Ex-UBS-Banker bekennt sich nicht schuldig

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Raoul Weil, einst ein mächtiger Manager bei der Schweizer Großbank UBS, muss erneut vor Gericht. Ihm war im vergangenen Monat von der US- Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, er habe ein Geschäft geleitet, das sich das Schweizer Bankgeheimnis zunutze machte, um amerikanischen Staatsbürgern beim Steuerbetrug zu helfen.

Der 54-jährige Weil wird sich vor Gericht in Fort Lauderdale, Florida, nicht schuldig bekennen, erklärte sein Anwalt im Interview mit Bloomberg News am 5. Januar. Erstmals war der Banker am 16. Dezember vor Gericht erschienen, fünf Jahre, nachdem er wegen Verschwörung angeklagt und als flüchtig erklärt worden war. Die Kaution wurde auf 10,5 Millionen Dollar festgesetzt.

Am 2. Oktober war der Schweizer Staatsbürger verhaftet worden, nachdem er in ein Hotel im italienischen Bologna eingecheckt hatte. Später wurde er nach Florida ausgeliefert. Als Ex-Chef für das weltweite Wealth Management bei der UBS ist er der ranghöchste Banker, der im Rahmen des US-Vorgehens gegen Steuerhinterziehung angeklagt wurde.

Sollte er nicht mit den US-Behörden kooperieren, muss ihm die Staatsanwaltschaft nachweisen, dass er 60 Privatbanker beaufsichtigte, die US-Staatsbürger bei der Steuerhinterziehung unterstützten. Insgesamt nahm die Schweizer Bank durch die Verwaltung von 20 Milliarden Dollar an Vermögen, das nicht bei den Steuerbehörden deklariert war, 200 Millionen Dollar pro Jahr ein.

“Wir haben es mit einer Verschwörungspyramide zu tun, in die Top-Manager, Manager, Banker und Kunden involviert sind”, erklärte Mark Daly von der US-Staatsanwaltschaft bei Weils Anhörung im vergangenen Monat. “Weil steht an der Spitze dieser Pyramide, da er die Aufsicht über die Privatbank der UBS führte. Die Beweise der Regierung sind stark.”

Dem hielt Weils Anwalt Aaron Marcu entgegen, dass dieser von den Tätigkeiten einer Gruppe von Schurkenbankern keine Ahnung gehabt habe. Er sei für wichtigere Dinge zuständig gewesen. Seit 2007 sei Weil die Nummer drei unter den Top- Managern der UBS gewesen und habe Vermögen im Umfang von vier Milliarden Dollar beaufsichtigt.

Auch die Schweizer Aufsichtsbehörden seien zu dem Schluss gekommen, dass “Weil in ein Fehlverhalten von Untergebenen, die viele Ebenen unter ihm gewesen seien, weder involviert gewesen noch davon gewusst habe”, sagte Marcu. Er berief sich dabei auf einen Bericht der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma vom 18. Februar 2009.

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