Weihnachts-Shopping in London: Vor der Kaufentscheidung für einen Fonds sollten Anleger genau hinschauen, sagt Vermögensverwalter Gerd Häcker. | © Getty Images Foto: Getty Images

Fehler bei der Fondsauswahl

Nicht nur auf die Historie achten

Kapitalanleger und Vermögensverwalter bedienen sich heutzutage einem immer weiterwachsenden Fondsuniversum, um ihre persönlichen Anlagestrategien gewinnbringend umzusetzen. Eine sinnvolle Auswahl der Investmentfonds setzt aber eine langjährige Erfahrung voraus.

Gerd Häcker
Bild: Steinbeis & Häcker

Sowohl bei Privatanlegern als auch bei Anlageberatern lassen sich bei der Fondsauswahl immer wieder gewisse Denkmuster erkennen, die zu großen Enttäuschungen bei der ausgewählten Kapitalanlage führen können.

Eine magische Anziehungskraft übt der erste Blick auf den Chartverlauf eines Investmentfonds aus. Stieg der Wert eines Fonds in der Vergangenheit, zählt er sofort zu den interessanten Kaufkandidaten. Bewegt sich ein Chart seitwärts oder abwärts, führt das bei Anlegern eher zu Zurückhaltung. Oft wird die Performance der Vergangenheit als richtungsweisend für die künftige Entwicklung eines Fonds interpretiert.

Gerade Fonds, die in den letzten Jahren gut gelaufen sind, sind heute besonders populär. Das Volumen dieser Fonds steigt durch die große Nachfrage laufend an. In den folgenden Jahren enttäuschten dann viele dieser großvolumigen Fonds, die nicht selten durch die starken Geldzuflüsse ihre ursprüngliche Anlagestrategie nicht mehr umsetzen konnten.

Gründe für steigenden Fondspreis analysieren

Anleger vergessen leider immer wieder zu hinterfragen, warum der Fondspreis in der Vergangenheit gestiegen ist. War es wirklich die Leistung des Fondsmanagements oder lag es einzig und allein an der Anlageklasse, die in der Vergangenheit durch Kursanstiege überzeugte? Ein Beispiel dafür sind die vielen Rentenfonds, die durch den stetigen Zinsrückgang starken Rückenwind bei der Kursentwicklung ihrer Anleihen hatten.

Die Entwicklung war in der Historie attraktiv, lässt sich aber natürlich nicht beliebig in die Zukunft fortschreiben. Der Anleger muss sich also zuerst ein Bild über die Zukunft der Anlageklasse verschaffen, um eine sinnvolle Investitionsentscheidung treffen zu können.

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