Off-Shore-Windkraftanlagen im Atlantik. Nachhaltige Investments können für einen Mischfonds die Funktion eines Risikofilters übernehmen. Foto: Getty Images

Off-Shore-Windkraftanlagen im Atlantik. Nachhaltige Investments können für einen Mischfonds die Funktion eines Risikofilters übernehmen. Foto: Getty Images

Fairinvest

Wie Sarasin Mischfonds mit dem Thema Nachhaltigkeit kombiniert

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Nachhaltig zu investieren zieht immer weitere Kreise. So gehen auch internationale Investoren wie der norwegische Staatsfonds zunehmend dazu über, etwa Kohleunternehmen aus ihren Investments auszuschließen. „Einen nachhaltigen Ansatz bei der Asset Allocation wie auch bei der Branchen- und Einzeltitelauswahl anzuwenden wirkt wie ein zusätzlicher Risikofilter“, weiß Dennis Bützer, Portfoliomanager bei der Bank J. Safra Sarasin. „Wir haben den Sarasin-FairInvest-Universal-Fonds für institutionelle Investoren wie Stiftungen entwickelt, die möglichst risikoarme Investments benötigen.“

Auf diese Weise ist ein defensives Investment entstanden, das sich seiner Ansicht nach aber auch für Privatanleger als Basisinvestment eignet. Grundsätzlich investiert der Fonds – wie andere Mischfonds ebenfalls – in Anleihen, Aktien und Cash, wobei die Aktienquote in der Regel bei rund 25 Prozent liegt. Doch dann beginnen bereits die Unterschiede: So sind Branchen wie Rüstung, Kernenergie, Agrochemie oder Glücksspiel ausgeschlossen. Ferner hat das Management des Fonds in die Finanzanalyse eine Nachhaltigkeitsanalyse integriert: „In Letzterer kombinieren wir den Best-of-Classes-Ansatz – also die Branchenanalyse – mit dem Best-in-Class-Ansatz, also der Analyse der einzelnen Unternehmen und Anleiheemittenten im Verhältnis zum Branchendurchschnitt“, erläutert Bützer. Bei der Branchenanalyse geht es etwa darum herauszufiltern, inwieweit eine Branche Umwelt- oder Sozialrisiken aufweist.

Bützer: „Wir schließen schon auf dieser Ebene teure Umweltrisiken weitgehend aus. Darum haben unsere nachhaltig ausgerichteten Mischfonds auch weniger stark unter dem aktuellen Verfall des Ölpreises gelitten.“ Auf Basis der Bewertung der Unternehmen und Anleiheemittenten nach den Nachhaltigkeitskriterien der Bank entsteht dann ein Ranking.

Defensiv, aber mit Renditechance

„Bei Investments, die hier gut abschneiden, führen wir anschließend eine integrierte Finanzanalyse durch, in welche die Erkenntnisse der Nachhaltigkeitsanalyse mit einfließen, um die aussichtsreichsten Wertpapiere im Aktien- und Anleihebereich zu identifizieren“, so Bützer. „Auf diese Weise erreichen wir eine defensive Grundausrichtung unseres gemischten Portfolios, ohne Renditechancen zu vernachlässigen.“ Das Konzept hat sich bewährt: Als im Januar die Aktienmärkte deutlich an Wert verloren, konnte der Sarasin FairInvest-Universal-Fonds seine Verluste auf 1,2 Prozent begrenzen.

Seit Auflage im April 2001 hat der Fonds bei einer durchschnittlichen jährlichen Volatilität von knapp 4,3 Prozent rund 3,6 Prozent pro Jahr zugelegt, durch alle Krisen hindurch. Dass Aktien und Anleihen nachhaltig wirtschaftender Emittenten das Rendite-Risiko-Verhältnis eines Portfolios verbessern können, dafür gibt es nach Ansicht von Bützer handfeste Gründe: „Zum einen werden Investoren in turbulenten Phasen eher Unternehmen mit geringen Risiken suchen“, sagt er. „Zum zweiten sind Firmen, die mit ihren Ressourcen umsichtig umgehen, oft auch kommerziell erfolgreicher.“ Im aktuellen Marktumfeld ist das sicher kein Nachteil.

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