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Kommentare zur Fed-Sitzung US-Notenbank signalisiert Zinserhöhung im März

Jerome Powell
Jerome Powell: Der Präsident der US-Notenbank am Mittwoch bei einer Online-Pressekonferenz nach der Fed-Sitzung. | Foto: Imago Images / Kyodo News

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat am Mittwoch ihren Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent belassen – aber betont, dass eine Anhebung bald angemessen sein dürfte. Zudem bestätigten die Notenbanker um Fed-Chef Jerome Powell, die Netto-Anleihekäufe im Februar auf 30 Milliarden US-Dollar zu drosseln und im März enden zu lassen.

Für Kursverluste am Aktien- und Anleihemarkt sorgten die Ausführungen von Powell bei der Pressekonferenz nach der Sitzung. Er wies darauf hin, dass die Inflation weit über der Zielmarke liege und verschaffte sich so Spielraum für die anstehenden geldpolitischen Entscheidungen. Unsicherheit entstand, weil offen blieb, wie stark die Fed ihre Geldpolitik mit Zinserhöhungen und dem Abbau ihrer Bilanz straffen wird. Wir haben einige Stimmen zur Fed-Sitzung ausgewählt.

James McCann, stellvertretender Chefökonom bei Abrdn:

Eine holprige Woche an den Märkten hat wenig dazu beigetragen, die Fed von ihrem beschleunigten Straffungsprogramm abzubringen, wobei die gestrige Sitzung die Weichen für eine Zinserhöhung im März stellt. Während die Zentralbank in der Vergangenheit empfindlich auf Marktstress reagiert hat, ist es schwieriger, den Kurs zu ändern, wenn die Inflation bei 7 Prozent liegt, die Arbeitslosenquote unter 4 Prozent, das Lohnwachstum sich beschleunigt und die Realzinsen tief im negativen Bereich liegen.

Mit Blick auf die Zukunft bleibt die Inflation das große Risiko für die Märkte. Wenn die Fed sich irrt, dass sich die Inflation ab 2022 abschwächen wird, wird sie gezwungen sein, die Geldpolitik schneller zu straffen, selbst wenn sich dies als störend für die Vermögenspreise und damit für die Anleger erweisen sollte.


Christian Scherrmann, US-Volkswirt bei der DWS:

Wie von uns erwartet, stellt die US-Notenbank eine Zinserhöhung im März in Aussicht und warnt gleichzeitig, dass eine Verkürzung ihrer Bilanz bald folgen könnte. In der Presseerklärung wird das Ende der Anleiheankäufe für Anfang März bestätigt und auch die Einschätzung der Arbeitsmarktsituation ist noch falkenhafter als im Dezember. Salopp gesagt bedeutet dies, dass die US-Notenbanker nun höchstwahrscheinlich die Vollbeschäftigung bereits als erreicht ansehen.

Darüber hinaus veröffentlichte die US-Notenbank, wie schon im Jahre 2014, ein Statement über die „Prinzipien für die Reduzierung der Größe der Notenbankbilanz“. Wie damals enthält diese Erklärung keine endgültigen Informationen. Jedoch ist die US-Notenbank – anders als damals – wahrscheinlich nicht dazu bereit, fast zwei Jahre zu warten, um mit dem Abbau ihrer Anleihebestände zu beginnen. Die Zeiten haben sich geändert und die Bedingungen sind andere: Das Wachstum ist nach wie vor lebhaft, aber die Inflation ist extrem hoch. Was früher eine Frage von Jahren war, ist heute höchstwahrscheinlich nur noch eine Frage von wenigen Monaten.

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