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Franklin TempletonLesedauer: 3 Minuten
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Europäische und US-Anleihen im Tapering Eurozone-Peripherie dürfte unter Druck kommen

Gewitterwolken über Umbrien
Gewitterwolken über Umbrien: Fällt die EZB als Käufer weg – insbesondere Italien profitierte von umfangreichen Anleihekäufen – werden es einzelne Eurozone-Länder schwerer haben, sich am Markt zu finanzieren. | Foto: imago images / robertkalb photographien
David Zahn, Franklin Templeton

Die Marktteilnehmer sind zurück aus den Sommerferien. Nachdem die Weltkonjunktur vielerorts kräftig anzieht, treibt sie die Frage um, wann die Zentralbanken mit der Drosselung ihrer Anleihekaufprogramme beginnen, mit denen die Wirtschaft in der Pandemie unterstützt wurde.

Aus der Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell auf dem jährlichen Notenbankertreffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming ergab sich zunächst kein konkreter Zeitrahmen für den Beginn der Reduzierung der US-Anleihekäufe. Die Anleger bleiben daher weiterhin gespannt, nicht zuletzt, weil die Geschehnisse auf dem US-Anleihemarkt auch Auswirkungen auf den europäischen Anleihemarkt haben werden.

Wann beginnt die Tapering-Phase?

Die US-Zentralbank kauft monatlich Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar, um die Wirtschaft zu stützen – doch irgendwann muss diese Unterstützung zurückgenommen werden, weil die Anzeichen für eine steigende Inflation in den Vereinigten Staaten sich mehren. Zwar diskutieren die Branchenteilnehmer darüber, ob dieser Inflationsanstieg vorübergehend oder von längerer Dauer ist. Doch viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Fed noch vor Jahresende ihre Anleihekäufe zurückfahren wird.

Peripherieländer der Eurozone dürften wieder unter Druck kommen

Auch in Europa zieht die Inflation über das 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank an, was die EZB wahrscheinlich veranlassen wird, ihr Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) auslaufen zu lassen. Das PEPP wurde ursprünglich im März 2020 mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro angekündigt, aber der Gesamtbetrag ist seither auf 1,85 Billionen Euro gestiegen. Das Programm ist bis März 2022 befristet, so dass die EZB es entweder verlängern muss – was unwahrscheinlich ist –, oder aber es durch erhöhte Käufe im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) teilweise kompensieren könnte. Fest steht, dass die Anleihekäufe reduziert werden sollen. Die Frage ist, in welchem Tempo und bis auf welche Schwelle die Stützungskäufe zurückgeführt werden.

Auch wenn sowohl die Fed als auch die EZB die Reduzierung der Anleihekäufe wahrscheinlich langsam angehen werden, ist die Wirkung verringerter Käufe am Markt keinesfalls zu unterschätzen, weil zwei große preisunempfindliche Anleihekäufer vom Markt verschwinden. Der Umstand dürfte die Anleiherenditen in den Vereinigten Staaten und in Europa in die Höhe treiben. In der Eurozone werden die Anleihen der Peripherieländer wahrscheinlich stärker unter Druck geraten, da die EZB hier als ein entschlossener Käufer aufgetreten ist – insbesondere Italien profitierte von umfangreichen Käufen.

Stabile Aussichten für die Kernländer der Eurozone

Anleihen der europäischen Kernländer sind wahrscheinlich besser verankert. Insgesamt gehen wir nicht davon aus, dass die Renditen dramatisch ansteigen werden. Zu erwarten ist hingegen ein leichter Anstieg, worauf sich die Anleihen anschließend auf einem immer noch sehr niedrigen Niveau stabilisieren dürften.

Unserer Ansicht nach steht den Anleihen der Eurozone kein dramatischer Ausverkauf bevor. In den nächsten Monaten rechnen wir aber mit einer gewissen Volatilität, sobald die Zentralbanken die ersten Tapering-Schritte gehen.

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Wichtige rechtliche Hinweise:

Diese Unterlage soll ausschließlich allgemeinem Interesse dienen und ist nicht als persönliche Anlageberatung oder Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten eines Wertpapiers oder zur Übernahme einer Anlagestrategie zu verstehen. Sie stellt auch keine Rechts- oder Steuerberatung dar.

Die in diesem Dokument enthaltenen Meinungen, Aussagen und Analysen geben die aktuelle Einschätzung zum Erscheinungsdatum (oder in einigen Fällen zu einem bestimmten Datum) wieder und können sich jederzeit ohne Vorankündigung ändern. Die vorliegenden Informationen stellen keine vollständige Analyse aller wesentlichen Fakten in Bezug auf ein Land, eine Region oder einen Markt dar.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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