Fed-Entscheid Enden 2019 die Zinserhöhungen?

Otmar Lang, Targobank: "Möglicher Hinweis, dass die Zinsanhebungen 2019 enden"

Otmar Lang ist Chefvolkswirt bei der Targobank © Targobank

"Seit rund drei Jahren steht die amerikanische Notenbank für eine Geldpolitik, die zaghaft und bedächtig in Richtung Zinsnormalisierung führt. Davon scheint sie heute ein wenig abzurücken, denn sie hat erstmals seit 2015 den Begriff „accomodative“ aus ihrer geldpolitischen Strategiebeschreibung gestrichen. Ist die Fed also von der starken US-Wirtschaft überzeugt genug, um insgesamt etwas mutiger zu werden? Wir sagen nein. Es könnte der erste Hinweis darauf sein, dass die Zinsanhebungen in 2019 zu Ende gehen. Dazu passt auch, dass die Fed für 2021 von einem schwächeren Wachstum für die US-Wirtschaft ausgeht."

Der Offenmarktausschuss der US-amerikanischen Federal Reserve hat am Donnerstag eine neue Zinsanhebung verkündet. Wie es viele Marktteilnehmer im Vorfeld erwartet hatten, hoben die Notenbanker unter ihrem Chef Jerome H. Powell die Zinssätze um weitere 25 Basispunkte an. Die Zinsspanne für die Leitzinssätze liegt jetzt bei 2,00 bis 2,25 Prozent.

Seit Ende 2015 ist die Fed wieder im Zinserhöhungmodus. Zunächst geschah das vorsichtig, mittlerweile - insbesondere nach dem Wechsel an der Spitze von Janet Yellen zu Jerome Powell - auch in recht zügiger Folge. In acht Schritten ist es vom Zinstief aus um 200 Basispunkte nach oben gegangen.

Damit haben die US-Zinsen seit 2015 zwar einen deutlichen Satz in die Höhe gemacht. Insgesamt befindet sie sich allerdings weiterhin auf niedrigem Niveau. Und es lassen sich immer lautere Stimmen vernehmen, die ein baldiges Ende des gegenwärtigen Bullenmarkts voraussehen. Damit könnte sich auch der Zinstrend wieder drehen.

Wie es bei den US-Zinsen weitergeht, schätzen  hier sechs Marktexperten ein.

Mehr zum Thema

WEITERE Bildergalerien
EMPFOHLENE Bildergalerien
NEU IN DER MEDIATHEK
nach oben