Betreibt Ihr Konzern an einem der Standorte in Deutschland Solar-, Windkraft- oder andere Anlagen zur nachhaltigen Energieerzeugung? Wie viel Prozent des Energiebedarfs Ihres Konzerns wird dadurch gedeckt?
Der Konzern bezieht 100 Prozent seines Stroms für die Betriebsstätten in Deutschland aus erneuerbaren Quellen. An den Standorten Hannover und Hilden, wo die genutzten Bürogebäude im Eigentum des Konzerns sind, wird die Stromversorgung durch lokale PV-Installationen unterstützt.
In 16 Ländern, darunter Deutschland, bezieht der Konzern Strom aus erneuerbaren Energien. Ende des Jahres 2023 stammten 59,3 Prozent des gesamten verbrauchten Stroms des Konzerns weltweit aus erneuerbaren Quellen.
Welche Projekte zur Klimaförderung betreibt/finanziert Ihr Unternehmen? Wie hoch ist das Budget, das für diese Projekte ausgegeben wird?
Neben seiner Rolle als Investor verfolgt der Talanx-Konzern die Aufrechterhaltung des Bekenntnisses zur CO₂-Neutralität (inklusive Kompensation verbleibender Emissionen) im eigenen Betrieb in Deutschland als wichtiges Umweltziel. Im Jahr 2023 wurden erneut CO₂-Emissionen aus Scope 1, Scope 2 sowie Scope 3 durch den Erwerb und die Stilllegung von hochwertigen Emissionsminderungszertifikaten kompensiert. Die CO₂-Zertifikate stammen aus einem Projekt zur Aufforstung und Begrünung von Agrarflächen in Paraguay in Zusammenarbeit mit lokal ansässigen Viehzüchtern. Mit über 4.400 Hektar ist das Projekt eines der ersten großen privat finanzierten Aufforstungsprojekte in dem südamerikanischen Land und wird seit 2022 gemäß dem globalen Standard „Verified Carbon“ zertifiziert. Seit 2019 begleitet der Talanx-Konzern das Projekt partnerschaftlich bei der Finanzierung als Eigen- und Fremdkapitalgeber. Für das Jahr 2023 wurden über dieses Projekt 9.826 Tonnen CO₂ kompensiert.
Wie fördert Ihr Unternehmen eine klimafreundliche Anreise der Mitarbeiter zu ihrem Arbeitsplatz und zu Auswärtsterminen?
Der Talanx-Konzern bietet seinen Mitarbeitenden in Deutschland ein subventioniertes Deutschlandticket sowie eine Teilnahme am Jobrad an. Der Konzern arbeitet gleichzeitig an der Reduzierung seiner Geschäftsreisen, um sowohl Emissionen als auch Kosten zu senken. Der Prozess zur Reisebewilligung zielt darauf ab, die Anzahl der geschäftlichen Reisetätigkeiten der Mitarbeiter zu begrenzen und soweit möglich auf alternative Lösungen wie virtuelle Meetings umzustellen.
Im Jahr 2022 wurde ein Pilotprojekt zur Elektrifizierung der Dienstwagenflotte in Deutschland begonnen. Mit der Umstellung der eigenen Flotte auf Elektromobilität soll ein weiterer Beitrag zum angestrebten Ziel der konzernweiten Netto-Null-Emission im Betrieb (inklusive Kompensation verbliebener Emissionen) bis spätestens 2030 geleistet werden. Mit dem aktuellen Bestand werden Erfahrungen rund um die Lademöglichkeiten, u.a. an den Standorten, sowie die Integration in den Betriebsablauf gesammelt. Generell werden nachhaltigere Verkehrsmittel den weniger nachhaltigeren vorgezogen. Besonders Zugreisen werden der Reise mit dem privaten PKW oder auch Flügen vorgezogen. 56,6 Prozent der Mitarbeitenden nutzen das Jobticket-Abonnement (Stand: Juni 2024). Das Jobrad wird von 900 Mitarbeitenden genutzt.
Stichwort papierfreies Büro: Was unternehmen Sie in dieser Richtung?
Da die Herstellung von Papier wichtige Ressourcen verbraucht, ist es dem Konzern wichtig, seinen Papierverbrauch systematisch zu verringern. Dazu setzt er beispielsweise „Pull-Print“-Technologien ein, die es ermöglichen, weniger Drucker einzusetzen. Außerdem arbeitet er daran, die Druckgewohnheiten der Mitarbeiter zu verändern, beispielsweise durch„ Desktop-on-Demand“-Technologie in Konferenzen: Mit dieser Technologie erhalten Nutzer von Besprechungsräumen schnellen und einfachen Zugriff auf ihre Daten und können diese auf dem Bildschirm anzeigen – das erspart den Ausdruck von Dokumenten.
Welche andere Maßnahmen, die die Umwelt schützen sollen, setzen Sie in Ihrem Unternehmen um?
Der Talanx-Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 im eigenen Betrieb weltweit CO₂-neutral (Scope 1, 2 und 3, inklusive Kompensation verbleibender Emissionen) zu operieren. Als kurzfristiges Ziel hat sich der Konzern vorgenommen, seine betrieblichen CO₂-Emissionen in Deutschland bis 2025 um 25 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 zu reduzieren. Dieses Ziel wurde bereits frühzeitig erreicht. Mit der weiteren konsequenten Reduktion der Bürofläche im Inland wurde der Verbrauch an Strom und Heizenergie an den deutschen Standorten kontinuierlich verringert.
Darüber hinaus hat der Konzern an Standorten im In- und Ausland die Energieverbräuche durch effizientere Leuchtmittel und den Einsatz von Energiekontrollsystemen weiter optimiert. Auch die Berücksichtigung von Energiestandards beim Bau und bei der Auswahl neuer Bürogebäude sowie Anpassungen an Gebäudemanagementsystemen haben hierzu beigetragen. Somit konnte bei gleichzeitiger Flächenreduktion die Energieintensität der Fläche von 0,18 MWh/m² (2019) auf 0,15 MWh/m² (2023) reduziert werden.

