Mathias Wilhelm (links), Leiter Wertpapiere bei Universal-Investment, und Scope-Geschäftsführer Said Yakhloufi | © UI, Scope Foto: UI, Scope

Exklusives Doppel-Interview

„Es geht speziell darum, Fonds anzusehen und zu bewerten“

DAS INVESTMENT: Erklären Sie bitte, wie Ihre Unternehmen künftig zusammenarbeiten wollen.

Mathias Wilhelm: Als Universal-Investment wollen wir Fondsinitiatoren generell sämtliche Dienstleistungen aus einer Hand bieten. In dieser Hinsicht fühlen wir uns auch gut aufgestellt. Doch gerade im Hinblick auf die aktuell wieder gestiegene Verunsicherung bei Investoren wollen wir Vertrauen und Transparenz in die Produkte unserer Fondspartner weiter stärken. Es geht speziell darum, Fonds anzusehen und zu bewerten, die noch am Anfang stehen. Gerade wenn sie noch jung sind, ist ein Gütesiegel in Form eines Ratings eine gute Chance, die Vorteile des Produktkonzepts aufzuzeigen. Das sorgt dann für mehr Orientierung bei den Investoren und hilft auch, um sich im Vertrieb gegen die Konkurrenz besser durchzusetzen.

Nicht jeder Fonds ist am Ende auch erfolgreich. Suchen Sie jemanden, der im Vorfeld schlechte Konzepte aussortiert?

Mathias Wilhelm: Das ist nicht das Ziel. Die Wettbewerbsanalyse bereits im Auflageprozess oder das Rating mit der Auflage sollen Fondskonzepte künftig schon im Vorfeld ausreichend würdigen können. Die Initiatoren haben dann noch keine Historie, keine Wertentwicklung. Dann können die Wettbewerbsanalyse oder das Rating immerhin einen analytisch untermauerten Eindruck vermitteln, dass sie mit dem richtigen Konzept am Start sind.

Said Yakhloufi: Wir beobachten, dass in Deutschland der Fondsvertrieb in vielen Anlagenklassen äußerst konzentriert ist. Das heißt, vergleichsweise wenige Produkte vereinigen den größten Teil der Mitteilzuflüsse. Dadurch sind viele mindestens ebenso gute und erfolgreiche Produkte benachteiligt, die nicht über die nötigen Mittel, Historie oder Größe verfügen, um sich im Vertrieb zu behaupten. Wir wollen als Rating-Agentur vielversprechende Konzepte identifizieren und bewerten und damit potenzielle Investoren auf diese Fonds aufmerksam machen. Damit fördern wir Transparenz und Vielfalt.

Also suchen Sie nach Perlen.

Yakhloufi: Wenn Sie es so ausdrücken möchten, ja. Man könnte aber auch sagen: Wir wollen mit unserer Bewertung die Qualität von guten Fondskonzepten für alle Marktteilnehmer aufzeigen.

Was ist das dann für ein Etikett?

Yakhloufi: In erster Linie unser bewährtes qualitatives Fonds-Rating und die Investment-Team-Ratings. Darüber hinaus bieten wir unabhängige Wettbewerbsanalysen, um die Konzepte in die Fondslandschaft einzuordnen. Das soll dem Investor zusätzliche Transparenz liefern und Anbietern helfen, das Potenzial ihrer Produkte einzuschätzen.

Nun könnte aber der Eindruck entstehen, dass Scope wohlwollend urteilt, weil Ihre Unternehmen ja zusammenarbeiten.

Yakhloufi: Das ist definitiv nicht der Fall. Als unabhängige Rating-Agentur kommen stets unsere etablierten Rating-Methoden und objektiven Bewertungsmaßstäbe zur Anwendung. Unabhängigkeit und Objektivität sind das Fundament unserer analytischen Arbeit.

Wilhelm: Ich kann das bestätigen. Wir sagen auch jedem unserer Kunden, dass es kein garantiertes Ergebnis dieser Analyse gibt. Das ist uns sehr wichtig, auch um die Wertigkeit dieser Analysen zu sichern.

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