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EZB-Anleihekaufprogramm

Draghi braucht wohl Yellens Unterstützung bei Bondkaufprogramm

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Seit die von Draghi geleitete Europäische Zentralbank im März mit ihrem 1,1 Billionen Euro schweren Anleihekaufprogramm begonnen hat, müssen sich die Währungshüter gegen Andeutungen wehren, es werde nicht genug Bonds zum Kaufen geben.

Die Kritiker verweisen darauf, dass die europäischen Staaten ihre Emissionstätigkeit drosseln und gleichzeitig Investoren die Wertpapiere horten, weil es im Umfeld einer niedrigen Inflation an attraktiven Alternativen fehlt oder weil sie durch Vorschriften dazu gezwungen werden. In einigen Ländern des Euroraums ist das Renditeniveau so stark gesunken, dass bestimmte Anleihen nicht mehr für das Kaufprogramm in Frage kommen.

Die EZB sucht daher außerhalb des Euroraums nach potenziellen Verkäufern. Rund die Hälfte der von Staaten der Eurozone begebenen Anleihen befindet sich in den Händen von ausländischen Banken und Investoren. „Internationale Banken und Vermögensverwalter sind die wahrscheinlichsten Verkäufer von Staatsanleihen aus dem Euroraum“, erklärte EZB- Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré im März. „Und diese Investoren haben wohl im Allgemeinen flexiblere Mandate.“

Insgesamt dürfte die Verkaufsbereitschaft dieser Investoren an die EZB stärker von US-Notenbank-Chefin Yellen bestimmt werden als von Draghi, sagt Michael Schubert, Volkswirt bei der Commerzbank AG in Frankfurt. Denn der Verkaufswillen hänge von der Attraktivität anderer Investments wie beispielsweise US-Staatsanleihen ab, und deren Wert werde unter anderem davon bestimmt, wie schnell die Fed die Zinsen anhebt.

„Je stärker die Zinserhöhungen der Fed die aktuellen Erwartungen übertreffen, desto stärker werden die Renditen der Treasuries und mit ihnen die Attraktivität der Papiere steigen“, schrieb Schubert in einer im April veröffentlichten Studie. „Falls jedoch die Zinsanhebungen der Fed unter den Markterwartungen bleiben, würde es das Fehlen von Investmentalternativen der EZB erschweren, genügend Anleihen für ihr Kaufprogramm zu finden.“

Jetzt ist die Zinsentscheidung der Fed gefallen. Die US-Notenbank wird die Leitzinsen vorerst unverändert belassen.

Mittelfristig erwartet die Commerzbank, dass die Fed die Leitzinsen stärker anheben wird, als der Markt erwartet. Sie rechnet mit einem Leitzins von 2,25 Prozent bis Ende nächsten Jahres, verglichen mit derzeit null Prozent. „Die Renditen der US-Treasuries werden daher wahrscheinlich steigen, was die Bereitschaft der Investoren erhöhen würde, ihre Euro-Anleihen zu verkaufen“, so Schubert.

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