Europäische Hochzinsanleihen – Zeit für die Renditejagd

Seite 2 / 2



Der Markt wächst und wird reifer

Der europäische Hochzinsanleihe-Markt ist bereits in der Vergangenheit dramatisch gewachsen und gereift. Mitte 2013 lag der Marktwert bei nahezu 215 Milliarden Euro, verglichen mit weniger als 100 Milliarden in 2010. Zurzeit befinden sich rund 235 Emittenten im Markt (2010 waren es weniger als 100) und auch die Zusammensetzung hat sich verändert.

Bestanden 2007 noch sechs Prozent des Marktes aus Finanzwerten, waren es Ende 2012 bereits mehr als 25 Prozent. Zwar geriet dieses Segment während der Euroschuldenkrise unter Druck, wir identifizieren jedoch auch hier noch einige finanziell solide Unternehmen.

Trotz aller Chancen bringt das Hochzinssegment auch spezielle Risiken mit. Anleger sollten besonders selektiv vorgehen. Ich sehe den Markt zusehends heterogen, die von den Emittenten erzielten Renditen und das Risiko unterscheiden sich mehr und mehr. Was die Investoren nicht besitzen zählt mehr als das, was sie besitzen – deshalb ist die Analyse für die Entscheidungsfindung von zentraler Bedeutung. Es gilt vor allem Ausfälle zu verhindern.

Insbesondere bei Unternehmen mit der geringsten Bonität ist der Investment-Experte extrem wählerisch. 60 Prozent der Emittenten im Pan-European High Yield Index haben die Bonitätsnote BB. Sollte der Markt drehen, werden diese Unternehmen einen Gegenwind spüren und mit Problemen in Ihrem Geschäftsmodell konfrontiert. Selektivität ist deshalb das Zauberwort: Wir suchen nach Emittenten, die einem wirtschaftlichen Abschwung standhalten können und dabei entweder stabil bleiben oder sogar ihre Kreditwürdigkeit verbessern können.

Mehr zum Thema
ACMBernstein: Trends bei Schwellenland-Konsumgüteraktien richtig erkennen „Einkommen lässt sich erzielen, Kapital mehren nicht“