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Europäische Aktien Langfristige Anlagestory bleibt trotz starker Schwankungen intakt

Der Aktienmarkt in Großbritannien entwickelte sich im europäischen Vergleich gut. (Foto: Getty Images, Oli Scarff)
Der Aktienmarkt in Großbritannien entwickelte sich im europäischen Vergleich gut. (Foto: Getty Images, Oli Scarff)
Im Juli bremsten mehrere Ereignisse den Börsenaufschwung. Die Notierungen gaben vor allem in der zweiten Monatshälfte nach. Für Aufsehen sorgte zunächst eine Nachricht aus dem portugiesischen Bankensektor. Eine dort ansässige Großbank konnte ihren Zahlungsverpflichtungen zeitweise nicht nachkommen und bemühte sich um frisches Kapital. Die Verunsicherung über mögliche Ansteckungsgefahren führte zunächst zu einem sprunghaften Anstieg der Anleiherenditen. Als sich diese Befürchtungen als überzogen erwiesen, beruhigten sich die Gemüter jedoch schnell wieder. Ferner mehrten sich Zweifel, dass die Wirtschaft in Europa so schnell gesunden kann wie zuvor erwartet. Schwache Aktivitäten der Industrieunternehmen und überraschend stark sinkende Inflationsraten enttäuschten Hoffnungen, wonach der Aufschwung robust ausfallen könnte. Spekulationen um eine früher als erwartet vorgenommene Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) verfehlten auch in Europa ihre Wirkung nicht. Die Zinsdiskussion trug dazu bei, dass sich viele Anleger in ihrer Risikoaversion bestätigt sahen. Andererseits verbesserten sich die Kreditbedingungen für europäische Schuldner. Wir werten diese Entwicklung positiv und verstehen sie als Signal für künftige Fortschritte. Regionen- und Branchenentwicklung Die einzelnen nationalen Aktienmärkte entwickelten sich nicht gleichförmig. So machten die Börsen in Finnland und in Großbritannien Boden gut. In Deutschland, Frankreich, Österreich und Portugal gaben die Leitindizes jedoch nach. Auch die einzelnen Branchen schlugen unterschiedliche Richtungen ein. Im Sommer erwies es sich als vorteilhaft, in Finanztiteln engagiert zu sein. Marktführende Unternehmen aus dem Öl- und Gassektor standen hingegen unter Druck. Für Kursabschläge sorgten hier unter anderem enttäuschende Quartalsergebnisse sowie die Spannungen zwischen Russland und dem Westen. Nicht einheitlich verlief die Entwicklung im Gesundheitssektor. Ein großer britischer Pharmakonzern hatte damit zu kämpfen, dass der Patentschutz für ein umsatzstarkes Präparat endete. Die Gesellschaft musste aufgrund der hieraus resultierenden geschäftlichen Einbußen ihre Jahresprognose zurücknehmen. Ein französischer Pharmakonzern überraschte hingegen positiv und hob seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2014 an. Ausblick: „Wir erwarten einen stabilen Aufschwung“

Wir sehen die Entwicklung europäischer Aktien weiterhin positiv. Zwar sollte es nicht überraschen, wenn die Sorgen über die Nachhaltigkeit des Wirtschaftsaufschwungs nochmals zu Gewinnmitnahmen führen. Nach solchen Rückschlägen ergeben sich jedoch regelmäßig Kaufgelegenheiten. Außerdem erwarten wir für das kommende Jahr ein moderates Wachstum, das den Ausgangspunkt für einen stabilen Aufschwung bilden sollte. So dürften die Schwellenländer aller Voraussicht nach einen weiteren Beitrag zur weltweiten wirtschaftlichen Expansion leisten. Auch die US-Wirtschaft befindet sich bereits auf Erholungskurs. Beides sollte Europa mitziehen. Die Ertragskraft der hier beheimateten Gesellschaften liegt noch immer unter dem Vor-Krisen-Niveau. Damit verfügen die Erträge der europäischen Unternehmen über das Potenzial, im kommenden Jahr prozentual um einen niedrigen zweistelligen Bereich zuzulegen.
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