Europäische Kapitalmarktunion

Koalition verteidigt Sparkassen und Hausbank-Modell in Brüssel

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In den EU-Verhandlungen zur Schaffung einer europäischen Kapitalmarktunion will die Große Koalition das Hausbank-Modell der Sparkassen und Genossenschaftsbanken verteidigen.

Das deutsche Drei-Säulen-Modell und die Finanzierung von Unternehmen über eine Hausbank habe sich in Deutschland bewährt, heißt es in einen Positionspapier von Union und SPD zur europäischen Kapitalmarktunion, das am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden soll. „Daher muss im Rahmen der Kapitalmarktunion auch über Verbesserungen der Bankenfinanzierung für kleine Unternehmen nachgedacht werden.“

Die EU-Kommission schlägt bislang einen anderen Weg ein. Sie will in den kommenden fünf Jahren einen grenzüberschreitenden europäischen Kapitalmarkt schaffen, um insbesondere Mittelständlern den Zugang zum Kapitalmarkt zu ermöglichen. EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill schlägt in einem Grünbuch die Schaffung eines Rechtsrahmens vor, der Unternehmen die Finanzierung mittels Aktien, Anleihen und anderen Kapitalmarktinstrumenten erleichtern soll. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Bankkrediten zu verringern.

Bei der Schaffung einer europäischen Kapitalmarktunion müsse die Finanzmarktstabilität gewahrt bleiben, mahnen die Koalitionäre in ihrem Positionspapier, das am Dienstag in den Fraktionen von SPD und Union beraten wird. „Die Kapitalmarktunion darf nicht dazu führen, dass rein spekulative Anlagemöglichkeiten gefördert werden“. Auch die Einführung einer Buchführung nach IFRS, Internationalem Financial Reporting Standard, lehnen die Koalitionäre ab. Kleine und mittelständische Unternehmen sollten bei der Buchführung weiterhin dem Handelsgesetzbuch folgen.

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