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Tour de France: Von Rückenwind profitieren auch europäische Small Caps – 2021 wird ein höheres Wachstum als das großkapitalisierter Unternehmen erwartet. Foto: imago images / Panoramic International

Eurozone-Aktien

Warum in europäische Small Caps investieren?

Der Hauptvorteil von Investitionen in Small-Cap-Aktien liegt nach unserer Analyse im langfristigen Wachstumspotenzial, das von Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung nicht erreicht wird. Kleinere Unternehmen konzentrieren sich oft auf Nischen oder sind in einem einzigen Land tätig. Dies bedeutet, dass sie sich in einem gewissen Maße entkoppeln und auch in einem allgemein schwierigen wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich sein können.

Zum Beispiel erwartet der Konsens für europäische Small Caps (MSCI Europe Small Cap) für 2021 ein Umsatzwachstum von 6,2 Prozent und ein EBITDA-Wachstum von 22,2 Prozent. Beide Kennzahlen sind höher als die für großkapitalisierte Unternehmen (MSCI Europe & S&P 500: 5,3 Prozent Umsatzwachstum und 15,0 Prozent EBITDA-Wachstum, Quelle: Bloomberg & ODDO BHF AM SAS).

Europäische Small Caps erscheinen relativ attraktiv, insbesondere wenn man ihr starkes Wachstumsprofil betrachtet. Die heutige Bewertung (geschätztes KGV von 17,5 für 2021) steht nach unserer Analyse im Einklang mit den vergangenen 10 Jahren. Sie weisen aufgrund des traditionell stärkeren Wachstums und des höheren ROCE eine Prämie gegenüber europäischen Large Caps auf.

Darüber hinaus ist die Bewertung einiger europäischer Large Caps wie Banken, Versorger oder Rohstoffunternehmen rückläufig, was sich entsprechend im Bewertungsniveau des Index niederschlägt. Insgesamt präsentieren sich die langfristigen Aussichten für Small Caps gut. Ihre Aktien können allerdings kurzfristig im Vergleich zu denen größerer Unternehmen stärkeren Schwankungen unterliegen.

Regionaler Fokus macht weniger abhängig von globalen Makrotrends

Insgesamt sind Small Caps weniger abhängig von globalen Makrotrends. Sie werden von Themen auf Mikroebene angetrieben, die bei Large Caps schwer zu finden sind, und sind traditionell stärker regional ausgerichtet. Das weltweite BIP-Wachstum und die Globalisierung haben sich seit der Zunahme der Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten verlangsamt. Dies dürfte – so unsere Einschätzung – regionale Investitionen begünstigen. Überdies zeigt Europa einen günstigeren Trend bei der Bewältigung der Covid-19-Gesundheitskrise. Außerdem hat der Euro seit der Ankündigung des 750 Milliarden Euro schweren Konjunkturprogramms gegenüber dem US-Dollar an Wert gewonnen. Die europäische Kommission hat ein Konjunkturpaket in Höhe von 750 Milliarden Euro vorgeschlagen, verbunden mit einem überarbeiteten Vorschlag für den nächsten langfristigen Haushalt der EU (2021 – 2027).

Auch hat die EU angekündigt, zum Schutz kleiner und mittlerer Unternehmen beizutragen, um europäische Unternehmen zu schützen, die gegenüber subventionierten ausländischen Wettbewerbern benachteiligt sind. Außerdem hat sie auf der Schaffung eines neuen eigenständigen europäischen Gesundheitsprogramms bestanden. Hinzu kommt der im Dezember 2019 vorgestellte europäische „Green Deal“ (Klimaneutralität bis 2050).

Auch bei den M&A-Aktivitäten in Europa fiel der Jahresauftakt 2020 schwungvoll aus. Gegen Ende März gingen die Volumina jedoch deutlich zurück. Die ersten Anzeichen einer Erholung, insbesondere in den Bereichen Technologie (digitale Transformation), Gesundheit und Distressed Assets, kehren den Trend um. Covid-19 schafft neue Möglichkeiten, insbesondere für strategische Käufer, die auf der Suche nach Innovation und Rentabilitätssteigerung sind, sowie für Private-Equity-Fonds, die ihr Geld einsetzen wollen.

Mikrotreiber, Megatrends und Preismacht: ODDO BHF Active Small Cap

Im Mittelpunkt des Investmentprozesses des ODDO BHF Active Small Cap steht Wachstum zu einem angemessenen Preis (GARP – Growth at a Reasonable Price). Das Ergebnis ist ein relativ konzentriertes Portfolio (60 – 65 Aktien) mit einem Tracking Error von durchschnittlich 6,5 Prozent in den vergangenen 5 Jahren und einem aktiven Anteil von rund 95 Prozent. Die Aktienauswahl basiert auf einer Kombination von fundamentaler und quantitativer Analyse, bei der verborgene Wertpotenziale und potenzielle Übernahmeziele aufgespürt werden sollen. Im Rahmen des Investmentprozesses wird das Universum monatlich gescreent, um attraktive neue Chancen im Markt wahrzunehmen. Gerade während der jüngsten Gesundheitskrise erwies sich diese Stärke des Fonds als besonders vorteilhaft. Traditionell übergewichtet im Vergleich zum Referenzindex ist der Fonds in den Bereichen Gesundheitswesen (20,1 Prozent Gewichtung per 31.07.20), Technologie (22,7 Prozent Gewichtung per 31.07.20) und Konsumgüter (11,3 Prozent Gewichtung per 31.07.20), untergewichtet hingegen in den Bereichen Finanzen, Telekommunikation und Industrie.

Der Fonds wählt schwerpunktmäßig innovative Unternehmen aus mit Merkmalen wie positive Mikrotreiber, Megatrends und Preismacht. Beispiele für kürzlich ausgewählte Themen: lokale pharmazeutische Lieferketten, Cloud-Dienste für KMU, IT-Sicherheit, intelligente Patientenversorgung, Trend zum „Zu-Hause-Bleiben“, Digitalisierung, alternative Energien, lokaler Einzelhandel, gesunde Lebensmittel.

Traditionell zeichnet sich das Management der ausgewählten Unternehmen durch Unternehmergeist aus. Dies prägt das gesamte Unternehmen bei jedem Schritt, von der Entwicklung neuer Ideen über die Prozessoptimierung und Kundenbetreuung bis hin zur Rentabilität der Investitionen. Anleger sollten bereit sein, mit einem langfristigen Anlagehorizont zu investieren, da der Fonds dem Risiko eines Kapitalverlusts unterliegt.

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