EZB-Entscheid Die geldpolitischen Maßnahmen Draghis für 2016/2017

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Als Reaktion auf diese EZB-Entscheidung sind an den europäischen Anleihemärkten die Kurse eingebrochen. Einige Investoren fühlten sich bezüglich der zusätzlichen Konjunkturfördermaßnahmen der EZB in ihren Erwartungen enttäuscht.

Besonders deutliche Verluste verzeichneten Papiere mit kurzen Laufzeiten, die im Vorfeld der EZB-Entscheidung besonders stark zugelegt hatten. Die Renditen zweijähriger Anleihen von Deutschland bis Spanien waren auf Rekordtiefs gesunken.

Die Senkung des Einlagensatzes der EZB auf minus 0,3 Prozent entsprach nicht den Erwartungen einiger Volkswirte, die eine Senkung um mehr als zehn Basispunkte erwartet hatten (14 von 44 laut einer Bloomberg-Umrfage).

„Der Markt hat sich zu sehr hinreißen lassen und zu diesem Zeitpunkt zu viel eingepreist", sagte Orlando Green, Stratege festverzinsliche Werte bei der Investmentbankensparte von Crédit Agricole SA in London. „Die Erwartungen waren sehr hoch und wir sehen jetzt, dass der Markt nicht wirklich glücklich ist mit der fehlenden Ausweitung" beim monatlichen QE-Volumen und mit der Senkung des Einlagensatzes um zehn Basispunkte.

Zweijährige deutsche Anleihen rentierten zuletzt zehn Basispunkte höher mit minus 0,342 Prozent. Bei vergleichbaren spanischen Papieren kletterte die Rendite neun Prozent auf 0,040 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen stieg zehn Basispunkte auf 0,57 Prozent. Für den Terminkontrakt Bund-Future ging es 126 Basispunkte abwärts auf 157,19 Prozent.

US-Staatsanleihen notierten ebenfalls leichter. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries stieg sechs Basispunkte auf 2,24 Prozent.

Am Primärmarkt beschaffte sich Spanien in mehreren Tranchen mit Laufzeiten zwischen fünf und 15 Jahren insgesamt 3,36 Milliarden Euro und begab außerdem eine inflationsgeschützte Anleihe mit Fälligkeit 2024 im Volumen von 505 Millionen Euro. Aus Frankreich kamen 4,5 Milliarden Bonds mit Fälligkeit zwischen 2024 und 2041.

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