Was kommt heraus, wenn man ein modernes Deckungskonzept für Einfamilienhäuser mit KIM, dem ersten KI-Mitarbeiter der deutschen Versicherungsbranche, kombiniert? Vielleicht genau das, was Domcura aktuell am Maklermarkt verspricht. Denn eines muss man dem Kieler Assekuradeur lassen: Domcura sammelt seit Jahren Auszeichnungen, Rankings und „Sehr gut“-Bewertungen der Branche nahezu am Fließband. Testsieger hier, Top-Rating dort, Höchstbewertungen sowieso.

Das ist sicherlich kein Nachteil. Und ja – das Einfamilienhauskonzept gehört zweifellos zu den leistungsstärkeren Lösungen im Markt. Aber die entscheidende Frage lautet aus Maklersicht trotzdem: Wie relevant sind die zahlreichen Testsiegel und Produktrankings in der Praxis wirklich?

Denn am Ende interessiert den Hausbesitzer und Vermittler weniger, wie viele Auszeichnungen auf der Vertriebsfolie stehen. Entscheidend ist vielmehr:

  • Wie schnell wird im Schadenfall geholfen?
  • Funktionieren Prozesse auch unter Last?
  • Wie transparent läuft die Kommunikation?
  • Und fühlt sich der Kunde im Ernstfall tatsächlich gut betreut?

Genau deshalb wird es bei Domcura interessant. Denn hier trifft ein ausgesprochen umfangreiches Deckungskonzept auf eine zunehmend KI-gestützte Schadenbearbeitung. Und genau diese Kombination hebt den Ansatz aktuell durchaus vom Markt ab.

Deckungskonzept: Weniger Vergleichslogik, mehr Konzeptgedanke

Das Einfamilienhauskonzept von Domcura richtet sich an wohnwirtschaftlich genutzte:

  • Ein- und Zweifamilienhäuser,
  • Doppelhaushälften,
  • Reihenhäuser

und basiert auf einem vergleichsweise einfachen Quadratmeter-Modell.

Aus Maklersicht ist das durchaus relevant. Denn je komplexer Wohngebäudetarife werden, desto wichtiger wird eine möglichst einfache und nachvollziehbare Tarifierung – sowohl in der Beratung, als auch im Bestand.

Domcura positioniert das Konzept bewusst als besonders leistungsstarke Lösung mit hoher Deckungsbreite. Und tatsächlich merkt man dem EFH-Tarif an, dass er weniger auf der klassischen Vergleichsrechnerlogik optimiert wurde, wenngleich inzwischen sogar vier Produktvarianten vorgehalten werden, sondern eher auf einen konzeptionellen Beratungsansatz.

Wirklich interessant wird der Tarif allerdings erst in der Tariflinie „Exklusiv-Schutz“. Denn hier bündelt Domcura:

  • den Top-Schutz,
  • sämtliche optionale Bausteine
  • sowie eine weitgehende Allgefahrendeckung zu einem Gesamtansatz, der deutlich über den klassischen Marktstandard hinausgeht.

Gerade die Zukunftsgarantie fällt dabei auf: Als versichert gelten auch „Allgefahren“, die heute noch gar nicht bekannt sind.

Das ist natürlich zunächst einmal ein marketingstarker Satz. Gleichzeitig steckt dahinter aber ein nachvollziehbarer Gedanke: Gebäude verändern sich technologisch zunehmend schneller als klassische Bedingungswerke. Und genau dort versucht Domcura anzusetzen.

Der Tarif enthält eine ganze Reihe von Leistungsbausteinen, die man so in dieser Kombination nicht überall findet. Dazu gehören unter anderem:

  • Absicherung gegen Teilüberschwemmungen infolge des Starkregens,
  • beitragsfreie Rohbauversicherung bis zu 24 Monate,
  • Summendifferenzdeckung,
  • Elementarschadendeckung inklusive,
  • umfangreiche Garantiebausteine.

Besonders auffällig ist dabei die Vielzahl an Garantien:

  • Leistungsgarantie,
  • Marktgarantie,
  • Innovationsgarantie,
  • Austauschgarantie,
  • Zukunftsgarantie.

Natürlich kann man darüber diskutieren, wie praxisrelevant manche Garantieversprechen im Detail tatsächlich sind. Aus Vertriebssicht reduzieren solche Mechanismen aber zumindest die Sorge, „den falschen Tarif“ gewählt zu haben.

