EZB senkt Leitzins drastisch

Mit der höchsten Zinssenkung ihrer zehnjährigen Geschichte hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf die Verschärfung der Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa reagiert. Die Notenbank nahm heute den Leitzins für die 15 Länder des Euro-Raums um 0,75 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent zurück.

Bereits im Oktober und November hatte die EZB den wichtigsten Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld im Kampf gegen die Rezession in vielen europäischen Ländern um je 0,50 Punkte gesenkt. Ein erneuter Zinsschritt war erwartet worden, allerdings hatten viele Experten nur mit einer Rücknahme um 0,5 Punkte gerechnet. Der EZB-Leitzins liegt auch nach der Zinssenkung noch deutlich höher als in den USA (1,0 Prozent).

Die schwedische Zentralbank hatte den Zinssatz heute vor der EZB-Entscheidung bereits 1,75 Punkte auf zwei Prozent nahezu halbiert. Auch die Bank von England senkte ihren Leitzins um einen Prozentpunkt auf 2,0 Prozent. Damit ist der dortige Zinssatz so tief wie seit 1951 nicht mehr. Die Bank of England hatte ihren Leitzins bereits im November deutlich um 1,5 Punkte auf 3 Prozent gesenkt.

Es wird zudem erwartet, dass die EZB ihre Wachstumsprognosen korrigieren wird. Bislang hatte die EZB für 2009 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euro-Raum von 1,2 Prozent erwartet. Experten rechnen damit, dass diese Vorhersage auf rund 0,8 Prozent verringert wird.

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