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Fondsmanager Christian Mejrup

Fondsmanager Christian Mejrup

Exoten-Fonds-Porträt Global Evolution Frontier Markets Fund

Zinssatz von Afrika

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Es ist noch gar nicht lange her, da flog Christian Mejrup mit Investoren nach Simbabwe. In ein Land, in dem Diktator Robert Mugabe herrscht. Ein Land, in dem Menschenrechte reihenweise verletzt werden. Was um alles in der Welt er dort wollte?

„Auch Mugabe lebt nicht ewig“, sagt Mejrup. „Und für einen wirtschaftlichen Neustart nach ihm in einem demokratischen Rahmen hat das Land beste Voraussetzungen.“ Zum Beispiel eine der besten Verkehrsinfrastrukturen im südlichen Afrika. In der Erdkruste stecken Edelmetalle, vor gut 30 Jahren hatte das Land eine der stärksten Landwirtschaften des Kontinents.

Kein Mitglied im Anlagezirkus

Mejrup managt für die dänische Global Evolution auf der Plattform von Universal- Investment den Rentenfonds Saxo Invest Global Evolution Frontier Markets. Er verleiht damit Geld an Länder, die bei Großinvestoren noch keine Rolle spielen – weil sie als zu risikoreich gelten, oder weil es noch nicht genug Anleihen aus diesen Ländern gibt. Grenzmärkte eben (so die wörtliche Übersetzung von Frontier Markets), die in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung noch hinter der Gruppe der Schwellenländer liegen.

Ein Vorteil ist, dass die Frontier Markets noch nicht Mitglied im globalen Investment-Zirkus sind. Hier stoßen Großinvestoren noch nicht auf Knopfdruck sämtliche Anlagen ab, weil ihnen die Füße kalt werden. Können sie gar nicht. Dadurch gehören Frontier-Markets-Anleihen zu den wenigen niedrig mit Mainstream-Märkten korrelierten Anlagen.

Noch kann Mejrup nicht in Simbabwe zugreifen, selbst wenn er es wirtschaftlich gut fände. Global Evolution hat die UN-Richtlinie für verantwortungsvolles Investieren unterschrieben. Und die schließt Länder mit derartigen Verstößen gegen die Menschenrechte aus Prinzip aus.

Aber es stehen trotzdem 65 interessante Länder zur Wahl. 38 davon hat Mejrup derzeit im Portfolio. Zum Beispiel Nigeria. „Das Land ist gerade dabei, in das globale Lied mit den sinkenden Zinsen einzustimmen“, sagt der Däne. Das hieße über Jahre steigende Anleihekurse – vielleicht sogar wie in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten.

Zudem habe Nigeria über wichtige Reformen seine Wirtschaft freier gemacht. Das Volk ist jung, es will einkaufen, Geld ausgeben. Aus westlichen Fehlern lernen Und die Bankenkrise? Ja, die gab es mal. „Die giftigen Kredite sind in die Amcon ausgelagert, eine Art Bad Bank“, erklärt Mejrup. Es gebe in dem Land talentierte Banker, die aus den Fehlern der westlichen Welt eigene Schlüsse zögen. Im Jahr 2010 wählte das Finanzmagazin „The Banker“ den nigerianischen Zentralbankchef Sanusi Lamido Sanusi sogar zum Zentralbanker des Jahres.

In Mejrups Fonds steckt eine Menge Afrika. Unter den größten Positionen sind Ghana, Mosambik und die Elfenbeinküste. Diese Exoten treiben die laufende Rendite seines Fonds auf fast 9 Prozent. Der Wert lag vor nicht allzu langer Zeit noch im zweistelligen Bereich. Es habe schon enorme Mittelflüsse in die Frontier Markets gegeben, sagt Mejrup. Sie werden größer, liquider, investierbar – und damit interessant, für Investmentbanken und am Ende auch für Großinvestoren. 

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Weitere Porträts der Serie finden Sie unter hier.


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