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Europäische Nebenwerte Ein großes Jahr für kleine Aktien

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Nischenwerte mit Potenzial

Ein weiterer Vorteil von Nebenwerten sind potenzielle Fehlbewertungen. Nur wenige Analysten haben dieses Segment auf dem Radar, das gilt für Micro Caps noch mehr als für Small Caps. „Wir haben Aktien in den Fonds, die sich kein einziger Analyst offiziell anschaut“, sagt Kraus. Das bedeutet einerseits viel Arbeit, andererseits enorme Chancen. „Durch die eigene Analyse finden wir Unternehmen, die noch sehr günstig bewertet sind und entsprechend hohe Kurschancen bieten. Wir sieben etwa neun von zehn Titeln aus. Aber die eine Aktie, die übrig bleibt, kann sich über die Jahre vervielfachen“, so Kraus.

Bei 500 Millionen Euro verläuft die Grenze

In seinen beiden Fonds nutzt Kraus den gleichen Analyseansatz. Im Berenberg European Micro Cap befinden sich rund 100 bis 120 Unternehmen mit einem Börsenwert bis zu 500 Millionen Euro. Damit investiert Kraus gerade einmal in rund zwei Prozent des gesamten europäischen Micro-Cap-Universums von rund 5.600 Aktien. Für den Berenberg European Small Cap hat er Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 500 Millionen bis fünf Milliarden Euro im Blick. Hier filtert er rund 80 Unternehmen aus dem 1200 Titel umfassenden Universum heraus.

Auf seiner Suche nach Qualitätsunternehmen wird Kraus vor allem in den Sektoren Technologie, Industrie und Gesundheit fündig. Energiewerte, Minenaktien, Versorger und Telekomfirmen meidet er hingegen, auch Immobilientitel hat er zurzeit nicht in den Portfolios. Informationstechnologie-Unternehmen, die im europäischen Standardwertebereich kaum eine Rolle spielen, haben bei Small Caps einen Anteil von 10 Prozent und bei Micro Caps machen sie sorgen 20 Prozent aus.

Gründernation Schweden

Auch bei der Länderverteilung gibt es Besonderheiten. Sowohl bei Small als auch bei Micro Caps dominieren britische Aktien mit 30 und 33 Prozent. Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas hingegen hat im Small- Cap-Bereich nur einen Anteil von 11 Prozent und bei den ganz Kleinen von 10 Prozent. Dafür sticht im Micro-Cap-Bereich der Norden hervor. Mit nur 10 Millionen Einwohnern hat Schweden hier einen größeren Anteil als Deutschland. „Schweden hat eine ausgeprägte Gründerkultur und viele qualitativ hochwertige Kleinstunternehmen, die für unseren Fonds sehr interessant sind“, so Kraus.

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