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Morgan Harting, Portfoliomanager für Emerging Markets bei AB

Morgan Harting, Portfoliomanager für Emerging Markets bei AB

Expertenkommentar AB

Der Kampf gegen den Benchmark-Blues in den Emerging Markets

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Emerging Markets-Aktien hatten dieses Jahr bislang zu kämpfen. Der MSCI Emerging Markets Index ging seit März 2012, nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren, die von Rückgang geprägt waren, um 0,6% in USD zurück. In den letzten fünf Jahren bis 2014 entwickelten sich Emerging Market-Aktien deutlich schlechter als Industrieländer-Aktien, was zu äußerst niedrigen Bewertungen führte (siehe Abbildung).


Gründe, sich die Anlage in Emerging Markets-Aktien zu überlegen


Sollten Anleger besser die Finger davon lassen? Nicht so vorschnell. Es gibt nach wie vor viele gute Gründe, wieso Anleger derzeit eine Allokation in Emerging Markets-Aktien haben sollten. Zum Beispiel der starke US-Dollar und die niedrigen Ölpreise, die die Rentabilität steigern dürften. Schwächen in einigen wichtigen Emerging Markets-Währungen – der brasilianische Real, der südafrikanische Rand und die türkische Lira eingeschlossen – sorgen dafür, dass viele Emerging Markets-Unternehmen wettbewerbsfähiger zu sein scheinen. China ist der weltweit größte Nettoimporteur von Erdöl und anderen flüssigen Brennstoffen. Aus diesem Grund wird Öl ein Geschenk des Himmels für seine schwächelnde Wirtschaft sein. Viele andere Emerging Markets wie Indien und Südkorea sind ebenfalls Nettoölimporteure und werden auch von den niedrigeren Energiekosten profitieren.

Die globale Liquidität könnte ebenfalls positive Auswirkungen haben. Das Geld, das von der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan in die Märkte gepumpt wird, könnte den Einfluss einer potenziellen Zinserhöhung durch die Fed auf die Emerging Markets-Aktien mindern.

Was könnte demnach als Katalysator für die Neubewertung von günstigen Emerging Markets-Aktien dienen? Unserer Meinung nach könnte eine Steigerung der Wirtschaftsaktivität in Europa gemeinsam mit einer nachhaltigen Erholung in den USA zu einem Aufschwung der Nachfrage nach Emerging Markets-Titeln führen, ferner auch zu einer Erholung der Erträge nach äußerst niedrigen Konsenserwartungen (derzeit 4% für 2015). In diesem Umfeld, so glauben wir, werden Anleger, die Unternehmen mit spezifischen Vorteilen ermitteln, höchstwahrscheinlich belohnt. Beispiele hierfür sind IT-Unternehmen in Indien, Textilhersteller in China und Taiwan sowie mexikanische Lebensmittelkonzerne, die in die USA exportieren. All jene dürften von den aktuell günstigen Währungskonditionen profitieren.

Was stimmt mit der Benchmark nicht?

Selbst in einer Phase, in der sich die Erträge erholen, rechnen wir nicht damit, dass ein Marktwachstum im zweistelligen Bereich wieder einkehrt. Viele Dinge haben sich in den letzten Jahren verändert, weshalb eine Wiederholung des explosiven Aktienanstiegs in Emerging Markets unwahrscheinlich ist. Folglich sind wir der Überzeugung, dass die vollständige Nachbildung der Benchmark nicht der richtige Weg ist.

Der Emerging Markets-Index hat gegenüber aktiven Managern in der Tat keinen großartigen Track Record. Letztes Jahr lag die MSCI Emerging Markets-Benchmark auf der 69. Perzentile aktiver Manager. In den letzten zehn Jahren schnitt sie nicht viel besser ab. Anders ausgedrückt, ein durchschnittlich abschneidender Emerging Markets-Manager hätte in den letzten zehn Jahren immer wieder die Benchmark übertroffen (siehe Abbildung).


Heutzutage sind Benchmarks unseres Erachtens besonders anfällig. Das politische Risiko in Russland, Brasilien und der Türkei nimmt zu, während China vor einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums steht. Ein passives Exposure in Emerging Markets wird Anleger dazu zwingen, große Positionen in Regionen einzugehen, die vor großen Herausforderungen stehen.

Ein aktives Management bietet verschiedene Vorteile. Emerging Markets sind nach wie vor ineffizienter als Industrieländer, daher gibt es für aktienspezifische Gelegenheiten, die eine bessere Wertentwicklung als der Markt bieten können, einen Nährboden.

Durch die Aufrechterhaltung der Aktivität können die Aspekte der Emerging Markets, die mit den meisten Problemen behaftet sind, vermieden werden. Durch die Wahl eines selektiven Ansatzes, der auf den Aufbau starker Überzeugungen in individuellen Aktien setzt und durch das Risikomanagement ausgewogen wird, können sich Anleger unserer Meinung nach für eine potenzielle Erholung vorbereiten und den Benchmark-Blues in den Emerging Markets bezwingen.

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