gut kapitalisierte Bilanz auf und sind im derzeitigen Umfeld geringen Wachstums in der Lage, hohe Dividenden auszuschütten. Auch Versicherungsgesellschaften wie Zurich und Mapfre haben zur guten Performance beigetragen, ebenso auch Spezialanbieter wie der italienische Vermögensverwalter Banca Generali. Wir sehen im Finanzbereich auch in den kommenden Monaten sehr gute Möglichkeiten, um gute Erträge mit attraktivem Kurspotenzial zu verbinden.

Könnte die anstehende Dividendensaison die Nachfrage nach dividendenstarken Titeln wieder stärker entfachen?

Zöllner: Insgesamt erwarten wir, dass die Euphorie bezüglich der Dollarstärke etwas an Momentum verliert und die Anleger sich wieder verstärkt den dividendenstarken Titeln zuwenden. Hier finden sich auch einige interessante Turnaround-Situationen im Finanz- und Energiebereich. Die anstehende Dividendensaison führt zu verstärkter Medienaufmerksamkeit. Allerdings sind positive Auswirkungen auf die Kurse von Aktien aus anstehenden Dividendenzahlungen nur vereinzelt zu beobachten und auch nicht nachhaltig. Als Investor sollte man nicht so sehr auf die aktuelle Dividende abstellen, sondern sich auf Unternehmen konzentrieren, die nachhaltig und auf Dauer gute Dividenden generieren können.

Wie stellen Sie den Fonds für den weiteren Jahresverlauf auf?

Zöllner:Wir sind für die europäischen Aktienmärkte vorsichtig optimistisch für 2015. Wir erwarten eine moderate Erholung des Wirtschaftswachstums, unterstützt durch eine expansive Geldpolitik der Notenbank, etwas höhere staatliche Ausgaben, einen schwächeren Euro und billigeres Öl. Bei sich verbesserndem Umsatzwachstum erwarten wir, dass die Aktienmärkte in Europa mindestens das Performanceniveau von 2014 erreichen werden. Allerdings rechnen wir mit höherer Volatilität und glauben, die Performance wird zwischen Sektoren und individuellen Ländern erheblich schwanken. Denn die Märkte unterliegen politischen Unsicherheiten und dem nach wie vor ungewissen Ausblick für die Weltwirtschaft insgesamt. Wir sind weiterhin überzeugt, dass die Einzeltitelauswahl von grundlegender Bedeutung für die Performance ist, da die Märkte wahrscheinlich keinem einzelnen, dominanten und alles bestimmenden Investmentthema folgen werden.

Mehr zum Thema
nach oben