Im globalen Vergleich Europäische Fondshäuser sind bei Nachhaltigkeit führend

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Antworten auf die Frage: An wessen Nachhaltigkeitskatalog orientieren Sie sich? © Russell Investments

 

Die Fondsgesellschaft Russell Investments aus dem US-amerikanischen Seattle hat sich unter globalen Vermögensverwaltern umgehört: Inwieweit berücksichtigen die Gesellschaften beim Investieren das Thema Nachhaltigkeit? Die Umfrage unter 400 internationalen Häusern, die man bei Russell bereits zum sechsten Mal in Folge durchgeführt hat, bringt einige interessante Trends zum Vorschein.

So nimmt das Thema Nachhaltigkeit – auch als ESG für „ökologisch“, „sozial“ und „gute Unternehmensführung“ abgekürzt – in der Tat einen wachsenden Raum im Anlageprozess globaler Asset Manager ein. Allerdings nicht überall gleichermaßen. Insbesondere in Europa wollen die Gesellschaften damit bei ihren Kunden punkten. 97 Prozent – und damit schon beinahe alle - kontinentalen Häuser beziehen ESG-Faktoren in ihren Anlageprozess ein. Am zurückhaltendsten auf dem Gebiet agieren Gesellschaften aus dem asiatischen Raum, Japan ausgenommen.

Insgesamt ist den Anlagespezialisten das Kriterium G, also die gute Unternehmensführung, von allen drei ESG-Kriterien am wichtigsten, stellt man bei Russell Investments weiterhin fest. Doch auch Umweltaspekte gewinnen bei Investitionsentscheidungen an Boden. Etwa jeder vierte europäische Asset Manager nennt Umweltbelange als das wichtigste Nachhaltigkeitskriterium, auf das man beim Investieren achte. Das sind bereits rund doppelt so viele Gesellschaften wie noch ein Jahr zuvor.

Woher die Häuser ihre Informationen zum nachhaltigen Handeln ihrer Zielfirmen beziehen? Viele Asset Manager nutzen zwar auch externe Datenlieferanten, um zu prüfen, wie nachhaltig ihre potenziellen Investitionsobjekte aufgestellt sind. In erster Linie sprechen sie aber mit den Unternehmen selbst. Besonders unter den Anleihemanager handhabten das viele Häuser so, heißt es von Russell.

Weitere Erkenntnis: Außerhalb der dezidiert darauf ausgerichteten Nachhaltigkeitsfonds berücksichtigen die Gesellschaften ESG-Faktoren nur in geringem Maße. Gerade einmal 22 Prozent der befragten Vermögensverwalter schauen auch dann auf ESG- oder Klimadaten, wenn es um die Zusammensetzung von nicht explizit so genannten Nachhaltigkeitsfonds geht. Nachhaltigkeit werde offenbar noch nicht als ein Renditetreiber angesehen, schlussfolgert man bei Russell daraus. Vielmehr sei es wohl vor allem der Nachfrage durch Kunden geschuldet, dass die Gesellschaften sich dem Thema widmeten – und den Vorgaben einer zunehmend darauf ausgerichteten Regulierung.

Insgesamt ist das Thema Nachhaltigkeit in der Geldanlage stark auf dem Vormarsch. Daran hat auch die jüngste Corona-Krise nichts geändert, stellt man bei Russell fest: „Die aktuelle ESG-Umfrage zeigt, dass Asset Manager die ESG-Integration auch im aktuell herausfordernden Umfeld vorantreiben“, sagt Yoshie Phillips, Director of Investment Research – Global Fixed Income bei Russell Investments.

Die Kernergebnisse der Umfrage von Russell Investments finden Sie in unserer Bilderstrecke.

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