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Farbenspiel zur Bundestagswahl „Koalition mit FDP, das tut weh“

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Dabei passt Monsieur Macron dieser widerspenstige Herr Lindner von der FDP gar nicht ins Konzept. Macron wird mit den Worten zitiert: „Wenn sie (d.h. Frau Merkel) sich mit den Liberalen verbündet, bin ich tot.“ Nach der Bundestagswahl muss die CDU/CSU eine Koalition mit der FDP genau abwägen: Denn je mehr europäische Stabilität, desto weniger deutsch-französische Freundschaft.

Dritte Große Koalition unter Angela Merkel – Es muss ja keine Liebesbeziehung sein

Das einzige Kandidatenduell von Frau Merkel und Herrn Schulz war kein Duell, sondern es waren Szenen einer langen Ehe, wo die Liebe zwar längst vorbei ist, man sich aber immerhin auf eine Vernunftbeziehung geeinigt hat.

Mit neuen Polit-Partnern müsste man sich erst arrangieren. Diese jungen Wilden verlangten womöglich noch politische Veränderungen, sogar Reformen. Wo kommen wir denn da hin?

Überhaupt, in der heutigen Zeit sind Konstanz und Verlässlichkeit doch wichtig. Beide Parteien stehen für ein stabiles Europa, zur Not eben auch zu Lasten der einst so heiligen Finanzstabilität. Hauptsache, man ist sich mit Frankreich wieder grün. Man hat doch längst erkannt, dass in den Euro-Ländern eine reformintensive Wirtschafts- und Finanzpolitik politisch nicht durchzuführen ist. Wer will denn schon neue soziale Unruhen und Krisen riskieren, die sogar zu Euro-feindlichen Wahlergebnissen führen, zum Beispiel nächstes Jahr in Italien. Und muss man in diesem Zusammenhang die übertrieben üppige Geldpolitik der EZB nicht eher als Euro-stützende Sozialpolitik verstehen? Ohnehin hängt doch das Konterfei von Mario Draghi längst als Heiligenbild in allen Wohnzimmern der Berliner Großkoalitionäre. Denn nur durch seine planwirtschaftliche Drückung von Schuldzinsen macht Deutschland keine neuen Schulden und erhält die deutsche Konjunktur einen zusätzlichen Antrieb. Auch in Berlin ist einem das eigene Hemd näher als der stabilitätspolitische Rock.

Warum sollte man diese Wohlfühlkoalition in den nächsten vier Jahren gefährden?

Überhaupt, warum sollte sich die Union eine große widerspenstige Opposition antun. Scheiden von der SPD tut weh! Dann macht man den potenziellen Feind doch lieber zum Verbündeten. Und die Sozialdemokraten selbst behalten doch auch unter der nächsten GroKo ihre Ministerposten. Die zweite Geige spielende SPD kann sich damit trösten, dass Frau Merkel vielleicht in vier Jahren nicht mehr antritt. Dann kann Herr Gabriel als ein weiter an Zustimmung gewinnender Außenminister sein Glück gegen eine Neue oder einen Neuen bei der Union versuchen.

Aufgrund dieser Polit-Logik hat man sich auch auf den deutschen Börsenparketten längst auf eine neue GroKo eingerichtet. Auch zukünftig erwartet man wirtschaftspolitisch nicht viel von ihr. Diese Erwartung wurde ja schon in der Vergangenheit immer zu fast 100 Prozent erfüllt. Dabei hätte die GroKo mit breiter Mehrheit alle Möglichkeiten, zum Beispiel die Erhaltung des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu sichern. Für solche Mammutaufgaben sind GroKos übrigens auch gedacht.

Auf zur Großen Koalition 3.0 unter Frau Merkel. Aller guten Dinge sind drei. Ich weiß aber nicht, ob jedes deutsche Sprichwort Weisheit offenbart.

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