Nachhaltigkeit in Form konkreter Leistungen 

Interessant wird es auch beim Thema Nachhaltigkeit. Während Nachhaltigkeit bei vielen Tarifen derzeit eher kommunikativ statt operativ stattfindet, versucht Domcura den Gedanken zumindest teilweise in konkrete Leistungen zu übersetzen. Dazu zählen beispielsweise:

  • nachhaltige Wiederherstellungsmöglichkeiten,
  • Leistungen für energieeffiziente Technik,
  • Unterstützung moderner Gebäudetechnik,
  • Schutz von Solaranlagen und energiebezogenen Systemen,
  • Leistungen rund um Wassermeldetechnik.

Das ist kein radikaler Neustart der Wohngebäudeversicherung, aber deutlich mehr als bloße ESG-Rhetorik. Ausbaufähig ist in diesem Zusammenhang der Bereich der Schadenverhütung. Anreize, zum Beispiel für eine Präventionsberatung und Eigenvorsorge, auch unter Nachhaltigkeitsaspekten, sollten beim nächsten Tarif-Update berücksichtigt werden.

KIM: Wenn Schadenbearbeitung zum eigentlichen Produkt wird

Fast spannender als das eigentliche Bedingungswerk ist allerdings die KI-basierte Schadenplattform „KIM“. Denn eines muss man der Branche ehrlich zugestehen: Die Qualität einer Wohngebäudeversicherung entscheidet sich nicht allein über Bedingungen, sondern spätestens dann, wenn der Schaden eingetreten ist.

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Nach Angaben von Domcura übernimmt KIM bereits heute automatisierte Prozesse bei Standard-Schäden:

  • Dokumentenprüfung,
  • Bilderkennung,
  • Deckungsprüfung,
  • Schadensteuerung,
  • Kommunikation.
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Das Ziel dahinter ist nachvollziehbar:

  • schnellere Bearbeitung im Sinne der Kunden,
  • weniger Rückstände,
  • Entlastung der Schadenabteilungen,
  • mehr Fokus auf komplexe Fälle.

Und genau hier könnte tatsächlich ein echter Wettbewerbsvorteil entstehen. Denn viele Versicherer diskutieren noch über KI. Domcura setzt sie bereits praktisch ein.

Mein Fazit 

Mein Fazit: Und das sage ich durchaus auch mit einem kleinen hanseatischen Augenzwinkern. Denn als Lübecker Konzeptmakler schaut man natürlich nicht völlig emotionslos nach Kiel, wenn dort wieder einmal ein ziemlich ordentliches Wohngebäudekonzept gebaut wird.

Trotzdem muss man neidlos anerkennen: Die Produktausrichtung von Domcura ist an vielen Stellen wirklich durchdacht. Vor allem aber wirkt der Einsatz von KIM nicht wie die nächste Power-Point-Folie mit KI-Schlagworten, sondern wie ein ernsthafter Versuch, reale Probleme im Schadenmanagement – und zukünftig sicherlich auch in weiteren Bereichen der Wertschöpfungskette – tatsächlich zu lösen.

Und genau darin liegt aus meiner Sicht der größte Mehrwert für die angebundenen Vermittler und deren Kunden. Und offenbar funktioniert das Modell inzwischen so gut, dass Domcura die KIM-Lösung mittlerweile sogar anderen Unternehmen als modulare KI-„Plattform as a Service“ anbietet.

Das muss man als Wettbewerber vielleicht nicht begeistert feiern. Anerkennen sollte man es schon. Und sich vielleicht auch mal etwas genauer anschauen. 

Zur Person

Nico Streker

Nicolas Streker, Jahrgang 1980, ist gelernter Versicherungskaufmann. Nach über 14 Jahren bei der Allianz und einem berufsbegleitenden Betriebswirtschaftsstudium verantwortete er als Direktionsbevollmächtigter das gewerbliche Sach- und Haftpflichtgeschäft der Signal Iduna in Norddeutschland. Seit 2016 ist er Geschäftsführer der in Lübeck ansässigen Asspick Versicherungsmakler GmbH, einem Partnerunternehmen der Martens & Prahl Gruppe. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert sich Streker als ehrenamtlicher Richter sowie als IHK-Prüfer in Lübeck. Zudem ist er bundesweit als Referent zu aktuellen Themen der Wohnungswirtschaft gefragt.