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Europäische Aktien Franklin Templeton: Drei Strategien für Europa

Laut Franklin Templeton bieten Dividenden gerade in unruhigen Börsenzeiten ein gutes Sicherheitspolster. (Foto: Daniel Roland, Getty Images)
Laut Franklin Templeton bieten Dividenden gerade in unruhigen Börsenzeiten ein gutes Sicherheitspolster. (Foto: Daniel Roland, Getty Images)
Die amerikanische Fondsgesellschaft Franklin Templeton vereint mehrere Investmenthäuser mit unterschiedlichen Anlagestrategien unter ihrem Dach. Die Franklin Equity Group ist vor allem für einen wachstumsorientierten Anlagestil bekannt. Das in Frankfurt ansässige europäische Team der Gruppe achtet aber auch stark auf Bewertungen und mag Aktien abseits des Mainstreams. Die Templeton Global Equity Group verfolgt hingegen einen wertorientierten Anlagestil, den Templeton-Gründer Sir John Templeton prägte. Auf einen Deep-Value Ansatz setzt die Franklin Mutual Series Group. Alle drei haben Europa-Aktienfonds im Angebot, die unterschiedliche Anlegerinteressen ansprechen. Franklin European Dividend Fund: Stabilität und laufende Erträge

Aus dem Hause der Franklin Equity European Group stammt der Franklin European Dividend Fund. Das Fondsmanagement setzt auf Gesellschaften mit attraktiven und nachhaltigen Dividenden. Der Fonds eignet sich daher vor allem für Anleger, die regelmäßige Erträge erzielen wollen und nach etwas Stabilität an den Aktienmärkten suchen. „Die Dividende bietet gerade in unruhigen Börsenzeiten ein gutes Sicherheitspolster“, so Uwe Zöllner, der den Fonds managt und das achtköpfige Team der Franklin European Equity Group leitet. Er kauft nur Unternehmen, die mindestens eine Dividendenrendite bieten, die 10 Prozent über der des MSCI Europe liegt. Ende Juni lag die Dividendenrendite des Portfolios bei 4,4 Prozent, und damit 40 Prozent über der Index-Dividendenrendite – und noch viel deutlicher über der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, die zwischenzeitlich auf unter 1 Prozent gefallen ist. Allerdings ist die Dividendenrendite nicht das einzige Auswahlkriterium, und Zöllner verzichtet sogar gern auf die Spitzen-Ausschütter. Viel wichtiger ist ihm, dass die Unternehmen zusätzlich attraktiv bewertet sind. Daher sind nicht nur die großen, beliebten Standardwerte im Portfolio, sondern auch unbekanntere oder unpopuläre Titel wie der auf Emerging Markets spezialisierte Asset Manager Ashmore. 40 bis 60 Titel kommen insgesamt in den Fonds. Templeton European Fund: Breit gestreut und wertorientiert

Der Templeton European Fund wird im Sinne von Sir John Templeton gemanagt, dem Gründer der US-Gesellschaft Templeton, die 1992 mit Franklin fusionierte. Er eignet sich für Anleger, die in eine breit gestreute, wertorientierte Strategie investieren wollen. Value steht im Mittelpunkt des Fonds. Templetons Motto lautet: „Die besten Schnäppchen sind nicht die Aktien, deren Preise am stärksten gefallen sind, sondern die Aktien mit den niedrigsten Preisen in Relation zu möglichen Gewinnen in den kommenden Jahren.“ Ausschlaggebend für die Anlageentscheidung ist also die Bewertung des Unternehmens. Ein Faktor dafür ist beispielweise das normalisierte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KVG). Fondsmanagerin Heather Arnold sucht nach unterbewerteten Unternehmen, die auf lange Sicht Wachstumspotenzial aufweisen. Dabei ist sie durchaus bereit, Geduld zu zeigen, bis die Märkte den wahren Wert des Unternehmens erkennen. Obwohl die Bewertungskennziffern mit der Kursrally bereits gestiegen sind, findet das Templeton-Anlageteam immer noch zahlreiche attraktive europäische Unternehmen, die mit einem Abschlag gehandelt werden. Ende August lag das durchschnittliche KGV der Unternehmen im Fonds bei nur 7,3. Arnold investiert über alle Größenklassen und hat ein breit gestreutes Portfolio über derzeit knapp 90 Aktien. Franklin Mutual European Equities: Auf der Suche nach hohen Discounts

Für ausgeprägte Value-Fans, die mit einem langfristigen Anlagehorizont auf Unternehmen setzen wollen, die weit unter Wert gehandelt werden, bietet sich der Franklin Mutual European Equities Fund an. Manager Philippe Brugère-Trélat verfolgt einen Deep-Value-Ansatz. Sein Ziel ist ein langfristiger Wertzuwachs bei unterdurchschnittlichem Risiko. Er versucht mit seinem Team, den wahren Wert von Unternehmen zu ermitteln, und kauft die Aktien nur, wenn sie mit einem Abschlag von 40 bis 50 Prozent darauf gehandelt werden. Stark unterbewertete Unternehmen machen daher einen Großteil des Portfolios aus. Ende August lag das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis im Fonds nur beim 4-Fachen, und das Kurs-Buchwert-Verhältnis betrug gerade einmal 1,12. Die Aktien im Fonds werden also im Durchschnitt nur knapp über ihrem Buchwert gehandelt. Daneben investiert Brugère-Trélat opportunistisch in Fusionsarbitragen oder notleidende Wertpapiere, wenn er dort Chancen wittert. So kann er das Risiko des Fonds streuen, denn diese Papiere korrelieren meist nur gering mit der Entwicklung des breiten Aktienmarkts. Wenn es im Sinne der Anleger ist, kann der Fondsmanager auch größere Cash-Bestände halten. Zurzeit hat er 7 Prozent des Fondsvermögens in der Kasse.
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