Bewerten Fondsmanager nun auch in puncto Nachhaltigkeit: Michael Viehmann (links), Vorstandsmitglied Sauren Fonds-Research, und Eckhard Sauren, Gründer und Vorstandschef Sauren Fonds-Service | © Sauren Fonds-Research

Exklusiver Einblick

Sauren veröffentlicht 26 Nachhaltigkeits-Ratings

Seit einiger Zeit bewerten die Analysten von Sauren Fonds-Service Fondsmanager nicht mehr nur nach ihren Managementqualitäten. Sie fügten ihren bekannten Medaillen ein weiteres Rating hinzu – eine Note auf einer Skala von minus 5 bis plus 5, die zeigt, wie nachhaltig die Fondsmanager arbeiten.

Wobei zuerst zu klären ist, was die Fondsmanager-Versteher denn unter nachhaltig verstehen. „Nachhaltig ist für uns, wenn ein Geschäftsmodell langfristig funktioniert und nicht auf Kosten anderer aufgebaut ist, also ökonomische und ökologische und soziale Aspekte zusammenpassen“, erklärt Michael Viehmann, der bei Sauren Fonds-Research im Vorstand sitzt. Das heißt im Umkehrschluss, dass nicht etwa bestimmte Branchen von vornherein außenvor gelassen werden müssen, wie es viele nachhaltige Fondsmanager machen. Die üblichen Verdächtigen sind zum Beispiel Tabak, Alkohol und Glücksspiel. „Anstelle pauschal auszuschließen, sollten Fondsmanager genau prüfen, welchen Risiken über einem Unternehmen schweben“, so Viehmann.

Eine interessante Ansicht hatte ein Fondsmanager, der Unternehmen ausschloss, die Getränke mit mehr als 15 Prozent Alkohol herstellten. Viehmann kann das nicht nachvollziehen: „So etwas wirkt sehr willkürlich und nicht wie ein robuster ESG-Prozess.“ Noch besser sind Fondsmanager, die nicht nur analysieren, sondern über Kontakt mit dem Firmenmanagement die Unternehmen zu nachhaltigerem Wirtschaften anhalten.

Legt man diesen Ansatz zugrunde, müssten sich Fondsmanager mit langem Atem und ruhiger Hand allesamt dort einordnen lassen. Denn sie setzen ja ausdrücklich auf langfristig wirtschaftliche – und eben damit per Definition nachhaltige – Geschäftsmodelle. Kurzatmige Spekulanten ja eher nicht so.

Nur wie schneiden die Fonds denn nun ab? Exklusiv für DAS INVESTMENT öffnet Viehmann an dieser Stelle einmal die Bücher und nennt die Nachhaltigkeits-Ratings für ausgewählte Fonds (Die gesamte Liste gibt es im Factbook, das das Unternehmen immer Mitte Januar veröffentlicht):

Zielfonds des Sauren Global Balanced Focus mit ihren Nachhaltigkeits-Ratings (Quelle: Sauren Fonds-Research)

Eine Passage in der Rating-Beschreibung wirft allerdings Fragen auf, und zwar die hier:

Den höchsten Wert erzielt ein Prozess, der als primäres Ziel eine Veränderung auf der Ebene der einzelnen Portfoliounternehmen verfolgt und der Rendite eine geringere Bedeutung beimisst.

Moment mal, wir sind hier doch immer noch bei der Geldanlage. Und die Sauren-Medaillen gibt es nun mal unter dem Aspekt vernünftiger Renditen. Damit beißen sich ESG-Rating und Medaillen.

Michael Viehmann ordnet ein: „Ein Rating von plus 5 bekommen Impact-Investoren, die direkt Unternehmen und die Welt verändern wollen und die Rendite als sekundär betrachten. Bei uns steht aber in der Tat die Geldanlage im Vordergrund, weshalb wir Ratings von plus 2 oder 3 als ideal betrachten. Wir möchten Nachhaltigkeit und gute Performance zusammenbringen.“

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