„Eine drei Grad wärmere Welt ist nicht mehr versicherbar“, erklärte vor kurzem Robert Linnemann, der im Omnikanal-Team der Versicherungsgesellschaft Axa die Vertriebsentwicklung in den Bereichen Investment, Leben & Sparen verantwortet, im Gespräch mit DAS INVESTMENT. Um zum Klimaschutz beizutragen, bietet die Axa laut Linnemann Produkte an, wo man mit einfachen Klicks seine Nachhaltigkeitspräferenzen angeben kann. Darüber hinaus gibt es bei Axa die Fonds-Rente Just Green Invest, in der nur nachhaltige, also Artikel 8- und 9-Fonds wählbar sind, die die CO2-Reduktion in ihrer Anlagestrategie als Ziel verankert haben.

„Nur der, der heute in die notwendige Transformation investiert, kann langfristig auch gute Renditen erwirtschaften - gerade bei der Altersvorsorge“, pflichtete Gunnar Boysen, Leiter Maklervertrieb in Hamburg und Berlin bei der Allianz Leben bei. „Ohne Nachhaltigkeit keine Rendite“. Als Investor habe man einen großen Hebel und sei in der Lage, notwendiges Kapital für die Transformation der Wirtschaft bereit zu stellen. Daher investiert die Allianz laut Boysen gezielt in Geschäftsmodelle, die zur Reduktion der Treibhausgase oder zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. „Ich glaube, über Kapitalströme erzielt man die größte Wirkung“, sagte Boysen.

 

Doch auch als Unternehmen, die in Deutschland ihren Hauptsitz oder zumindest größere Dependancen haben, könnten Versicherer viel in Sachen Umweltfreundlichkeit und Klimaschutz bewirken. Doch tun sie das wirklich? DAS INVESTMENT fragte nach. Die Antworten lesen Sie in unserer Bildstrecke.

>> Wie Nuklearwaffen in ein als nachhaltig deklariertes Portfolio kommen und warum Artikel-8- und Artikel-9-Klassifizierungen nicht ausreichen, um sicherzugehen, dass es sich um wirklich nachhaltige Fonds in einer Fondspolice handelt, erfahren Sie hier.

Stuttgarter Versicherung: Wald-Paten seit 50 Jahren
1 / 7
Unternehmenssitz des Versicherers Die Stuttgarter | © Die Stuttgarter
Unternehmenssitz des Versicherers Die Stuttgarter. Bildquelle: Die Stuttgarter

DAS INVESTMENT. Nachhaltige Energieerzeugung: Betreibt Ihr Konzern an einem der Standorte in Deutschland Solar-, Windkraft- oder andere Anlagen zur nachhaltigen Energieerzeugung? Wie viel Prozent des Energiebedarfs Ihres Konzerns wird dadurch gedeckt?

Grundsätzlich nutzen wir bei der Stuttgarter nur erneuerbare Energien bei der Stromversorgung. Einen bedeutenden Teil trägt unsere eigene Photovoltaikanlage bei. Diese befindet sich seit 2021 auf dem Dach unserer Hauptverwaltung in Stuttgart. 2023 wurden dort 95.740 Kilowattstunden Strom produziert – damit liefert unsere eigene Anlage fast 10 Prozent unseres Jahresverbrauchs. Das entspricht einem eingesparten CO₂-Äquivalent von rund 38 Tonnen oder der CO₂-Speicherung von etwa 1.120 Bäumen. Zudem haben wir unseren Stromverbrauch seit 2013 um rund 40 Prozent gesenkt.

 

Welche Projekte zur Klimaförderung betreibt oder finanziert Ihr Unternehmen? Wie hoch ist das Budget, das für diese Projekte ausgegeben wird?

Wir sind stolze Wald-Paten: 50 Jahre lang übernehmen wir die Patenschaft für 20.000 Quadratmeter Wald im Urwald-Projekt von Wohllebens Waldakademie. Hierbei schützen wir die Biodiversität und tragen zum Erhalt und der Verbesserung unseres Planeten bei.

Wie fördert Ihr Unternehmen eine klimafreundliche Anreise der Mitarbeiter zu ihrem Arbeitsplatz und zu Auswärtsterminen?

Mit Angeboten wie dem Jobticket, das wir für unsere Mitarbeitenden übernehmen, oder dem Jobrad-Angebot, das 2023 von 11 Prozent der Mitarbeitenden genutzt wurde, fördern wir den Umstieg auf E-Bikes und öffentlichen Nahverkehr. Videokonferenzen, sowie das Arbeiten im Homeoffice ersparen zudem viel Individualverkehr, der innerstädtisch oftmals in unproduktiven Staus endet.

Stichwort papierfreies Büro: Was unternehmen Sie in dieser Richtung?

Die Digitalisierung von Arbeitsprozessen hält bei der Stuttgarter nicht nur den Schreibtisch übersichtlicher, sie spart auch den Weg zum Drucker. Unter anderem haben wir zuletzt den Arbeitgeberschriftwechsel in der bAV digitalisiert. Dennoch müssen aus formalen Gründen umfangreiche Kundeninformationen weiterhin in Papierform zur Verfügung gestellt werden.

Welche anderen Maßnahmen, die die Umwelt schützen sollen, setzen Sie in Ihrem Unternehmen um?

Konsequent arbeiten wir am Aufbau eines effektiven Nachhaltigkeits-Managementsystems. Ziel ist es, bis Ende 2029 unseren eigenen Geschäftsbetrieb hinsichtlich der Scopes 1 und 2 nach Vorgaben des „Greenhouse Gas Protocol“ CO₂-neutral auszurichten. Unser Anspruch dabei: so viel Emissionsreduktionen wie möglich, aber nur so viel Kompensation wie nötig.

Die Initiierung unseres Nachhaltigkeitsboards ist auf diesem Weg ein weiterer wichtiger Schritt. Es definiert unser Ambitionsniveau und soll über klare Ziele die Maßnahmen in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen steuern. Und damit engagieren wir uns auch für die Sensibilisierung und Motivation der Mitarbeitenden – mit ihnen möchten wir unsere Nachhaltigkeitsambition immer weiter zum Leben erwecken.