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Pictet Asset ManagementLesedauer: 4 Minuten
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Pictet Asset Management blickt auf die Aktienmärkte Europäische Aktien haben derzeit das größte Potenzial

Europas größter Hafen Rotterdam
Europas größter Hafen Rotterdam: Das Wachstum in der gesamten Eurozone zieht stark an. | Foto: imago images / ANP

Trotz des erneuten Anstiegs der Covid-19-Infektionen läuft die globale Wirtschaft auf Hochtouren und es baut sich weiter Inflationsdruck auf, vor allem in den USA. Wieder einmal Sorgen bereitet China. Das jüngste Vorgehen gegen börsennotierte Online-Unternehmen könnte – positiv interpretiert – eine verspätete Reaktion auf Innovation und das rasante Wachstum von Branchen sein, die mangels eines regulatorischen Rahmens florierten. Doch auch wenn solche Entwicklungen für chinesische Aktien und Anleihen eine dauerhafte Risikoprämie zur Folge hätten, dürfte sich weder am Wachstumsmodell Chinas noch an den grundsätzlichen Anlagemöglichkeiten in dem Land etwas ändern.  

Chinas BIP könnte 2021 um 10 Prozent zulegen

Zunächst einmal hat das Wachstum in China offenbar jedoch seinen Höhepunkt überschritten; die Industrieproduktion, die Einzelhandelsumsätze und der Bausektor bewegen sich alle unter ihrem Dreijahresdurchschnitt. Dennoch erwarten wir für das Gesamtjahr eine sehr respektable Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 10 Prozent – etwas mehr als die Konsensprognose von 8,5 Prozent. 

Selbst wenn die zunehmenden regulatorischen Eingriffe Pekings das Wachstum gefährden sollten, deuten unsere Liquiditätsindikatoren darauf hin, dass China jede Menge geldpolitische Schlagkraft hat. So haben die chinesischen Währungshüter bereits im Juli Maßnahmen ergriffen und eine Senkung des Mindestreservesatzes der Banken um 50 Basispunkte angekündigt. Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten weitere Unterstützungsmaßnahmen erfolgen.

Dennoch erscheint ein höheres Maß an Vorsicht mit Blick auf China sinnvoll. Wir halten es für opportun, hier Gewinne bei einzelnen Werten mitzunehmen, die im bisherigen Jahresverlauf eine starke Performance erzielt haben.

US-Aktien erscheinen inzwischen teuer

Die USA hingegen entwickeln sich in die entgegengesetzte Richtung – die US-Notenbank ist in die ersten Phasen eines Straffungszyklus eingetreten. Die US-Notenbank verwies bei ihrer jüngsten Sitzung auf die Verbesserung der Konjunkturbedingungen und Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Straffung eher langsam verlaufen wird. Vorerst bleibt die US-Geldpolitik nach unseren Modellen die lockerste von allen großen Volkswirtschaften der Welt.

Derweil erscheinen uns US-Aktien teuer. Ein durchschnittliches KGV von 21,5 kann sich nur dann auf diesem Niveau halten, wenn das Trendwachstum unverändert bleibt, die Gewinnmargen sich auf hohem Niveau stabilisieren und die Anleiherenditen weiterhin niedrig bleiben. Die Erholung der US-Gewinne orientierte sich bislang an der Entwicklung des BIP und wir gehen davon aus, dass ein weiterer Anstieg des Wachstums der Unternehmensgewinne in diesem Jahr eher unwahrscheinlich ist, sofern die Wachstumsprognosen für das US-BIP nicht nach oben korrigiert werden.

Erste Anzeichen für eine Abschwächung der US-Konjunktur sind bereits zu sehen: Das BIP-Wachstum erreichte auf annualisierter Basis im zweiten Quartal nur 6,5 Prozent – rund 2 Prozentpunkte unter der Konsensprognose.

Anders in Europa: Insgesamt scheint das Wirtschaftswachstum hier die Konsensprognosen eher zu übertreffen.

Verbesserter Ausblick für europäische Aktien

Generell bevorzugen wir weiterhin Anlagen, die wie europäische Aktien von einem stärkeren wirtschaftlichen Potenzial profitieren. Unsere Analysen zum Konjunkturzyklus zeigen, dass das Wachstum in der gesamten Eurozone stark anzieht, nachdem es sich in den vergangenen beiden Quartalen stark abgekühlt hatte. Die Einkaufsmanagerindizes steigen ordentlich, insbesondere im Dienstleistungssektor. Die Einzelhandelsumsätze liegen inzwischen schon oberhalb des Trends vor der Pandemie. Auch die Kreditvergabebedingungen der Banken sind nicht mehr ganz so restriktiv, was sich positiv auf das künftige Kreditwachstum auswirken sollte.

Die Aussichten für europäische Aktien verbessern sich, da der reibungslose Verlauf der Impfkampagnen den Regierungen die Möglichkeit gibt, Lockdown-Maßnahmen aufzuheben. Die Region führt nun anstelle der USA die Erholung von der Pandemie an. Die Geschäftstätigkeit hat so schnell angezogen wie zuletzt vor 21 Jahren und die Mobilitätsindikatoren sind bereits wieder zu ihrem Niveau vor der Pandemie zurückgekehrt.

Gleichzeitig dürften europäische Aktien auch von der von uns erwarteten Aufwärtsentwicklung der realen Anleiherenditen profitieren. Der Hintergrund: Europäische Aktienindizes enthalten einen größeren Anteil an Substanzwerten wie Finanztitel, die bei steigenden Realzinsen tendenziell überdurchschnittlich abschneiden. Aus diesen Gründen stufen wir die Eurozone auf übergewichtet hoch.

Wie entwickeln sich Aktienregionen und -sektoren?

  • Weitere Einschätzungen des Finanzmarkt-Barometers von Pictet Asset Management lesen Sie hier.
Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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