Im vergangenen Jahr bekam ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland weniger als 16.300 Euro netto. Das entspricht einem monatlichen Nettoeinkommen von gerade einmal 1.358 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die „Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen“ des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Bei diesen Zahlen handelt es sich um sogenanntes Äquivalenzeinkommen. Das ist ein Pro-Kopf-Betrag, bei dem aber bei Mehrpersonenhaushalten das Einkommen des zweiten Erwachsenen und der Kinder anders gewichtet werden. Die Forscher begründen dies mit Einspareffekten, schließlich fallen bestimmte Kosten ja nur einmal pro Haushalt an.

Zwei Fünftel (40 Prozent) der Bevölkerung hatten ein Nettoäquivalenzeinkommen von unter 22.000 Euro im Jahr. Auf der anderen Seite hatten ebenfalls zwei Fünftel (40 Prozent) der Bevölkerung ein Einkommen von 28.400 Euro und mehr.

Armutsrisiko Kinder

Zu den 40 Prozent der Bevölkerung mit den geringsten Einkommen zählen überdurchschnittlich oft Alleinerziehende. Fast zwei Drittel (64,6 Prozent) von ihnen bekamen 2021 weniger als 22 000 Euro im Jahr netto, bei gut einem Drittel (33,2 Prozent) waren es sogar es weniger als 16 300 Euro.

Ähnliches gilt für Personen in Haushalten mit zwei Erwachsenen und drei oder mehr Kindern: 57,7 Prozent der Personen dieser Haushalte hatten ein Nettoeinkommen von weniger als 22 000 Euro im Jahr. Für Personen in Haushalten mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern beziehungsweise einem Kind traf das auf 36 Prozent beziehungsweise 29,7 Prozent zu.

Nettoeinkommen nach Hushaltstyp

Ruheständler fast gleichauf mit Studenten

Zu den Personen mit dem geringsten Pro-Kopf-Einkommen zählen erwartungsgemäß Studierende und Schüler ab 16 Jahren. Mehr als die Hälfte (55,4 Prozent) von ihnen erhielten im vergangenen Jahr weniger als 22 000 Euro. Mehr als jeder Dritte (35,6 Prozent) kam nicht einmal auf 16.300 Euro netto im Jahr.

Doch auch die Menschen im Ruhestand sind nach Destatis-Angaben nicht sehr weit davon entfernt. Die Hälfte (50,1 Prozent) von ihnen hatte ein Nettoeinkommen von unter 22.000 Euro, fast ein Viertel (24,6 Prozent) verfügte über weniger als 16.300 Euro.

Nettoeinkommen nach soz. Stellung

Bei Arbeitslosen und anderen nichterwerbstätigen Personen ab 16 Jahren gab es mit 77,1 Prozent beziehungsweise 58,3 Prozent einen noch höheren Anteil in den zwei untersten Einkommensgruppen. Mehr als jede zweite arbeitslose Person (54,7 Prozent) zählte zudem zu den 20 Prozent der Bevölkerung mit den geringsten Einkommen. Bei den abhängig Erwerbstätigen sowie Selbstständigen gehörte hingegen gut die Hälfte (52,8 Prozent beziehungsweise 52,1 Prozent) zu den zwei einkommensstärksten Gruppen der Bevölkerung.