Federico Ghizzoni

Unicredit-Chef geht

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Federico Ghizzoni, Chef der UniCredit SpA, wird nach fast sechs Jahren an der Spitze der größten italienischen Bank zurücktreten. Die Investoren haben das Vertrauen in seine Bemühungen, das Kapital zu stärken und die Gewinne zu verbessern, verloren.

Ghizzoni werde die Bank verlassen, sowie ein Nachfolger ernannt sei, teilte UniCredit am späten Dienstag mit. Der Verwaltungsrat und Ghizzoni haben sich demnach darauf verständigt, dass ein Wechsel an der Spitze der Bank angebracht ist. Der Vorsitzende Giuseppe Vita wird die Suche nach einem Nachfolger leiten.

Ghizzonis Strategieplan für Investoren nicht ambitioniert genug

Ghizzoni, 60, führte UniCredit durch die Staatsschuldenkrise, regulatorische Veränderungen und die längste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg in Italien. Die Erträge zu steigern gelang indes nicht, da die zunehmenden faulen Kredite die Gewinne schmälerten. Sein revidierter Strategieplan, den er im November ankündigte, erschien einigen Investoren jedoch nicht ambitioniert genug, damit UniCredit ihren Status als eine der am schwächsten kapitalisierten Banken Europas abschütteln kann.

"Der Schritt war zu erwarten, zumal das Management nicht in der Lage war, die Probleme bei Kapital und Profitabilität anzugehen", sagte Massimiliano Romano, Leiter der Analyse bei Concentric Italy. "Der nächste CEO von UniCredit muss zunächst drastische Maßnahmen ergreifen, darunter eine Kapitalerhöhung und den Verkauf von Vermögenswerten."

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