Europäische Aktien

„Wachstum in Asien könnte den Aufschwung in Europa anschieben“

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Europäische Aktien haben im Oktober nachgegeben. Die Anleger sorgten sich um den Zustand der Konjunktur. Verschiedene Wirtschaftsdaten deuteten auf eine Stagnation und deflationären Druck hin. Die Europäische Zentralbank (EZB) begann mit dem Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen. Um ihre Bilanz auszuweiten, plante die EZB außerdem den Kauf anderer ABS-Papiere. Dennoch entstand der Eindruck, dass die Geldpolitik der Notenbank nicht ausreichend zur Förderung des Wachstums in Europa beiträgt. Angesichts des deutschen Widerstands hat die Zentralbank bislang von einem vollen Quantitative Easing-Programm, das Käufe von Staatsanleihen einschließt, abgesehen.

Staaten wie Italien und Frankreich befinden sich mit ihren Strukturreformen noch immer im Rückstand. Zudem zeigte der europäische Bankenstresstest, dass viele italienische Kreditinstitute weitere Maßnahmen ergreifen müssen, um nachhaltig zu gesunden. Einen positiven Akzent setzte allerdings Spanien, dessen Strukturreformen zu greifen beginnen. Weitere Hoffnungen ruhen nun auf dem schwachen Euro, der zukünftig für ein stärkeres Wirtschaftswachstum sorgen könnte.

Energiebranche europaweit unter Druck

Die Aktienmärkte Frankreichs, Italiens, Portugals und Norwegens schnitten im Oktober unterdurchschnittlich ab. Hierbei spielten vor allem die Aktien der Energiekonzerne eine wichtige Rolle. Die Branche stand europaweit unter Druck, weil der Ölpreis deutlich nachgab.

Vereinzelte Einbußen waren aber auch im Gesundheitssektor festzustellen. So sank die Aktie eines Pharmakonzerns, nachdem das Unternehmen vor rückläufigen Geschäften in einer wichtigen Sparte warnte und der CEO der Gesellschaft abberufen wurde. Eine britische Bank musste wegen ihres starken Engagements in Asien Rückschläge verkraften, weil schwächere Wirtschaftsdaten aus der Region eintrafen. Andere Finanztitel zogen dagegen an. Gesellschaften aus der Telekomindustrie entwickelten sich ebenfalls besser als der Gesamtmarkt.

Ausblick: Schwacher Euro als Stütze für europäische Konjunktur?

Die Entwicklung der europäischen Konjunktur entsprach im bisherigen Jahresverlauf nicht annähernd unseren Erwartungen. Zurückzuführen war die Wachstumsschwäche auf geopolitische Spannungen, hinterherhinkende Strukturreformen und eine schwache Nachfrage seitens der asiatischen Absatzmärkte.

In den letzten Wochen des Jahres sollte sich diese Situation nicht mehr grundlegend ändern. In den kommenden Quartalen könnte sich jedoch der schwache Euro als Stütze erweisen. In vergangenen Wirtschaftszyklen wurde eine Konjunkturerholung zunächst von den Exporten eingeleitet. Auch ein stärkeres Wachstum in Asien könnte den Aufschwung anschieben. Derzeit lässt sich aber noch nicht abschätzen, ob dieser Effekt bereits 2015 eintritt oder ob es länger dauert, bis die von China eingeleiteten Reformen Auswirkungen auf Europa haben.

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