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in Verantwortung für die ZukunftLesedauer: 9 Minuten
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Zyklische Value-Sektoren sind gefragt Europäische Aktien zeigen US-Titeln, wo es lang geht

Endabnahme in der Fertigungsstätte eines E-Auto-Bestsellers in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan
Endabnahme in der Fertigungsstätte eines E-Auto-Bestsellers in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan: Sollte der US-Geldpolitik eine sanfte Landung der Konjunktur gelingen, will Candriam etwas stärker in zyklische Sektoren wie Industrie und Informationstechnologie investieren. | Foto: Imago Images / ZUMA Wire

Nachdem China seine Null-Covid-Politik gelockert hat, verzeichneten die europäischen Aktienmärkte zuletzt einen deutlichen Aufschwung. Bei dieser Erholung übertrafen Value-Werte eindeutig Wachstum-Titel. Zyklische Value-Sektoren wie Industriewerte, Finanzwerte, zyklische Konsumgüter und Grundstoffe zogen kräftig an. Defensive Sektoren wie Basiskonsumgüter, Gesundheitswesen und Versorger hinkten hinterher.

Während die Performance von Value- und Growth-Sektoren stark auseinanderdriftete, waren zwischen Large und Small Caps hingegen fast keine Unterschiede zu beobachten. Small Caps schneiden nicht mehr per se schlechter ab; wir sind daher wahrscheinlich nicht mehr weit von einem interessanten Einstiegspunkt bei Small-Cap-Aktien entfernt. Ihre langfristigen Zukunftsaussichten sind gut, ihre Bewertungen gegenüber Large Caps niedrig und nur wenige Anleger haben sich bereits positioniert.

Die einzigen verbleibenden Unwägbarkeiten, die uns davon abhalten, zu optimistisch zu werden, sind die Straffung der Geldpolitik der Zentralbanken und die Notwendigkeit, mehr Klarheit über die Wirtschaft und die Gewinndynamik der Unternehmen erhalten zu müssen.

Gewinnerwartungen und Bewertungen

Zu Beginn des Jahres wurden die Gewinnerwartungen europäischer Unternehmen weiter nach unten korrigiert. Die Anleger rechnen nun mit einem Gewinnwachstum von rund 0 Prozent im Jahr 2023. Wachstum wird vor allem in den Sektoren Finanzen und Informationstechnologie erwartet, während das erwartete Gewinnwachstum für den Energie- und den Rohstoffsektor in diesem Jahr stark negativ ausfallen dürfte.

Insgesamt werden die europäischen Aktienmärkte mit Blick auf die Bewertung immer noch am unteren Ende ihrer historischen Spanne gehandelt, das 12-Monats-Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 12.

Unser Fokus liegt auf Basiskonsumgütern, Tech und Banken

Wir haben zuletzt keine wesentlichen strategischen Änderungen bei europäischen Aktien im Portfolio vorgenommen. Der Fokus liegt insbesondere auch auf Basiskonsumgütern. Obwohl dieser Sektor während der Markterholung unterdurchschnittlich abgeschnitten und ein schwächerer US-Dollar die relative Performance belastet hat, sind wir von dem Bewertungspotenzial, der Preisgestaltungsmacht und der positiven Ertragsdynamik dieses Sektors überzeugt.

Unsere +1 auf Informationstechnologie, unsere -1 auf Kommunikationsdienstleister und Energie behalten wir bei. Die Bewertung des letztgenannten Sektors scheint nach dem starken Anstieg im vergangenen Jahr ausgereizt zu sein, weil die Gewinnmargen durch die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien und weg von fossilen Brennstoffen unter Druck geraten könnten.

 

Erhöht haben wir unser Exposure im Bankensektor. Nachdem wir Ende November 2022 den Versicherungssektor innerhalb der Finanzbranche auf neutral herabgestuft hatten, haben wir nun unser Engagement in Banken erhöht.

Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass Stockpicking in 2023 noch wichtiger wird und im EPS-Momentum der Schlüssel zur Erzielung einer Überrendite zu sehen ist.

US-Aktien verloren im Dezember etwas an Boden

Die globalen Aktienmärkte beendeten den letzten Monat des Jahres 2022 mit negativer Tendenz. Obwohl sich die Inflation in vielen Teilen der Industrieländer, insbesondere in den USA, im Dezember weiter abschwächte, drückte die nach wie vor entschieden restriktive Geldpolitik der US-Notenbank auf die Marktstimmung. US-Aktien schnitten schlechter ab als andere entwickelte Märkte, wobei der Nasdaq nach unten gezogen wurde.

Im Gegensatz zu ihren europäischen Pendants haben die US-Aktien daher im Dezember etwas an Boden verloren. Die Performance von Large Caps und Small Caps war nicht sehr unterschiedlich. Das schwierigere Jahresende war hauptsächlich auf die schwache Performance von Wachstumssektoren wie Informationstechnologie und zyklische Konsumgüter zurückzuführen. Value- und defensivere Sektoren wie Versorger, Gesundheitswesen und Basiskonsumgüter schnitten besser ab als der marktbreite S&P 500.

Seit Jahresbeginn haben US-Aktien zwar weiterhin schlechter abgeschnitten als andere entwickelte Märkte, aber die Entwicklung der Sektoren zeigt ein anderes Bild: Die Sektoren Werkstoffe, Kommunikationsdienste, Finanzwerte, zyklische Konsumgüter und Industriewerte lagen bislang vorn, während die Entwicklung der Sektoren Energie und Gesundheit bisher zurückblieb.

Gewinnerwartungen und Bewertungen

Zu Beginn des Jahres wurden die Gewinnerwartungen für die USA weiter nach unten korrigiert. Die Anleger rechnen nun mit einem Gewinnwachstum von rund 4 Prozent im Jahr 2023. Ein recht ordentlicher Wert, wobei das Wachstum vor allem von zyklischen Konsumgütern, Industriewerten und Finanztiteln ausgehen dürfte.

In Anbetracht des erwarteten Gewinnwachstums erscheinen US-Aktien mit einem Kurs von weniger als dem 17-fachen der erwarteten Gewinne nicht übermäßig teuer.

Der genaue Blick ist bei der Aktienauswahl entscheidend

Die Aktienanleger beginnen, auf eine sanfte Landung der US-Wirtschaft zu setzen, wie die jüngste Erholung der zyklischen Sektoren zeigt. Die Frühindikatoren deuten in der Tat in diese Richtung, auch wenn es noch zu früh ist, um irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen. Sollte sich dieses Szenario bewahrheiten, würden wir uns veranlasst sehen, etwas stärker in zyklische Sektoren wie Industrie und Informationstechnologie zu investieren. Bislang haben wir unser Engagement nur in einigen ausgewählten Qualitätstiteln des Industriesektors erhöht.

Angesichts mangelnder kurzfristiger Sichtbarkeit am Markt erscheint es uns derzeit angebracht, keine großen strategischen Änderungen vorzunehmen. Unabhängig vom Sektor wird die Titelauswahl der Schlüssel zur Erzielung von Alpha während der erwarteten Abschwächung der US-Konjunktur in den kommenden Monaten sein.

Warum Schwellenländer-Aktien schon im zweiten Monat mit relativer Outperformance gegenüber globalen Aktien glänzen, lesen Sie in der vollständigen Candriam-Analyse, die Sie hier finden.  

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Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.