EZB-Vize

„EZB-Maßnahmenpaket verfolgt klares Ziel“

“Falls eine Reihe von Maßnahmen ergriffen werden - das muss in der nächsten Woche noch entschieden werden -, dann werden sie alle in dieselbe Richtung gehen”, sagte EZB-Vizepräsident Vítor Constâncio am Mittwoch in einem Interview nach der Veröffentlichung des Finanzstabilitätsberichts. “Die größte Sorge, die wir als Zentralbank haben, ist in der Tat die Möglichkeit, das Risiko, dass eine ausgedehnte Phase niedrigen Wachstums und niedriger Inflation zu allerlei Risiken führen wird.”

Die Erholung in den 18 Staaten des Euroraums kommt angesichts einer gedämpften Preisgestaltung und schwacher Kreditvergabe nicht so recht in die Gänge.

Die Kreditvergabe der Banken ist seit zwei Jahren rückläufig, was womöglich die Entscheidung von EZB-Präsident Mario Draghi darüber beeinflussen könnte, ob die Geldpolitik weiter gelockert wird. Die Inflation ist seit Oktober nicht mal halb so hoch wie das Ziel der EZB.

Der EZB-Rat kommt am 5. Juni in Frankfurt zusammen, um über den weiteren geldpolitischen Kurs zu entscheiden - vier Wochen nachdem Draghi gesagt hatte, die Währungshüter seien mit dem Inflationsausblick unzufrieden und “fühlten sich damit wohl”, bei ihrer nächsten Sitzung zu handeln.

EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch sagte am Mittwoch in Tokio, dass die Zentralbank an einem Maßnahmenpaket arbeite, das auch erstmals einen negativen Einlagensatz einschließen könne.

“Wir haben bekannt gemacht, dass wir uns damit wohlfühlen zu handeln, sowohl mit konventionellen als auch unkonventionellen Maßnahmen, und dass uns Raum zur Verfügung steht”, erklärte er. “Vor allem haben wir unser Instrumentarium erweitert, und wir werden einige unserer Erkenntnisse dieses erweiterten Instrumentariums dem Rat vorstellen.”

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