Chris Childs

Chris Childs

F&C-Manager: China steht eine harte Landung bevor

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DAS INVESTMENT.com: Inflation oder Deflation – Was erwartet uns in der nächsten Zukunft?

Chris Childs: Ich glaube, die Zentralbanken werden demnächst eher mit Inflation als mit Deflation zu kämpfen haben. Die Deflationsängste haben ihren Höhepunkt bereits Mitte 2010 erreicht. Die zweite Runde des Quantitative Easing, die im November vergangenen Jahres gestartet wurde, endet nicht vor Ende Juni. Die Notenbanken werden in den kommenden Wochen rund 90 Milliarden Euro in die Kapitalmärkte pumpen, was zu steigenden Preisen für viele Vermögenswerte – insbesondere für Rohstoffe – führen wird. Das aber ist ein eindeutiges Zeichen für Inflation. Sollten die jüngsten Korrekturen also nicht zu einer massiven Verlangsamung des Wirtschaftswachstums führen, steigt die Inflation.

DAS INVESTMENT.com: Vor diesem Hintergrund dürften Staatsanleihen kein gutes Geschäft sein. Sollen Anleger besser auf alternative Anlageklassen wie Publikums-Hedgefonds umsteigen?

Childs: Es macht immer Sinn, einige qualitativ hochwertige Staatsanleihen im Portfolio zu haben. Darüber hinaus ist es klug, den einen oder anderen Hedgefonds ins Depot zu nehmen – auch wenn diese Anlageklasse es in letzter Zeit nicht geschafft hat, überzeugende Erträge zu liefern. Das lag aber in erster Linie am schwierigen Investmentumfeld, nicht an der Leistung der Manager.

DAS INVESTMENT.com: Und was ist mit Aktien?

Childs: Sehr gute Fundamentaldaten vieler Papiere machen die schwache Konjunktur mehr als wett, aber die Volatilität steigt. Die hohe Liquidität der Unternehmen könnte außerdem zu mehr Fusionen und Übernahmen führen. Im F&C HVB-Stiftungsfonds machen Aktien derzeit 25 bis 30 Prozent des Portfolios aus.

DAS INVESTMENT.com: Nun setzen viele Experten ihre Hoffnung auf Asien – vor allem auf China, das als Wachstumsmotor der Weltwirtschaft bezeichnet wird. Sie auch?

Childs: Nein. China dürfte eine harte Landung bevorstehen, wenn die Regierung versucht, die Inflation in den Griff zu bekommen. Ein noch größeres Problem für die chinesische Wirtschaft wird auf lange Sicht die Überalterung der Gesellschaft sein. Ich habe kürzlich gelesen, dass 2015 die demografische Situation in China der in Japan in 1990 gleichen wird.

DAS INVESTMENT.com: Und Europa?

Childs: Die europäische Wirtschaft dürfte weiterhin unter dem Schuldenberg der Mittelmeerländer wie Griechenland, Spanien und Italien leiden. Auch in Deutschland wird sich das WFachstum bald etwas verlangsamen. Eine Rezession tritt aber nicht ein. Die Bundesanleihen, die als sicherer Hafen gelten und den Großteil des Portfolios von dem F&C HVB-Stiftungsfonds ausmachen, werden stabil bleiben.

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