Frank Grund

Frank Grund

Exklusiv-Interview mit Deutscher-Ring-Chef Frank Grund: „Wir waren behutsam“

//

DAS INVESTMENT.com: Sie geben als Grund für den Aufbau der neuen Stammorganisation „auffällig hohe“ Abwanderungen zur Signal Iduna an. Gibt es da konkrete Zahlen?

Frank Grund: Nein. Wir haben die Kollegen bei der Signal Iduna nach konkreten Zahlen gefragt, da kam aber noch nichts zurück. Wir nehmen die Entwicklung ernst, dass Vertriebspartner von der gemeinsamen Stammorganisation der Deutschen Ring Lebens-, Sach- und Krankenversicherung zu Signal Iduna wechseln. Denn letztlich gefährdet dies nicht nur die Vertriebskraft unserer Gesellschaften, sondern auch Arbeitsplätze – und dies nicht nur bei Deutscher Ring Leben und Sach, sondern auch bei Deutscher Ring Kranken. Deshalb fanden wir es wichtig, jetzt zu handeln.

Versicherungs-Newsletter

 Versicherungs-Newsletter aktuelle Ausgabe
Aktuelle Ausgabe

Wie die Lebensversicherer Kunden halten wollen

Junge GKV-Kunden wollen in die PKV

>> kostenlos abonnieren

>> aktuelle Ausgabe

DAS INVESTMENT.com: Wie erklären Sie Sich die Bewegung hin zur Signal Iduna?

Grund: Darüber will ich nicht spekulieren.

DAS INVESTMENT.com: Bei der neuen Stammorganisation sollen die Krankenversicherungsprodukte vom Hamburger Anbieter Hanse-Merkur kommen.

Grund: Unser Wunschkandidat für die Bereitstellung der Krankenversicherungen im Produktportfolio der neuen Stammorganisation ist und bleibt die Deutscher Ring Krankenversicherung. Das Angebot an DR Kranken steht, die eigenen Produkte exklusiv über die neue Vertriebsorganisation verkaufen zu können. Aber natürlich müssen wir auch eine valide, attraktive Alternative haben für den Fall, dass sich Deutscher Ring Kranken gegen unser Angebot entscheidet.

DAS INVESTMENT.com: Bis wann geben Sie der Deutscher Ring Krankenversicherung Zeit, sich zu entscheiden?

Grund: Einen konkreten Termin gibt es nicht, ich möchte keinen Zeitdruck aufbauen. Aber klar ist auch, dass die Tür nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag offen stehen wird.

DAS INVESTMENT.com: Zum Plan B: Wieso bekommt die Hanse-Merkur dabei den Zuschlag?

Grund: Die Hanse-Merkur ist mit ihren Krankenversicherungsprodukte erfolgreich am Markt positioniert und hat in den vergangenen Jahren ein dynamisches Wachstum verbucht:Die Zahl der Vollversicherten hat sich stark nach oben entwickelt. Insofern böte die Zusammenarbeit gute Perspektiven.

DAS INVESTMENT.com: Derzeit hat die gemeinsame Stammorganisation der Deutscher Ring-Gesellschaften rund 600 Vertreter. Soll die neue Vertriebsorganisation ähnlich stark aufgebaut sein?

Grund: Das sehen wir dann. Letztlich entscheidend ist für uns die Qualität der Vertriebspartner, nicht die Quantität.Ich gehe jedoch davon aus, dass sich viele qualifizierte Vertriebspartner aufgrund der Leistungen und Produkte, die wir ihnen bieten, für uns entscheiden.

DAS INVESTMENT.com:
Ist dieses Selbstbewusstsein denn gerechtfertigt? Schließlich geht es beim Deutschen Ring zwischen den zerstrittenen Parteien derzeit hin und her, da gibt es doch sicherlich einen hohen Grad an Verunsicherung bei potenziellen Vertriebskandidaten.

Grund: Natürlich gab und gibt es Fragen zur aktuellen Situation beim Deutschen Ring. Aber wir sehen die Gründung der neuen Stammorganisation als klare Antwort auf diese Fragen. Denn sie ist ein klares Bekenntnis zur Deutscher Ring Lebens- und Sachversicherung und dazu, dass wir die Vertriebskraft unserer Gesellschaften nachhaltig sichern wollen.

DAS INVESTMENT.com: Denken Sie rückblickend, dass diese ganze Seifenoper hätte vermieden werden können, wenn man anfangs etwas behutsamer vorgegangen wäre?

Grund: Das sehe ich ganz anders: Wir waren behutsam! Wir haben von Anfang an viel Wert auf konstruktive Gespräche gelegt und diese auch geführt. Aber manchmal kommt man einfach an einen Punkt, wo die Situation es erfordert, dass man einseitig handeln muss.

Mehr zum Thema
Seifenoper Deutscher Ring: Baloise holt sich Hanse-Merkur ins Boot
nach oben